Eingänge von meteorologischen Journalen etc., November 1884. 173
Hamburger Bark „Argo“, welche den Kanal am 14. Februar verlassen hatte,
überschritt den Aequator in 24,2° W-Lg am 10. März. Am 2. März Mittags
hatten sich diese beiden Schiffe, „Dione“ in 25,2° N-Br und 21,9° W-Lg und
„Argo“ in 25,1° N-Br und 21,6° W-Lg, befunden.
(Ganz ungewöhnlich ungünstige Verhältnisse wurden vom „Johann Hinrich“
zunächst in südlicher Breite angetroffen. Es dehnte sich dort der Stillengürtel
bis nach 4,3° S-Br in 26,5° W-Lg aus, und konnte man diesen Punkt erst am
23. März, nicht weniger als neun Tage nach der Abfahrt vom Aequator,
erreichen. Der Mitsegler „Suaheli“ traf den SE-Passat sogar erst am 28. März
in 8° S-Br und 27° W-Lg an, während „Dione“ denselben in 5,6° S-Br und
28,1° W-Lg am 23, März und „Argo“ in 4,8° S-Br und 27,2° W-Lg schon am
15. März erreichte. Der bei „Johann Hinrich“ erst südlich von 9° S-Br frisch
and beständig auftretende Passat begleitete das Schiff nur bis nach 20,2° S-Br
in 37,9° W-Lg. In geringer Entfernung von diesem Punkte nahm der Wind
am 31. März, bei auf 764,0 mm gestiegenem Luftdruck, bis zum ganz leisen
Zuge ab. Es folgten dann mehrere Tage der leichten, oft von Stille unter-
brochenen Mallung. Südlich von 22° S-Br stellte sich wieder ein frischer,
beständiger SE-Wind ein, der nach einigen Tagen nach NE drehte. Nicht
weit von 29° S-Br in 455° W-Lg entfernt, veränderte sich der Wind am
6, April durch N nach W, um sich für längere Zeit im westlichen Halbkreise
zu. halten. Am 13. April überstand „Johann Hinrich“ in 38° S-Br und 52° W-Lg
einen ziemlich heftigen Pampero. Nachdem der vor demselben wehende Nord-
wind allmählich stürmisch geworden war, und der in 16 Stunden um 13 mm
sinkende Luftdruck einen niedrigston Stand von 753,5 mm erreicht hatte, ver-
änderte sich der plötzlich ganz flau werdende Wind durch W und S nach SE,
erst stürmisch werdend, nachdem der Wind bald durch S nach SW zurück-
gelaufen war. Ein heftiges, sich durch ungewöhnlich häufige Blitze und starken
Donner auszeichnendes Gewitter ontlud sich während dieses Sturmes. Der sich
am Mittag dieses Tages in 38,3° S-Br und 50,7° W-Lg befindende Mitsegler
„Dione*“ erlebte diesen Sturm in ganz ähnlicher. Weise. Das Barometer sank
hier bis auf 751,8 mm. Da sich der Wind nach diesem Sturme für längere
Zeit im südwestlichen Quadranten hielt, konnte „Johann Hinrich“ dann nur in
langsamer Weise vorrücken, Erst bei den südlich von 43° S-Br in 53,7° W-Lg
wiederholt beobachteten südöstlichen wie nordwestlichen Winden lief sich ein
rascherer Fortgang erzielen. Bei mäfsigem Westwinde erreichte der Schoner
schliefslich am 25. April den in 64,5° W-Lg überschrittenen Parallel von
50° Süd. Um zu demselben von der Linie her zu gelangen, waren 42 Tage
erforderlich gewesen. 10° S-Br hatte man in 32,2° W-Lg am 27. März,
20° S-Br in 37,9° W-Lyxy am 31. März, 30° S-Br in 45,5° W-Lg am 7. April
und 40° S-Br in 52,8° W-Lg am 15. April geschnitten. Der Mitsegler „Dione“
gelangte nach 50° S-Br in 64,9° W-Lg am 27. April und „Argo“ hatte diesen
Parallel in 64,8° W-Lg am 10. April gekreuzt. Die Bark „Suahel?“ befand
sich am 25. April in 39,8° S-Br und 14,2° O-Lg. 20° S-Br war vom „Johann
Hinrich“, wie schon erwähnt, in 37,9°. W-Lg am 31. März, von „Suahelt“ in
24,9° W-Lg am 5. April, von „Dione“ in 36,1° W-Lg am 30. März und von
„Argo“ in 34,2° W-Lg am 21. März geschnitten worden,
Am 27. April umsegelte „Johann Hinrich“ bei kräftigen NW-Winde die
Ostspitze der Staaten-Insel. Wenige Wachen nachdem dies geschehen war,
veränderte sich der schwach gewordene Wind, bei einem niedrigsten Barometer-
stande von 737,4 mm, nach S, um dann bald wieder gröfsere Stärke zu gewinnen.
Da „Johann Hinrich“ vorher noch nicht Zeit genug gehabt hatte, um weit
genug nach Süden hin vorzurücken, konnte man jenen Wind jetzt leider nicht
voll ausnutzen, Als das bei dem südlichen Winde steigende Barometer am
29. April einen höchsten Stand von 755,7 mm erreicht hatte, nahm der stürmisch
werdende Wind wieder nordwestliche Richtung au. Dieser Veränderung ent-
sprechend begann der Luftdruck wicder abzunehmen bis zu dem am 2. Mai
unweit von 58,7° S-Br in 68,6° W-Lg abgelesenen niedrigsten Stand von
739,0 mm. Nachdem dieser Stand eingetreten war, nahm der Wind bis zum
Jeisen Zug ab und veränderte sich 24 Stunden später nach E. Indem der Wind
aus dieser Richtung bald stärker wurde, das Barometer langsam und stetig zu
steigen begann, veränderte sich jener langsam nach S und SW und gewährte
Ann. d. Hydr. etc... 1885. Heft IT.