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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

170 Eingänge von meteorologischen Journalen etc, November 1884, 
güdwestliche Wind war bei „Atalanta“ indessen auch nicht von langer Dauer; 
es folgte bald wieder ein mäfsiger, mehrere Tage anhaltender NW-Wind, bei 
dem man bis zum 12. Januar nach 52,4° S-Br in 82,2° W-Lg vorrückte. In 
geringer Entfernung von diesem Punkte veränderte sich der seit etwa zwei 
Wachen wehende kräftige NE-Wind bei einem in 4 Stunden von 746,6 auf 
735,5 mm gesunkenen Barometerstand durch N nach W und wehte dann aus 
letzterer Richtung für kurze Zeit als heftiger Sturm. „Maria“, die, in 56,2° S-Br 
and 81° W-Lg stehend, dort 16 Stunden später als bei „Atalanta“ einen 
niedrigsten Barometerstand von 739,1 mm beobachtete, fand keinen stürmischen 
Wind, und das Umlaufen des Windes erfolgte durch N und E nach SE. Als 
Folge davon konnte „Maria“ während der ersten Hälfte des 13, Januar, bei 
dem damals wehenden kräftigen SE-Winde, 180 Sm nach NNW zurücklegen, 
während die etwa 4 Breitengrade nördlicher und etwa 25 Sm westlicher stehende 
„Atalanta“ bei kräftigem Westwinde nur 38 Sm nach NNO segeln konnte. Die 
beiden Schiffe befanden sich damals offenbar auf entgegengesetzten Seiten einer 
und derselben Depression. Bei kräftigem Westwinde kehrte „Atalanta“ am 
14. Januar zurück zu dem in 81,6° W-Lg überschrittenen Parallel von 50° Süd. 
Es waren dann 18 Tage verflossen, seit man dieselbe Breite im Atlantischen 
Ocean verlassen hatte. Die Länge des Kap Horn war in 57,6° W-Lg am 
3. Januar passirt worden. Der Mitsegler „Maria“ erreichte 50° S-Br in 82,5° 
W-Lg am 16. Januar. 
An demselben Tage, an welchem „Maria“ 50° S-Br wieder überschritt, 
überstand „Atalanta“ in 47° S-Br und 80,5° W-Lg noch einen kurzen, aber 
heftigen Sturm. Derselbe begann aus NE, und nachdem der Luftdruck in einer 
Wache von 750,6 mm auf 734,6 mm abgenommen hatte, erfolgte ein Umlaufen 
des gleichzeitig bis zum vollen Sturm zunehmenden Windes durch N nach WNW. 
Bei „Maria“ sank das Barometer bis auf 739,0 mm, und der mäfsige Wind ver- 
änderte sich von NE durch E und S nach W, um dann aus letzterer Richtung 
bis zur Stärke 7 zuzunehmen. Nachdem dieser Sturm sich bei „Atalanta“ ge- 
mäfsigt hatte, segelte die Bark für mehrere Tage bei mäfsigem Westwinde. 
Als dieser später zur leichten Briese abgenommen hatie, entwickelte sich aus 
derselben am 21. Januar in etwa 39,5° S-Br und 77° W-Lg ein rasch auf- 
frischender SE-Wind, der später unmittelbar zum Passat wurde. Der Luftdruck, 
welcher in der Nähe dieses Punktes auf 762,6 mm gezeigt hatte, stieg bis zu 
dem unweit 30° S-Br abgelesenen höchsten Stand von 766,0 mm. Der nicht 
sehr beständig und frisch wehende Passat wurde unweit 21° S-Br für einen 
Tag durch Stille unterbrochen und endete gänzlich, nachden die Bark bis zum 
6. Februar nach 11,8° S-Br in 81,8° W-Lg gesegelt war. Die sich westlicher 
als der Mitsegler haltende „Maria“, welche das Passatgebiet am 28. Januar in 
etwa 32,8° S-Br und 81,5° W-Lg betreten hatte, traf in demselben günstigere 
Winde an und gelangte bis zum 9. Februar nach 5,2° S-Br in 85,1° W-Lg, 
bevor sich Mallung einstellte. Den letzten Reiseabschnitt vollendete „Atalanta“ 
bei umlaufenden schwachen, meist östlichen Winden. Nachdem man am 11. Fe- 
bruar in 6° S-Br die Küste des Festlandes gesichtet hatte, kam der schwache 
Wind häufig aus südwestlicher Richtung. Bei solchem wurde auch am 13, Fe- 
bruar der Busen von Guayaquil erreicht. Es waren dann 104 Tage seit der 
Abreise vom Kanal vergangen. Im Stillen Ocean hatte man: 40° S-Br in 
77,2° W-Lg am 21. Januar, 30° S-Br in 80° W-Lg am 26. Januar, 20° S-Br 
in 81° W-Lg am 1. Februar und 10° S-Br in 81.7° W-Lg am 8. Februar 
gekreuzt. 
Von Guayaquil versegelte „Atalanta“ nach dem in etwa 4° N-Br an der 
Küste von New Granada gelegenen Hafen Buenaventura. Auf den frischen 
SW-Wind, bei dem diese Reise am 9. März angetreten wurde, folgte am nächsten 
Tage ein leichter NW-Wind, Bei solchem überschritt die Bark auch am 
il. März den Aequator in 80,8° W-Lg. In nördlicher Breite hielt sich der 
Wind zwar auch meist in hoch nördlicher oder nordwestlicher Richtung, doch 
wehte er dort nur sehr schwach und wurde wiederholt von Stille unterbrochen, 
Am 15. März befand sich die Bark in Sicht von der Insel Gorgona und am 
16. März ankerte sie in der Nähe ihres Bestimmungsplatzes. 
Von Buenaventura ging „Atalanta“ wieder am 16. April in See, um nach 
dem in Central-Amerika gelegenen Hafen von La Libertad zu segeln. Man
	        
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