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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

168 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., November 1884. 
Ostwind unterbrochen wurden, Kapitän Kuhlmann liefßs bei denselben einen 
südwestlichen Kurs steuern, auf dem man bis zum 10. August nach 36° N-Br 
in 37,5° W-Lg gelangte. Unweit dieses Punktes wurde östlicher Wind an- 
getroffen, der nach dieser Zeit, wenn auch nur schwach wehend und oft von 
Hauen, aus anderer Richtung kommenden Winden und selbst Stille unterbrochen, 
vorherrschend blieb, Man steuerte bei demselben, indem man sich später in 
der Nähe von 32° N-Br im Gebiete des durch einen fast stets mehr als 770mm 
hohen Luftdruck bezeichneten Maximums hielt, nach Westen. Von 32,5° N-Br 
in 57,5° W-Lg ab wurden meist südliche oder östliche Winde von gröfserer 
Stärke beobachtet, bei denen sich ein etwas rascherer Fortgang erzielen ließ, 
Bei frischem südlichem Winde erreichte „Maryland“ schliefslich auch am 
31. März die Chesapeake-Bai. Um zu derselben von Fair Island zu gelangen, 
waren 39 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 30° W-Lg 
in 49,8° N-Br am 2. August, 50° W-Lg in 32,3° N-Br am 17. August, 60° W-Lg 
in 33,2° N-Br am 24. August und 70° W-Lg in 34,7° N-Br am 28. August 
gekreuzt. Das Hamburger, die Zlbe am 10. Juli verlassende, sich am 13. Juli 
bei Fair Island befindende Vollschiff „Bertha“, welches die gewöhnliche nörd- 
liche Route über den Ocean einschlug, erreichte die Mündung des Delaware am 
21. August nach 39tägiger Fahrt. Und noch ein anderer Mitsegler, das von 
Hamburg nach Philadelphia bestimmte Bremer Vollschiff „Magdalene“, welches 
Fair Island am 16. Juli sichtete, gelangte zum Delaware am 24, August. Auch 
diese auf nördlicher Route ausgeführte Reise wurde in 39 Tagen vollendet. 
„Maryland“ hatte also auf der von ihr befolgten südlichen Route gegen die 
Reisen der beiden erwähnten Vollschife ein ganz befriedigendes Resultat er- 
zielt. Es ist jener Weg, auf welchem man den westlichen Theil der Reise 
zurücklegt, indem man sich zwischen den Parallelen von 35° und 30° Nord 
hält, von deutschen Schiffen in den letzten Jahren häufiger eingeschlagen wor- 
den. Es sind dort im Verhältnifs zu gleichzeitig auf nördlicher wie auf der 
Passatroute ausgeführten Reisen auch ganz zufriedenstellende Resultate erzielt 
worden; doch war dieses bisher nur der Fall zur Zeit des nördlichen Winters 
oder Frühjahrs. Ob es für nach Häfen Nordamerika’s bestimmte Schiffe auch 
im Sommer oder Herbst rathsam sein wird, jene als „horse latitudes“ so viel 
rerschrieenen Gebiete zum Gutmachen von Länge aufzusuchen, ‘bedarf noch 
weiterer Bestätigung. 
Am 6. Oktober verliels „Maryland“ die Chesapeake-Bai wieder, um nach 
Hamburg zu segeln. Oestliche Winde, die während der ersten auf See zu- 
gebrachten Woche vorherrschten, traten östlich von 60° W-Lg seltener auf. 
Die dort angetroffenen, meist aus westlicher Richtung wehenden Winde waren 
indessen auch wenig beständig, wurden vielmehr noch wiederholt von Ostwinden 
unterbrochen. Ein heftiger, einer besonderen Erwähnung werth erscheinender 
Sturm wurde am 15. und 16. Oktober überstanden. Derselbe begann aus S 
und endete aus WNW. Das Ausschielsen des Windes erfolgte, nachdem der 
Luftdruck einen niedrigsten Stand von 750,3mm erreicht hatte, Hin kräftiger 
SW-Wind führte „Maryland“ am 31. Oktober, dem 25. Tage nach der Abfahrt, 
zur Kanal-Mündung. Während der Fahrt über den Ocean hatte man: 70° W-Lg 
in 36,8° N-Br am 8. Oktober, 60° W-Lg in 36,1° N-Br am 13. Oktober, 
50° W-Lg in 40,5° N-Br am 16. Oktober und 30° W-Lg in 48,2° N-Br am 
24. Oktober gekreuzt. 
8. Reise der Braker Bark „Atalanta‘“, Kapt. A. Mohrmann. 
Am 1. November 1883 befand sich die von Havre nach Guayaquil be- 
stimmte Braker Bark „Atalanta“ in der Nähe von Lizard. Einen Tag vorher 
hatte sich dort die auf einer Reise nach Hongkong begriffene Elsflether Bark 
„Teutonia“ befunden, und verfolgten dann beide Schiffe für längere Zeit ihren 
Weg nach Süden unter ähnlichen, schon an anderer Stelle erwähnten Verhält- 
nissen. Am 7. November, an welchem Tage sich „Atalanta“ Mittags in 36,3° N-Br 
and 15,1° W-Lg, „Teutonia“ in 36,3° N-Br und 16,9° W-Lg befand, veränderte 
sich der Wind bei beiden Schiffen durch N nach NE, um sich in letzterer 
Richtung für lange Zeit zu halten. Wo später das Gebiet des Passats begann, 
läfst sich mit Sicherheit nicht bestimmen. Unweit 22° N-Br wurde für kurze 
Zeit noch wieder nordwestlicher Wind beobachtet, und wehte erst südlieh von
	        
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