166 FKingänge von meteorologischen Journalen ete., November 1884.
dem Sturme weglenzen und wurde nicht zum Beidrehen gezwungen. Noch ein
anderes Schiff, das eiserne Hamburger Vollschiff „Hermann“, welches ebenfalls
nach Adelaide bestimmt war, erlebte den auch bei ihm ganz ähnlich verlaufen-
den Sturm, als es sich am 27. November in 37,9° S-Br und 2,3° W-Lg befand.
In der Nähe dieses Punktes erfolgte um 8° p. m. bei einem niedrigsten Baro-
meterstande von 737,0mm das Ausschiefsen des Windes von NNE nach W.
Das Schiff wurde dadurch fast platt auf die Seite geworfen und verlor fast alle
auf Deck befindlichen Gegenstände. Noch ein anderer von diesem Sturme
betroffener Mitsegler war die nach Zanzibar bestimmte Hamburger Bark
„Amanda & Elisabeth“. Als dieses Schiff sich um 6* p.m. des 27. November
in 37,3° S-Br und 5,1° W-Lg befand, beobachtete es dort einen niedrigsten
Barometerstand von 735,8mm und ein nicht sehr rasch erfolgendes Umlaufen
des Windes von N nach W. Der Luftdruck hatte hier in sechs Stunden um
15,6mm abgenommen. Aus einer Vergleichung der Zeiten, wann bei „Amanda
& Elisabeth“ und bei „Melusine“ der niedrigste Luftdruck beobachtet wurde,
mit der etwa 280 Sm nach Osten hin betragenden Entfernung dieser beiden
Schiffe von einander, scheint sich eine Fortbewegung der Depression von etwa
30 Sm in der Stunde nach Osten zu ergeben.
Beim Ablaufen der Länge hielt „Canopus“ sich für längere Zeit in der
Nähe von 44° S-Br. Die dort angetroffenen Winde wehten fast nur aus west-
licher Richtung und erreichten wiederholt die Stärke eines heftigen Sturmes,
Der stärkste derselben wurde überstanden, als man sich am 21, Dezember in
der Nähe von 443° S-Br und 72° O-Lg befand. Auch dieser Sturm begann
aus NE und endete, nachdem der Luftdruck einen niedrigsten Stand von 716,6mm
erreicht hatte, aus SW. Die Bark wurde in demselben zum Beidrehen ge-
zwungen, Nachdem „Canopus“ am 11. Januar 1884 die Länge des Südkaps
yon Tasmanien überschritten hatte, wurde auch der letzte Theil der Reise bei
meist aus westlicher Richtung kommenden Winden vollendet. Am 22. Januar
wurde der Hafen von Sydney erreicht. Um zu demselben vom Kanal her zu
gelangen, waren für das augenscheinlich nur sehr langsam segelnde Schiff
128 Tage erforderlich gewesen. In östlicher Länge hatte „Canopus“: 20° O-Lg
in 43,4° S-Br am 4. Dezember, 50° O-Lg in 42,3° S-Br am 14. Dezember,
80° O-Lg in 43,7° S-Br am 24. Dezember und den Meridian des Kap Leeuwin
in 45° S-Br am 2. Januar gekreuzt. Von einigen der erwähnten Mitsegler war
diese letztere Länge vom „Border Chief“ in 425° S-Br am 13. Dezember, von
„Melusine“ in 42,7° S-Br am 24. Dezember und von „Herrmann“ in 39,3° S-Br
am 23. Dezember überschritten worden.
Von Sydney aus ging „Canopus“ am 6. März wieder in See, um nach
Levuka zu segeln. Die Bark trat diese Reise bei mälsigem nordöstlichem Winde
an. Derselbe veränderte sich nach einigen "Tagen durch N nach W und nahm
dann bald, indem er die Drehung nach links fortsetzte, südöstliche Richtung an.
Nachdem die Bark bis zum 14. März nach 30,8° S-Br in 167,5° O-Lg vor-
gerückt war, wurde sie für längere Zeit durch leichte umlaufende Winde zurück-
gehalten. Sie segelte bei denselben bis zum 27. März nach 24° S-Br in 178° O-Lg.
Nachdem in geringer Entfernung von diesem Punkte bei einem dort beobachteten
Barometerstande von 762,8mm der SE-Passat angetroffen worden war, konnte
der letzte Theil der Reise in rascher Fahrt vollendet werden, Am 1, Apri,
26 Tage nach der Abreise von Sydney, ankerte „Canopus“ auf der Rhede von
Levuka. Vorher war: 35° S-Br in 161,5° O-Lg am 12. März, 30° S-Br in
172° O-Lg am 19. März, 25° S-Br in 177,5° O-Lg am 26. März und 20° S-Br
in 178,8° O-Lg am 30. März, wie 160° O-Lg in 35,5° S-Br am 11. März und
170° O-Lg in 30,5° S-Br am 17. März gekreuzt worden.
Nachdem „Canopus“ in Levuka beladen worden war, trat die Bark am
12, Juni die Heimreise nach Hamburg an. Leichter, auf See gleich angetroffener
Passat begleitete die Bark, bis sie sich am 17. Juni in 22,5° S-Br und 178° O-Lg
befand. In geringer Entfernung von diesem Punkte veränderte sich der Wind
bei einem Barometerstande von 763,2mm nach NE, und indem die Drehung
weiter fortgesetzt, wurde die Windrichtung bald eine westliche. Später
wurden jedoch noch wiederholt östliche Winde beobachtet, bis sich schließlich
südlich von 33,5° S-Br durchstehende Westwinde einstellten. Der Verlauf der
Reise war dann für längere Zeit ein ziemlich befriedigender. Nachdem man