Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, November 1884, 165
später durch N nach NNE veränderte, entstand aus demselben der Passat,
ohne dafs der Uebergang in denselben von Störung irgend welcher Art begleitet
war. Ein höchster Barometerstand von 771,7 mm wurde unweit 40° N-Br ab-
gelesen, während.die Windrichtung in der Nähe von 36° N-Br und 16,2° W:Lg
eine nordöstliche wurde. Der: zwischen 31° und 21° N-Br am kräftigsten auf-
tretende Passat sank südlich von 17° N-Br zur schwachen Briese herab und
endete, als sich die Bark am 10. Oktober in etwa 12,5° N-Br und 25,8° W-Lg
befand. Südlich von diesem Punkte lag der Stillengürtel, in welchem leichte
östliche Mallung mit Stille abwechselte, dagegen ein südwestlicher Monsun
nicht mehr. angetroffen wurde. .. Zur Ueberschreitung desselben war eine un-
gewöhnlich lange Zeit erforderlich. Erst nachdem man 17 Tage in demselben
verbracht hatte, gelang es, den in 3,1° N-Br und 24,3° W-Lg einsetzenden SE-
Passat zu erreichen. Am 29, Oktober, 43 Tage später als der Kanal verlassen
worden war, ging „Canopus“ in 27,6° W-Lg von der nördlichen zur südlichen
Halbkugel über. 40° N-Br war in 14° W-Lg am 28. September, 30° N-Br in
19° W-Lg am 2. Oktober, 20° N-Br in 24,5° W-Lg am 5. Oktober und 10° N-Br
in 25,2° W-Lg am 13. Oktober gekreuzt worden. Das eiserne, nach Adelaide
bestimmte Elsflether Vollschiff „Border Chief“, welches 50° N-Br in 18,7° W-Lg
am 2. Oktober verlassen hatte, erreichte den Aequator in 31,8° W-Lg am
28. Oktober, Der auf einer Reise von Bordeaux nach Guayaquil begriffene
Dreimastschoner „Apoll“, welcher sich am 2. Oktober in 30° N-Br und
19° W-Lg befunden hatte, kreuzte die Linie in 29,4° W-Lg am 24. Oktober,
Die äquatoriale Grenze des NE-Passats war von „Canopus“ in 12,5° N-Br und
25,8° W-Lg am 10. Oktober, von „Border Chief“ in 10,1°N-Br und 27,7° W-Lg
am 18. Oktober und von „Apoll“ in 11,4° N-Br und 25,8° W-Lg am 8. Oktober
angetroffen worden.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Canopus“ bis nach 20° S-Br in
29,8° W-Lg vom SE-Passate begleitet. In der Nähe dieses Punktes veränderte
sich der Wind am 9. November nach NE und nahm dann am folgenden Tage
bis zur schwachen veränderlichen Briese ab.. Auf diese folgte nach wenigen
Wachen wieder ein frischer Ostwind, der das Schiff bis nach 29° S-Br hin
begleitete... Den südlich von diesem Parallel. liegenden Theil des Weges bis
zum ersten Meridian vollendete „Canopus“ bei meist aus hoch nördlicher Rich-
tung kommenden Winden, bis endlich am 28. November in 40,5° S-Br- die
westliche Länge verlassen wurde. Der 28. November war der 30. bis dahin in
südlicher Breite erlebte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in
31,3° W-Lg am 4. November, 20° S-Br in 29,8° W-Lg.am 9. November und
30° S-Br in 24° W-Lg am 16. November gekreuzt., Der Mitsegler „Border Chief“
war am 18, November in 41,4° S-Br von westlicher in östliche Länge über-
gegangen. Der Schoner „Ayoll“ befand sich am 28. November in Sicht von
Kap St. John. 20° S-Br war von „Canopus“ in 29,8° W-Lg am 9. November,
von „Border Chief“ in 32,3° W-Lg am 6. November und von „Apoll“ in
37,8° W-Lg am 4. November überschritten worden. Am 24. November hatte
in 40,8°. S-Br auch die von New-York nach Singapore bestimmte Hamburger
Bark „Adolph“ die westliche Länge verlassen. Dieselbe war vom Aequator in
30,9° W-Lg am 1. November abgefahren und hatte sich am 9. November in
20° S-Br und 30,2° W-Lg befunden. Am 28, November, demselben Tage, an
welchem „Canopus“ westliche Länge verliefs, überstand das Schiff einen orkan-
artigen Sturm. . Derselbe begann: aus NE, und es veränderte sich in ihm der
Wind, nachdem das Barometer bis auf den um 1!/2? a. m. des 28. November in
40,4° S-Br. und 0,7° W-Lg abgelesenen niedrigsten Stand von 732,7mm gesunken
war, nach NW. Dieser selbe Sturm wurde damals von verschiedenen anderen
deutschen, mit der Seewarte in Verbindung stehenden Schiffen beobachtet. Die
Bremer, nach Adelaide bestimmte Bark „Melusine“, welche den Aequator in
29,1° W-Lg am 3. November verlassen hatte, erlebte ihn auch und beobachtete
während seiner Dauer einen niedrigsten Luftdruck von 728,0mm, als sie sich
am 28, November in der Nähe von 42° S-Br und 1° O-Lg befand. Die Wind-
veränderungen: erfolgten hier in derselben Weise, wie bei „Canopus“; während
die Barometerschwankungen solch bedeutende waren, dafs in 16 Stunden eine
Abnahme ‚des Luftdrucks von 11. und darauf wieder eine Zunahme desselben
von 15,53mm stattfand... Die mit Holz ‘leicht. beladene „Melusine“ konnte vor
Ann, d. Hyür. ete., 1885, Heft IL