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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

164 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., November 1884. 
änderte sich dort der für kurze Zeit schwache Wind bei einem höchsten Luft- 
drucke von 766,5 mm, durch S nach SE, und indem das Barometer darauf zu 
sinken begann, nahm die Windstärke zu und das Wetter wurde regnerisch. 
Am 14. September überstand „Hannover“ in geringer Entfernung von 30° S-Br 
in 31° W-Lg einen kurzen Sturm, in dem sich der Wind bei auf 751,7 mm 
gesunkenem Barometerstande durch S nach SSW zurück veränderte. Bei 
beständig steigendem Luftdrucke hielt sich der Wind dann mehrere Tage’ im 
südwestlichen Viertel, und nachdem am 18. September, in geringer Entfernung 
von 769,5 mm, ein höchster Stand von 769,6 mm abgelesen worden war, drehte 
üer Wind noch einmal wieder durch S nach SE zurück, um in dieser unge- 
wöhnlichen Weise zum Passat zu werden. Bei dem frisch und beständig 
wehenden Passate segelte „Hannover“ bis zum 27. September zu der in 28,8° 
W-Lg überschrittenen Linie, Um zu derselben vom Kap Horn her zu gelangen, 
waren 30 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br 
in 44° W-Lg am 5. September, 40° S-Br in 34,5° W-Lg am 10. September, 
30° S-Br in 31° W-Lg am 14. September, 20° S-Br in 28,9°. W-Lg am 
20. September und 10° S-Br in 29,1° W-Lg am 24. September gekreuzt, Von 
den Mitseglern erreichten den Aequator: „Maria“ in 28,2° W-Lg am 26. Sep- 
tember, „Argo“ in 23° W-Lg und „Dione“ in 27,9° W-Lg, beide am 29, Sep- 
tember. Am 18. September Mittags hatte sich: „Hannover“ in 23,4° S-Br und 
29,5° W-Lg, „Maria“ in 23,2° S-Br und 30,6° W-Lg, „Argo“ in 27,3° S-Br 
und 26,4° W-Lg und endlich „Dione“ in 25,3° S-Br und 28,2° W-Lg befunden. 
In nördlicher Breite traf „Hannover“ beim Uebergange vom Gebiete des 
SE- in das des NE-Passats recht ungewöhnliche Verhältnisse an. Nachdem der 
zunächst in gewöhnlicher Weise durch S nach SW drehende SE-Passat die Bark 
bis zum 30. September nach 6,5° N-Br in 27,6° W-Lg geführt hatte, nahm der 
Wind in der Nähe dieses Punktes bis zum leisen unbeständigen Zuge ab. Als 
solcher veränderte sich derselbe dann durch S nach SE zurück, und indem er 
nach einigen Tagen auffrischte und weiter nach links drehte, entstand aus dem- 
selben ohne vorhergehende Mallung der NE-Passat. Die äquatoriale Grenze 
desselben schien am 3. Oktober in der Nähe von 9,4° N-Br und 27,5° W-Lg 
zu liegen. So günstig wie die Art und Weise war, in welcher „Hannover“ das 
Passatgebiet erreichte, so wenig günstig waren die in demselben angetroffenen 
Verhältnisse. Man fand nur zwischen 10° und 14,5° N-Br einigermalfsen 
frischen Wind und gelangte schon am 8. Oktober zu der in 17,7° N-Br und 
32,5° W-Lg gelegenen polaren Passatgrenze. Nördlich von derselben wurde 
man zunächst mehrere Tage lang durch Windstille und leichte südliche oder 
östliche Mallung zurückgehalten, auf die, nachdem am 17. Oktober 23° N-Br 
in 34° W.Lg überschritten worden war, noch wieder ein längere Zeit an- 
haltender, passatähnlicher Ostwind folgte. Als dieser Wind sich am 25. Ok- 
tober,. in geringer Entfernung von 38° S-Br und 38° W-Lg, nach SE veränderte, 
hatte das Barometer einen höchsten Stand von 778,0 mm erreicht. Indem der 
Wind seine Drehung nach rechts fortsetzte, wurde seine Richtung bald eine 
westliche, und konnte „Hannover“ dann den letzten Theil der Reise fast ganz 
bei westlichen Winden vollenden. Am 5. November, 141 Tage später als 
Puerto Oliva verlassen worden war, erreichte die Bark den Kanal. In nörd- 
licher Breite hatte man 39 Tage zugebracht, und dort: 10° N-Br in 28,3° W-Lg 
am 4. Oktober, 20° N-Br in 33,8° W-Lg am 14. Oktober, 30° N-Br in 35,3° 
W-Lg am 20. Oktober und 40° N-Br in 35,8° W-Lg am 26. Oktober über- 
schritten. Der Mitsegler „Maria“ gelangte nach Lizard am 10. November, 
während das Vollschiff „Argo“ und die Bark „Dione“ am 6. November die 
Kanal-Mündung erreichten. 
5. Reise der eisernen Hamburger Bark „Canopus“, Kapt. R. Loose. 
‚Am 16. September 1883 befand sich die auf einer Reise von Hamburg 
nach Sydney begriffene Bark „Canopus“ in der Nähe von Lizard.. Der dort 
damals wehende leichte Ostwind endete schon am nächsten Tage, und folgten 
dann unbeständige SW-Winde, bei denen sich nur ein langsamer Fortgang er- 
zielen lief. Erst nachdem der Westwind am 26. September unweit von 45,5° 
N-Br in 13° W-Lg eine nördlich von W liegende Richtung angenommen hatte, 
konnte man rascher fortschreiten. Indem der kräftige Wind sich einige Tage
	        
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