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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., November 1884. . 163 
war der 41. seit der Abreise vergangene Tag, Während dieser Zeit hatte man” 
30° S-Br in 83,6° W-Lg am 26. Juli, 40° S-Br in 82,6° W-Lg: am 1. August 
und 50° S-Br in 88,2° W-Lg am 9. August überschritten. Am 31. August 
gelangte die auf einer Reise von Punta Arenas nach dem Kanal begriffene 
Papenburger Bark „Maria“ in Sicht vom Kap Horn und am 1. September 
kreuzte das am 31. August von /quique abgegangene eiserne Hamburger Voll- 
schiff „Argo“ die Länge dieses Vorgebirges, Dieses lotztere Schiff hatte bis 
dahin nur für verhältnifsmäfsig kurze Zeit Ostwind angetroffen. Noch ein 
dritter Mitsegler, die eiserne, am 22. August von /quique aus in Seo gegangene 
Hamburger Bark „Dione“ überschritt den Meridian des Kap Horn am 31, August, 
Am 15. August Mittags, an welchem Tage der Wind bei „Hannover“ östliche 
Richtung annahm, befand sich diese Bark in 53° S-Br und 77,7° W-Lg. Sie 
beobachtete dort ESE-Wind in Stärke 7 und einen Barometerstand‘ von 
766,0 mm. Der gleichzeitige Standpunkt von „Maria“ war. 43,5° S-Br in 
99,3° W-Lg, wo Ostwind von der Stärke 2 und Luftdruck gleich 768,0 mm 
herrschte. „Argo“, der sich zur gleichen Zeit noch in 31,4° S-Br und 85° W-Lg 
befand, wurde damals von‘ einem, bei dem Barometerstande von 755,5 mm 
wehenden SW-Winde von der Stärke 6 begünstigt. Und „Dione“ endlich, in 
34,8° S-Br und 85,2° W-Lg stehend, fand dort SE-Wind (3) und einen Luft- 
druck gleich 752,9 mm. - „Argo“ und „Dione“ konnten dann während der 
nächsten Zeit ihren südlichen Kurs bei meist günstigen Winden verfolgen, 
während die anderen beiden, durch Gegenwinde zurückgehaltenen Mitsegler nur 
sehr langsam vorrücken konnten. Die Schiffe näherten sich daher einander, so 
dafs am 22. September Mittags: „Argo“ in 42,2° S-Br und 86,6° W-Lpg, 
„Dione“ in 46,6° S-Br und 85° W-Lg, „Maria“ in 51,2° S-Br und 91,4° W-Lg 
und „Hannover“ in 56,3° S-Br und 79,2° W-Lg stand. Der noch immer von 
den Winden begünstigte „Argo“ segelte. damals bei einem, orkanartige Gewitter- 
böen herbeiführenden WSW: Winde (8) und beobachtete dabei einen auf 752,1 mm 
gesunkenen Barometerstand. Bei „Drone“ wehte ein von einem Luftdrucke von 
740,5 mm begleiteter leiser Zug aus W; „Maria“ wurde durch leichte östliche 
Mallung zurückgehalten, bei welcher. das Barometer auf einen Stand von 
743,4 mm zeigte, und „Hannover“ endlich, bei welcher Bark der Luftdruck auf 
738,5 mm gesunken war, kämpfte gegen ESE-Wind (8). Die Schiffe befanden 
sich damals, wie aus: dem Vorstehenden hervorgeht, auf entgegengesetzten 
Seiten derselben Depression. „Argo“ und „Dione“ standen an deren Nordseite 
und. wurden dort von Westwinden begünstigt, während die an der Südseite 
befindlichen Mitsegler „Maria“ und „Hannover“ durch Ostwind zurückgehalten 
wurden.. Bei dem wahrscheinlich in gröfster Entfernung vom Centrum der 
Depression stehenden „Argo“ erreichte die Windstärke doch den höchsten Grad. 
Das Vorkommen einer solchen Thatsache, dafs nämlich heftige Winde oft erst 
in gröfserer. Entfernung vom Centrum wehen, dafs dieses bis auf verhältnifs- 
mälfsig weite Distanz hin von leichten mallenden Winden umgeben ist, im 
Gegensatze zu den von gleichmäfsig steileren Gradienten begrenzten Centren 
tropischer Wirbelstürme, scheint wie in höheren nördlichen, so auch hier in 
hohen südlichen Breiten, wie beim Kap Horn, kein seltenes zu sein. Durch 
dasselbe werden die besonders früher oft erwähnten Klagen der Schiffsführer 
über Unzuverläfslichkeit der Barometerangaben beim Kap Horn mit Wahr- 
scheinlichkeit erklärt. Wie diese Eigenschaft der Depressionen in beiden Erd- 
hälften die gleiche zu sein scheint, so entspricht die im südlichen Winter beim 
Kap Horn anscheinend weniger polwärts gerichtete Bahn der Depressionen 
ebenfalls der zur entsprechenden Zeit in höherer nördlicher Breite beobachteten 
Thatsache. Als Folge davon ist eben das Herrschen östlicher Winde beim 
Kap Horn im Winter ein verhältnifsmäfsig häufiges. Die dieses Vorgebirge 
umsegelnden Schiffe gerathen dann öfter, als es im Sommer geschieht, in die 
südliche‘ Hälfte des .Depressionsfeldes und werden dort durch Ostwinde 
begünstigt. 
Im Südatlantischen Ocean konnte „Hannover“ bei dem sich dort zunächst 
für längere Zeit vorherrschend in hoch nördlicher Richtung haltenden Winde 
einen ‚etwas günstigeren Fortgang erzielen, als es während der. letzten im 
Grofsen Ocean zugebrachten Zeit der Fall gewesen war. Als die Bark sich 
am 12. September in der Nähe von 36° S-Br und 33° W-Leg befand, ver-
	        
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