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Manövriren’ in Stürmen.
von S über SW, W etc. oder mit dem Zeiger der Uhr, im südlichen Halbkreise
über SO, 0, NO, N etc. oder gegen den Zeiger der Uhr. Vorausgesetzt hierbei
wird, dafs das Schiff beigedrcht liegt; bewegt sich nämlich das Schiff schneller
und in derselben Richtung wie der Sturm, so wird die Windänderung in ent-
yegengesetzter Richtung vor sich gehen. — Bleibt für cin beiliegendes Schiff
die Richtung des Windes dieselbe, nimmt aber die Stärke desselben bei fallen-
dem Barometer zu, so befindet man sich auf der Bahn des herraunahenden
Sturmes, also in der gefahrvollsten aller Positionen. An der Vorderfront des
Sturmfeldes ist der Wind quer zur Bahn des Centrums gerichtet, auf der einen
Seite zu dieser hin, auf der anderen von dieser weg führend. Hiernach kann
ein Schiff, welches auf der einen Seite der Sturmbahn vor dem Winde läuft,
leicht die Sturmbahn vor dem Centrum, also unter den gefährlichsten Verhält-
nissen, kreuzen; im anderen Halbkreise dagegen wird ein vor dem Winde
Jaufendes Schiff wahrscheinlich die Bahn im Rücken des Centrums kreuzen.
Den ersteren dieser Halbkreise hat man den „gefährlichen“ Halbkreis genannt.
Derselbe befindet sich — Gesicht nach der Richtung gewandt, nach welcher
der Sturm fortschreitet — auf der nördlichen Halbkugel stets rechter, auf der
südlichen Halbkugel stets linker Hand. In beiden Hemisphären ändert sich für
ein beiliegendes Schiff im rechten Halbkreis der Wind stets mit dem Zeiger
der Uhr, im linken Halbkreise gegen den Zeiger der Uhr. Der Halbkreis mit
rechtsdrehenden Winden ist auf der nördlichen, der mit linksdrehenden Winden
auf der südlichen Halbkugel der gefährliche.
Zur näheren Erläuterung dienen nachfolgende Figuren, in denen die
Kreise die Sturmfelder, die Pfeile die Drehung der letzteren, die dunklen Theile
die gefährlichen Halbkreise, die Pfeilgruppen zu beiden Seiten der Sturmbahn
die Richtung angeben, in welcher der Wind für ein beiliegendes Schiff dort
wehen und herumgehen würde,
Die Umbiegung der Bahn erfolgt stets nach der Seite des gefährlichen
Halbkreises hin, d. h. nach rechts auf der nördlichen, nach links auf der süd-
lichen Halbkugel. So lange daher auf der nördlichen Hemisphäre das Centrum
nach W fortschreitet, sind die Winde in der Front nordöstliche; wendet sich
die Sturmbahn nach N, so sind die Winde in der Front östliche; ist cine öst-
liche Richtung seitens des Centrums angenommen, so sind die Winde in der
Front südöstliche. Aehnlich, doch umgekehrt, ist es auf der südlichen Hemi-
sphäre: die Winde vor dem Centrum sind anfangs südöstliche und zuletzt
nordöstliche. Unter der Voraussetzung, dafs die Sturmbahn dieselbe Form, wie
in der nachstehenden Figur hat und auf 30° N-Br bezw. 26° S-Br umbiegt,
ergeben sich folgende Regeln, um den gefährlichsten Wind zu finden:
Nördliche Halbkugel Südliche Halbkugel
Zwischen 0° und 30° N-Br — NO Zwischen 0° und 26° S-Br — SO
In ca 30° N-Br — 0 In ca 26° S-Br — 0
Nördlich von 30° N-Br — SO Südlich von 26° S-Br — NO
Es sind diese Winde aus dem Grunde am gefährlichsten, weil das Schiff,
sobald der Wind beständig aus der bezüglichen Richtung weht und das Baro-
meter fortfährt, stark zu fallen, sich in der Sturmbahn und zwar recht vor der-
selben, also in der gefährlichsten Position, befinden mufs.
Die Entfernung des Schiffes vom Wirbelcentrum zu schätzen, ist schwer;
sowohl wegen der Unsicherheit über die Beziehung zwischen der Peilung des
Centrums und der Windrichtung, als auch namentlich wegen des Fehlens jeglichen
Mittels, die Ausdehnung des Sturmfeldes zu bestimmen. Fällt das Barometer
langsam, und wird das Wetter nur allmählich schlechter, so kann man mit
Recht annchmen, dafs das Centrum entfernt ist; umgekehrt läfst sich bei schnell
fallendem Barometer und zunehmendem schlechtem Wetter darauf schliefsen,
dafs das Centrum in gefährlicher Nähe herankommt.