Manövriren in Stürmen.
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des Atlantischen Oceans biegen fast stets im Golf von. Mexico oder in dessen
Nähe um und folgen der Nordamerikanischen Küste. — Die Cyklone in der
Bai von Bengalen scheinen ihren Ursprung in der Nähe von den Andamanen,
die des Golfs von Arabien nahe den Laccadiven zu nehmen, Ihre Bahn ist
gewöhnlich eine westliche oder nordwestliche; erstere kreuzen bisweilen die
Indische Halbinsel, bisweilen gehen sie an Bengalen vorüber und krümmt sich
der Weg nach Osten zurück. — Die chinesischen Taifune haben gewöhnlich
einen westlichen oder nordwestlichen Kurs.
Die Geschwindigkeit, mit welcher die Cyklone während‘ eines Tages
fortschreiten, kann, obwohl dieselbe variabel, in Westindien zu 300 Sm, in der
Arabischen See, der Bai von Bengalen und in dem Chinesischen Meer zu 200 Sm
angenommen werden; in dem südlichen Indischen Ocean variirt dieselbe von 50
bis 200 Sn,
Von allen Anzeichen, welche das Herannahen eines Wirbelsturms ver-
künden, ist das beste und sicherste das Barometer, Stets treten sehr grofse
barometrische Störungen ein: bei einigen Stürmen stand das Barometer im
Centrum 50,8 mm (2 Zoll engl.) niedriger als au(serhalb des Sturmfeldes. Fällt
daher das Barometer schnell oder wird auch nur die Regelmäfsigkeit der täg-
lichen Schwankungen unterbrochen, so ist Gefahr zu besorgen. Ueber die
Gröfsee der zu erwartenden Druckabnahme kann keine Regel gegeben werden.
Zahlreiche Berichte liegen über Fälle vor, bei denen das Barometer unter
711,2 mm (28 Z.) in Westindien fiel; über die Plötzlichkeit der Druckabnahme
giebt ein authentischer Bericht dahin Aufschlufs, dafs die Abvahme des Baro-
meterstandes in 1* 10” 43,18 mm (1,7 Z.) betrug; Meldrum sagt, dafs im
Südindischen Ocean das Barometer gewöhnlich unter 711,2 mm (28 Z.) fällt; in
der Bai von Bengalen soll ein Druck von 700,53 mm (27,58 Z.) beobachtet sein.
Der ungefähre barometrische Gradient nahe dem Centrum der schwersten dieser
Stürme soll otwas mehr als 25,4 mm (1 Z.) auf 50 Sm betragen.
Je mehr sich das Sturmcentrum ‚nähert, um so schneller werden, sofern
sich das Schiff nicht gerade in der Cyklonbahn befindet, die Aenderungen dos
Windes vor sich gehen; während beim ersten Eintreten in das Sturmfeld der
Wind. allmählich herumgeht, springt derselbe zuletzt plötzlich nach der entgegen-
gesetzten Richtung. Vielfach wird berichtet, dafs die Windstärke im: Centrum
plötzlich abnimmt, die Wolken für kurze Zeit sich zerstreuen, um dann den
Sturm bald mit erneuter Gewalt hervorbrechen zu lassen. Es sollte das Centrum
des Sturmfeldes um jeden Preis vermieden werden;
Dio erste Aufgabe für den in einen Cyklon hineingerathenen Schiffsführer
ist es, die Lage des Centrums festzustellen. Kehrt man das Gesicht dem Winde
zu, so ist die ungefähre Peilung des Centrums in der nördlichen Hemisphäre
8 Strich rechts, auf der südlichen Halbkugel 8 Strich links; bei NO-Wind liegt
also das Centrum auf der nördlichen Hemisphäre ungefähr in SO und auf der
südlichen Halbkugel bei NW-Wind in SW.
In der Folge ist der Binfachheit halber die Windbewegung innerhalb des
Cyklons als nahezu kreisförmig. angenommen worden, Letzteros. ist indefs in
Wirklichkeit, genau genommen, nicht der Fall, sondern häußg ist die Richtung
in einzelnen Theilen des Sturmfeldes mehr oder weniger nach innen gekehrt.
In einer erheblichen Entfernung vom Centrum und ehe: das Barometer sehr
unter seinen normalen Stand gefallen. ist, liegt das Centrum ungefähr 10
oder 12 Strich von der Windrichtung; nach einem Barometerfall von 12,70 mm
(0,5 Z.) oder 15,24 mm (0,6 Z.) bildet der. dann wehende Wind wahrscheinlich
einen Theil des Sturmwirbels, und kann man das Centrum 8 Strich von der
Windrichtung annehmen..
Nach Kenntnifs der ungefähren Lage des Cykloncentrums. ist festzustellen,
auf welcher Seite der Cyklonbahn das Schiff sich befindet, und. in welcher
Richtung der Wirbel fortschreitet. Befindet man sich auf der nördlichen Krd-
hälfte im rechten Halbkreise eines nach W fortschreitenden Sturmes — Gesicht
nach der Fortbewegungsrichtung des Cyklons gewendet.— so wird der Wind
von NO nach O0, SO, S etc. oder mit dem Zeiger der Uhr sich ändern; in dem
linken Halbkreise dagegen wird der Wind über N nach NW, W etc. oder gegen
den Zeiger der Uhr umlaufen. Aehnlich geht bei einem nach W sich bewegen-
den Wirbelsturm auf der südlichen Halbkugel im rechten Halhkreise der Wind