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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Manövriren in Stürmen, 
niedrigen Druck, dem der Wind entspricht, herausbringt; natürlich kann man, 
und in den Wintermonaten wird dies sehr wahrscheinlich der Fall sein, bald 
in den nördlichen Wind der östlichen Seite einer andern herankommenden De- 
pression gelangen. ; 
Ein nach Westen bestimmtes Schiff wird am schnellsten vorwärts kommen, 
weun es bei N- und NW-Wind über B. B.-Bug liegt, bis der Wind nach W und 
SW dreht, worauf dann nordwestlicher Kurs zu nehmen ist; doch gilt hier das- 
selbe, was bei den Reisen in hohen nördlichen Breiten angeführt war. 
Wenn oben in Bezug auf die gewöhnlichen Stürme hoher Breiten gesagt 
war, dafs bei ihnen gewöhnlich wenig oder kein östlicher Wind auftritt, so darf 
daraus doch nicht geschlossen werden, dafs es nicht auch Stürme mit steilen 
Gradienten auf allen Seiten gäbe, und daher auch mit ebenso starken östlichen 
als westlichen Winden. Diese Stürme sind indels nicht annähernd so häufig, 
als die übrigen; sie müssen wie Cyklone behandelt werden, 
2. Die tropischen Stürme. 
In den Tropen kommen Stürme, welche recht eigentlich als Cyklone zu 
bezeichnen sind, im Atlantischen, Stillen und Indischen Ocean vor; sie treten 
indefs selten innerhalb 5—-6° vom Aequator auf und erstrecken sich in nicht 
sehr hohe Breiten. Am häufigsten und heftigsten scheinen sie in Westindien, 
in der Nähe von Mauritius, in der Bai von Bengalen und in dem Chinesischen 
Meere zu sein; in diesen Gebieten zeigen sie sich namentlich während der den 
Sommersolstitien folgenden Monate, oder mit anderen Worten: von Juli bis 
Oktober in der nördlichen und von Dezember bis April in der südlichen Hemi- 
sphäre. Im Arabischen Meer und in der Bai von Bengalen kommen sie am 
häufigsten von April bis Juni, sowie im Oktober, November und Anfangs De- 
zember vor. Des Näheren giebt hierüber folgende Tabelle Aufschlufs. 
S 315 
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SIE l]l= um 31571919158 | 
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3 81 AS1315 3a O2) 3 
5 mI31<]1515151<12 1012101 
Westindien (300 Jahre) . . . . .. . 
Südindischer Ocean (59 Jahre, 1509-—1848) 
Bombay (25 Jahre), .. 0... .. 
Bai von Bengalen (139 Jahre). . . ., 
Chinesisches Meer {85 Jahre) ... . 
42 96]<0,69]17] 7 [355 
—| 11 1{4|8]| 58 
5 213, u] 8] 8121,21 5102 
3 21110 3| 4| 6/3118] 9 | 115 
515111110122 |40|58 [35 116! 6 1214 
Die Cyklone haben aufser einer rotirenden Bewegung um das Centrum 
auch eine fortschreitende, Letztere geht in gerader Linie oder in einer Kurve 
zeitweise mit grofser Geschwindigkeit vor sich, zeitweise steht auch das Sturm- 
feld still oder legt nur einige Meilen in der Stunde zurück. Der Durchmesser 
des Sturmfeldes varlirt von 20 oder 30 bis zu einigen hundert Seemeilen. 
Charakteristisch für die Cyklone ist der Umstand, dafs die Drehung stets 
nach ein und derselben Seite erfolgt: in der nördlichen Halbkugel gegen die 
Zeiger der Uhr, in der südlichen Halbkugel mit den Zeigern der Uhr. Die 
Kenntnifs dieses Gesetzes giebt ein Mittel, einmal die Cyklone von den Stürmen 
zu unterscheiden, in denen der Wind wenig oder gar nicht seine Richtung 
ändert, sowie ferner die Lage des Centrums zum Schiffsort zu finden; es zeigt 
demnach, wie man das Centrum vermeiden und somit dem Ort der gröfsten 
Gefahr ausweichen kann. 
Im Atlantischen und Indischen Ocean nehmen diese Stürme im Osten 
ihren Anfang, ziehen darauf einige Tage lang einen Weg, welcher nicht genau 
W ist, sondern um 1—2 Strich hiervon nach dem Pole der Hemisphäre zu ab- 
weicht, welche sie durchkreuzen, Während ihres Fortschreitens scheinen sie 
mehr und mehr Neigung zu haben, vom Aequator abzubiegen. In noch höherem 
Grade geschicht dies gewöhnlich auf 25° Breite, bis sie sich nach NO auf der 
nördlichen und nach SO auf der südlichen Halbkugel bewegen. Die Cyklone
	        
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