Manövriren in Stürmen.
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in Betracht zu ziehen. Steht dasselbe bei einem sehr steilen Gradienten z. B.
still, wie dies manchmal vorkommt, so wird der Wind äußerst heftig wehen,
obwohl das Barometer zu fallen aufhört, sofern nicht die Depression zunimmt.
Passirt andererseits eine Depression mit flachem Gradienten sehr schnell, so
wird Ce das Barometer sehr schnell fallen, obwohl der Wind nicht sehr stark
sein wird.
Zu beachten ist ferner, wie schon oben. gesagt, Kurs und Fahrt des
Schiffes im Vergleich zum Wege und der Geschwindigkeit des Depressions-
gebietes, Zustand der See und andere Wahrnehmungen.
Zur Erläuterung diene folgendes Beispiel: Ein nach Europa 'heimkehrendes
Segelschiff erhalte in 45° N-Br und 30° W-Lg einen frischen S-Wind. Man
weils alsdann, dafs im Westen ein Gebiet niedrigeren Druckes sich befindet,
welches wahrscheinlich nach Osten fortschreitet. Da das Schiff ebenfalls nach
Osten geht, so kann das Barometer gleich bleiben, oder sogar steigen, wenn
das Schiff schneller läuft als die Depression. Erkennt man in solchem Falle
aus dem Zustand der See und anderer Wetteranzeichen das Herannahen eines
Weststurmes, und wird man wegen der Nähe des Landes oder aus andern Rück-
sichten wahrscheinlich seine Fahrt mindern müssen, so thut man gut, sich für
schlechteres Wetter vorzubereiten. Dreht man bei, so ist der stündliche Baro-
meterfall ein guter, wenn auch nicht sicherer Führer; ein Fallen von 1,02 bis
2,54 um (0,04—0,10 Zoll engl.) p. h. kann gewöhnlich als ernstes Anzeichen
eines herannahenden Südsturmes angesehen werden, welcher bei event, folgendem
gleich starken Steigen des Barometers von einem W- oder N W-Sturm begleitet ist.
Bei südlichen Wind und fallendem Barometer mag es cinemn westwärts
steuernden Schiffe möglich sein, dadurch zu gewinnen, dafs es nach N läuft in
der Absicht, den Wind östlich sich drehen zu lassen; doch gleicht der Typus
eines Sturmes, in welchem dies möglich ist, dem eines Cyklon, und stellt nicht
die gewöhnlichen Stürme dieser Breiten dar, welche aus S beginnen und in W.
oder NW. endigen. Ferner mag ein Schiff im Stande sein, mit dem ersten süd-
lichen Winde, welcher auf der Ostseite des Depressionsgebietes weht, schwächere
Winde durch Laufen nach N zu erlangen; da indefs die Breitenausdehnung: des
Cyklonengebietes unbekannt ist, auch hierbei die Gewinnung besseren Wetters
angewifs ist, so kann das Schiff mehr Schaden als Vortheil erlangen, 7
Es erscheint demnach wahrscheinlich, dafs ein nach S oder W bestimmtes
Schiff einem dieser Stürme beim Antreffen die Spitze halten mufs. Ein schwaches
Fahrzeug, dem es weniger auf cine schuelle, als auf eine sichere Reise ankommt,
sollte alsdann über B. B.-Bug beiliegen, da der Wind im allgemeinen von S
nach SW, W und NW dreht. Dasselbe gilt ‚natürlich auch für jedes Schiff,
welchem der Sturm zu schwer ist. Ein gutes, nach W bestimmtes Seeschiff
indessen kann den St. B.-Bug beibehalten, bis der Wind bei steigendem Baro-
meter nach W dreht, und dann SW-Kurs nehmen. Hierbei käme man allerdings
in die schwere See und könnte leichter backe Segel bei der Windänderung be-
kommen, doch wird angenommen, dafs der Führer auf diese Gefahren vor-
bereitet ist.
Hat der Wind nach NW gedreht, so führt der B. B.-Bug vom Centrum
einer solchen atmosphärischen Störung weg; indefs ist es möglich, dafs man bald
in den südlichen Wind der Ostseite eines neuen herankommenden Depressions-
gebietes hineinsegelt, wie dies im Winter sehr häufig der Fall ist.
e) Die Stürme der südlichen gemäfsigten Zone.
Die vorherrschenden Stürme hoher südlicher Breiten gleichen denen des
Nordens, und gilt für ihre Beschreibung das oben Gesagte, weun man für N
stets S setzt. Die Stürme beginnen aus N oder NO und enden aus W oder SW.
In der südlichen Hemisphäre liegt bei nördlichen Winden ein niedriger Druck
im W; die Art, in welcher gewöhnlich der Wind ändert, beweist, dals auch
hier die Gebiete niedrigen Druckes nach Osten ziehen.
Das Verhalten einem schweren Sturm gegenüber, oder mit einem schwachen
Schiff in einem gewöhnlichen Sturm ist umgekehrt als in Nordbreiten: der
St. B.-Bug ist der günstige zum Seehalten, da der Wind gewöhnlich von N
durch NW nach SW dreht und bei SW-Wind der St. B.-Bug das Schiff aus dem