Manövriren in Stürmen,
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der Luftvertheilung in seiner Umgebung sich zu machen im Stande ist. Es er-
möglicht ihm dies vornehmlich die Fähigkeit, aus den Angaben des Barometers
im Verein mit der beobachteten Richtung und Stärke des Windes auf Grund des
barischen Windgesetzes richtige Schlüsse ziehen zu können. Hierzu den Seemann
in Stand zu setzen, ihm Kenntnifs, von der vollen Bedeutung des Barometers
zu geben, war Zweck verschiedener Publikationen, so des 1871 von dem Board
of trade“ in London veröffentlichten „Barometer Manual“. In der gleichen Ab-
sicht hat auch die Seewarte in dem 1881 herausgegebenen ersten Bande von
„Der Pilote“ eine Abhandlung vorausgeschickt: „Von der Anwendung meteoro-
logischer Begriffe in der Navigirung“, In neuester Zeit ist wiederum Seitens
des Meteorological Council in London eine Schrift, ähnlich dem ‚erwähnten
„Barometer Manual“, zu dem Zweck veröffentlicht, den Seemann in leicht fafs-
licher Weise darüber zu unterrichten, wie er aus den Aenderungen des Baro-
meterstandes mit hinreichender Sicherheit sich von der Gröfse der eintretenden
Luftstörungen und von der Art und Weise, wie diese vor sich gehen werden,
am besten Kenntnifs verschaffen und diese weiter verwerthen kann. Der Titel
dieser Schrift lautet: „A Barometer Manual for the use of seamoen“.')
Sie behandelt auf 39 Seiten in 6 einzelnen Abschnitten unter Beifügung
von erläuternden Figuren und Kartentafeln: Das Barometer und sein Gebrauch;
der Luftdruck; die Aenderungen des Luftdrucks; die Winde, ihre Ursache und
Vertheilung; die Winde und Stürme der. gemäfsigten Zonen; die tropischen
Stürme. Kin Anhang enthält eine Tafel zur Korrektion des Barometerstandes
für Temperatur. In Folgendem seien auszugsweise die beiden letzten Abschnitte
gegeben.
1. Die Stürme der gemäfsigten Zonen.
a) Die eyklonartigen Stürme, .
In den einzelnen Meerestheilen zeigen sich beständige Gebiete hohen und
solche niedrigen Druckes. Durch die Lage der letzteren werden die grofsen
atmosphärischen Strömungen regulirt, welchen die vorherrschenden Winde ihre
Entstehung verdanken. Innerhalb dieser Luftströmungen treten weitere fort-
schreitende Gebiete niedrigen Druckes auf, welche häufig die Ursache von
Stürmen sind.
In der gemäfsigten Zone des Nordatlantischen Oceans nehmen diese
Stürme, welche fast stets nach Osten mit dem vorherrschenden westlichen Luft-
strom {ortschreiten, ihren Anfang gewöhnlich aus S und enden aus W oder NW.
Ostwind weht wenig oder gar nicht, wahrscheinlich weil diese Gebiete niedrigen
Druckes steile Gradienten nur an der Ost-, Südost-, Süd- und Südwest-Soite
haben, während wenig oder gar kein Unterschied im ‚Druck zwischen dem
Centrum und der mehr permanenten Depression im Norden sich zeigt,
Die gewöhnlichen Stürme hoher südlicher Breiten sind an Charakter
ähnlich denen der nördlichen Hemisphäre. Auch sie begleiten Gebiete niedrigen
Druckes, welche nach Osten ziehen, Sie beginnen aus N und enden aus W
oder SW bei wenig oder keinem östlichen Wind; wahrscheinlich, weil der Druck
im Süden viel niedriger ist, als im Norden ihrer Zugstrafse.
Die Windrichtung allein ist nicht ausreichend, um die kommende Witterung
beurtheilen zu können; dazu wäre eine Kenntnifs von der Form des Depressions-
gebietes, seiner Gradienten auf den verschiedenen Seiten, des Maßfes, in dem
es an Intensität zu- oder abnimmt, der Richtung und Geschwindigkeit seiner Be-
wegung erforderlich. Von diesen Daten kann man sich indefs an Bord eines
Schiffes keine sichere Kenntnifs verschaffen, und so muls der Seemann die An-
zeichen des Windes und Barometers möglichst gut zu verwerthen suchen.
Stete Beachtung verdient ein plötzlicher Wechsel des Luftdruckes, mag
dieser zu- oder abnehmen. Sehr häufig treten in Verbindung mit starkem Fallen
des Barometers heftige Stürme auf; doch kann auch ein heftiges plötzliches
Steigen, welches nicht selten solchen Depressionen folgt oder in ihrer Nähe
auftritt. von sehr heftigen Winden begleitet sein,
1) London, in Kommission bei J. D. Potter (831 Poultry) und Edward Stanford (Charing Cross).
Preis 1 sh. 3 p.