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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Al 
Horizontale Intensität des Erdmagnetismus zu - Wilhelmshaven. 
Wie man sieht, ist die Differenz bei den Beobachtungen vor April 1884 
erheblich von den nachfolgenden verschieden. Kinerseits mag dieser Unter- 
schied in einer geringen Unsicherheit der Beobachtungen mit dem Theodoliten 
begründet sein, da die benutzten Werthe nur von je einer Beobachtung her- 
rühren, anderntheils scheint es, wie bereits bemerkt, als ob das Bifilar in dieser 
Zeit zu grofse Werthe gegeben hat. Worin dies seinen Grund haben kann, 
ist nicht zu konstatiren; denkbar ist, dafs das damals angewendete Verfahren, 
das Magnetometer auf eine bestimmte Entfernung vom Bifilar einzustellen, einen 
kleinen konstanten Fehler in a eingeführt hat; von den Mai-Beobachtungen ab 
ist ein anderes Einstellungsverfahren eingeschlagen worden, welches zwar erst 
bei den Oktober- und November-Beobachtungen 1884 die nöthige Volikommen- 
heit erlangte, doch können die Mai-Beobachtungen als zuverlässig gelten, da 
jeder einzelne in der vierten Spalte gegebene Werth das Mittel aus mehreren 
(gewöhnlich drei) gut stimmenden Beobachtungen ist. 
Nach dem Gesagten erscheint es gerechtfertigt, für die Ableitung der 
Korrektion aus den Biflar-Beobachtungen nur die Beobachtungen von 1884 
Mai 5 an zu benutzen. Man erhält auf diese Weise unter Zuziehung der Ver- 
gleichung mit den Beobachtungen mit der grofsen Schiene and dem Bamberg- 
schen Theodoliten, das Resultat, dafs die mit dem Lamont’schen Theodoliten 
erhaltenen Werthe sämmtlich um 
0,0097 Gaufs’sche Einheiten 
zu verringern sind. Die Werthe der Konstanten sind demnach folgendermafsen 
anzunehmen: 
log Cs — 0,66963 
log Ca = 0,66028. 
Es sei zum Schlufs noch eine Muthmafsung über die Ursache der Fehler- 
haftigkeit der Konstanten des Lamontschen Theodoliten erwähnt. 
Da an der Zuverlässigkeit der Münchener Vergleichsbeobachtungen, wie 
auch an der Richtigkeit der Münchener Intensitäten nicht gezweifelt werden 
kann, so mufs seit der letzten Beobachtung von Dezember 1873 mit dem 
Theodoliten eine Veränderung vor sich gegangen sein. Ein starkes Rosten' der 
Magnete würde beispielsweise jene Veränderung erklären, Wird der Rost 
entfernt, so wird das Gewicht, somit auch das Trägheitsmoment und folglich 
die Konstante verringert; rechnet man mit der alten Konstanten, so wird man 
zu hohe Werthe für X erhalten, Ein Rosten der Magnete war 1879 eingetreten, 
doch konnte ein erheblicher und dem Sinne entsprechender Unterschied zwischen 
den Beobachtungen vor und nach Entfernen des Rostes nicht konstatirt werden. 
Praktische Regeln für das Manövriren in Stürmen. 
Um möglichst sichere und schnelle Seereisen zurückzulegen, hat man in 
früheren Jahren aus den Schnittpunkten der Breitenparallele und Meridiane und 
aus der Reisedauer auf den einzelnen Wegstrecken zwischen den Schnittpunkten 
die für die einzelnen Reisen und Jahroszeiten im Mittel günstigsten Routen auf- 
gestellt, welche den ausgehenden Schiffen als hauptsächlichster Anhalt für den 
einzuschlagenden Weg mitgegeben wurden. Die Vortheile, welche man hier- 
durch seiner Zeit errang, waren sicherlich nicht zu unterschätzende; andererseits 
wird aber auch nicht selten derartigen Segelanweisungen bei dem heutigen 
Stande des Wissens ein zu hoher Werth beigelegt. Nur .in den seltensten 
Fällen wird es möglich sein, den vollen Nutzen aus denselben zu ziehen wegen 
der im allgemeinen grofsen Unbeständigkeit der meteorologischen Verhältnisse, 
Letztere kann Anlafs sein, dafs unter augenblicklich obwaltenden Umständen 
ein striktes Einhalten der Mittelroute besonders ungünstig für eine rasche Reise 
ist, während vielleicht in nicht allzu grofser Entfernung die Verhältnisse die 
Fahrt begünstigen würden. Dies rechtzeitig erkennen und demnach seine Route 
ändern zu können, ist dem Seemann möglich, sobald er eine Vorstellung von
	        
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