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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

144 Horizontale Intensität des Erdmagnetismus zu Wilhelmshaven, 
methode kein Gewicht beigelegt, Die den Bifilarkörper tragenden Fäden rissen 
am 12. Dezember 1883 infolge eines schweren Sturmes, der die Aufhängungs- 
balken stark erschütterte, Nachdem dann die weiter unten erwähnten Beobach- 
tungen mit dem Lamont’schen Theodoliten und grofser Schiene zum Abschlufs 
gebracht waren, wurde das Bifilar im März 1884 neu justirt und die Direktions- 
kraft bestimmt sowohl durch Abmessungen als durch Schwingungsdauern, Bei 
letzterem Verfahren wurden zwei unabhängige Beobachtungsreihen angestellt. 
Nachdem dann mehrere Beobachtungen im März und Mai, sowie Vergleiche mit 
dem Lamont’schen Theodoliten durchgeführt waren, wurde das Instrument erst 
im Oktober wieder benutzt, bei welchen Beobachtungen von Herrn Professor 
Dr. Börgen ein besonders sorgfältiges Einstellungsverfahren für das Magneto- 
meter eingeführt wurde, welches die Zuverlässigkeit der Ergebnisse nicht un- 
wesentlich erhöhte. 
Ohne hier auf Details einzugehen, welche einer besonderen Arbeit vor- 
behalten bleiben, möge nur erwähnt werden, dafs der Hauptvortheil des Kohl- 
rausch’schen Verfahrens darin besteht, dafs die Bestimmung der Intensität mit 
dem Bifilar gegenüber der Gaufs’schen Methode dadurch an Sicherheit aufßer- 
ordentlich gewinnt, dafs beide zu messenden Gröfsen MX und ss gleichzeitig 
beobachtet werden und daher eine ganz präcise Zeitangabe für die Reduktion 
auf gleiche Intensität vorhanden ist, während bei dem Gaufs’schen Verfahren 
zwischen beiden Messungen eine längere Zeit verfliefßst und überdies für die 
Schwingungsdauern iumer eine gewisse Unsicherheit übrig bleibt, für welches 
Zeitmoment man die Variationen entnehmen soll. 
Da die Beobachtung der Ausschläge der Magnete, wie erwähnt, mit 
Spiegel und Skala geschieht, so mufs die Entfernung beider bekannt sein; sie 
war in Wilhelmshaven 8o grof, dafs ein Skalentheil von 1 mm den Bogenwerth 
von ca 0,6‘ besafßs. 
Die folgende Zusammenstellung giebt die Werthe der einzelnen für die 
Rechnung nach der oben citirten Formel in Frage kommenden Gröfsen. Die 
Entfernung von Spiegel und Skala ist mit A bezeichnet, sonst ist die Bezeich- 
2 
nung die oben angeführte, zur Abkürzung ist jedoch (1405245) =K 
gesetzt worden. Zu erwähnen dürfte noch sein, dafs der Polabstand d mehr- 
fach durch Beobachtungen aus zwei Entfernungen bestimmt wurde, 
log Do 
9,34289 
9,34319 
9,34427 
9,392717 
Konstanten des Kohlrausch’schen Bifilars, 
Tabelle I. 
Gültig 
log K 
Gültig 
von - 
1883 Oktober 27 
bis 1883 Dezember 
1884 März bis 
1884 Oktober 1 
1884 Oktober 3—4 
0,00650 
a = 800 ı 
für 
0,00719 
a = 760 | bis 1884 Oktober 4 
a= 1000 
0,00414 
von 
1884 November 1 
ab 
0,00660 
8a = 760 
von 1884 Oktober 5 
ab 
a = 1000 
für 
0,00380 
Da die Direktionskraft D mit der Temperatur veränderlich ist, so ist 
ain Temperaturkoegfficient hergeleitet worden, der nur von der Ausdehnung 
der Messingtheile des Instruments und der Fäden abhängt, während eine 
Aenderung des Magnetismus des Bifllarmagneten mit der Temperatur wegen 
der Gleichzeitigkeit der Bestimmung von MX und z keinen Einflufs hat.
	        
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