Horizontale Intensität des Erdmagnetismus zu Wilhelmshaven,
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einander liegen, mit einander zu vergleichen, sobald sie auf denselben Normal-
punkt und auf eine Normaltemperatur reducirt sind. Als letztere ist stets
+ 15° C. angenommen; der Normalpunkt. bis 1. Februar 1884 entspricht einer
Ordinate von 108mm der Kurve, von Februar 1 ab einer Ablesung von 60mm.
Einem Millimeter der Ordinate entspricht genau eine Variation von 0,0005
Gaufs’schen Einheiten. Die Reihe der Werthe für X, ermöglicht ein Urtheil
über die Genauigkeit der einzelnen Messungen. Ohne an dieser Stelle auf eine
Diskussion der in Betracht kommenden Verhältnisse einzugehen, sei nur erwähnt,
dafs die Genauigkeit von 0,0010 Einheiten nicht immer erreicht ist.
]II. Beobachtungen mit Kohlrausch’s Bifilar.
Was die Beobachtungen mit Kohlrausch’s Bifilar betrifft, so muls wegen
einer genauen Darlegung der Methode sowie Beschreibung des Instruments auf
die Abhandlung des Erfinders in Wiedemann’s Annalen 1882, Bd. VII, pag. 737
verwiesen werden. Die in Wilhelmshaven befolgte Methode, sowie einige da-
selbst getroffenen Einrichtungen bei den Messungen werden Gegenstand einer
besonderen Publikation werden, Hier sei kurz Folgendes angegeben.
Ein bifilar Ost— West aufgehängter Magnet unterliegt dem Einflufs der
horizontalen Intensität, die ihn in den magnetischen Meridian zurückzudrehen
bestrebt ist, während die Direktionskraft der bifilaren Aufhängung ihn in der
Ost —West-Lage festhält. Der Winkel, um. welchen der Magnet von der
Ost —West-Lage abweicht, wird mittelst Spiegel und Skala gemessen. CHeich-
zeitig lenkt der Maguet ein in bestimmter Entfernung östlich oder westlich auf-
gestelltes Magnetometer ab, um einen Winkel, dessen Gröfse ebenfalls durch
optische Hülfsmittel bestimmt wird. Letztere Messung giebt den Quotienten SE
aus dem magnetischen Moment und der Horizontalintensität, erstere das Pro-
dukt MX, wenn die Direktionskraft der bifilaren Aufhängung bekannt ist. Wir
bezeichnen letztere mit D, die Entfernung der Magnetometernadel vom Bifillar
mit a und das magnetische Moment derselben mit k; d und Z seien ferner die
Poldistanzen resp. für den Bifilarmagneten und die Magnetometernadel, © das
Torsionsverhältnifs der letzteren, endlich mögen & resp. # die Ablenkungswinkel
des biflar suspendirten Magneten resp. des Magnetometers bedeuten, so ist die
zur Intensitätsberechnung zu verwendende Formel (nach Kohlrausch):
5 . * a & 1
X? — = De (14 tg a tg @) (14% Sa 5)?
Bei jeder Bestimmung sind natürlich die Winkel &x und @ möglichst
genau zu messen, alle übrigen Gröfsen können, falls die Entfernung a, die man
natürlich konstant wählen kann, mit Sicherheit hergestellt ist, für dasselbe
Instrument als konstant angesehen werden. Von letzteren wieder kommt haupt-
gächlich die Direktionskraft D in Frage, die übrigen sind von untergeordneter
Bedeutung. Die Gröfse D wird nach Kohlrausch’s Vorschlage direkt aus den
Fadenlängen, Distanzen und Gewichten berechnet; sie kann aber auch durch
Beobachtung von Schwingungsdauern ermittelt werden, wenn die Bestimmung
des Trägheitsmoments des Bifilarkörpers durchführbar ist, welche durch Auf-
Jegen eines Ringes und Beobachtung der Schwingungsdauer mit Belastung zu
geschehen hat. Die Schwingungsdauern wurden in Wilhelmshaven mittelst des
Chronographen registrirt, konnten daher ‚mit grofser Zuverlässigkeit bestimmt
werden. , . a . ,
Das Instrument gelangte Ende Oktober 1883 zur Aufstellung, die ersten
Beobachtungen geschahen im Oktober und November; die Direktionskraft wurde
zunächst durch die in Würzburg bestimmten Abmessungen ermittelt. Ein erster
Versuch, dieselbe durch Schwingungsdauern zu bestimmen, fiel zwar nicht un-
günstig aus, doch wurde dem Resultat wegen der noch primitiven Beobachtungs-
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