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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

142 Horizontale Intensität des Erdmagnetismus zu Wilhelmshaven, 
Instrument gegeben werden. Es wurde daher im November 1883 eine zu dem 
Lamont’schen Theodoliten gehörende, mit Theilung versehene grofse Ablenkungs- 
schiene in Gebrauch genommen, die Konstanten der zu derselben gehörigen 
Magnetnadel No. 1 direkt bestimmt und mehrfache Beobachtungen damit an- 
gestellt. Wie noch näher zu erörtern ist, lieferten diese Beobachtungen trotz 
der auf sie verwandten Mühe und Sorgfalt keine Entscheidung. Erst als im 
Oktober 1884 der auf der deutschen Polarstation am Cumberland-Sund benutzte 
magnetische Theodolit „Bamberg 1849“ nach Wilhelmshaven gelangte, lieferten 
Vergleichsbeobachtungen mit diesem Instrument eine definitive Entscheidung, 
und zwar zu Gunsten des Kohlrausch’schen Biflars. 
Der Zweck des Nachfolgenden ist, nach einer kurzen Beschreibung des 
bei den einzelnen Instrumenten angewandten Verfahrens zur Bestimmung der 
Konstanten und der Intensität eine Uebersicht über die gesammten Beobach- 
tungen zu geben und schlielslich eine Korrektion für die Intensitätsbestimmungen 
mit dem Lamont’schen Theodoliten herzuleiten. 
Der gröfste Theil der in Frage kommenden Beobachtungen wurde gaus- 
geführt von Herrn Prof. Dr. Börgen, sowie vom Verfasser, der sich seit 
Februar 1882 im Dienst der deutschen Polarkommission am Observatorium zu 
Wilhelmshaven mit magnetischen Beobachtungen beschäftigte; als Vergleichs- 
beobachtungen wurde eine gröfsere Zahl der regelmäfsig jeden Monat von dem 
derzeitigen Assistenten Herrn Dr. Andries mit dem Lamont’schen Theodoliten 
angestellten Bestimmungen benutzt; seit Oktober 1884 betheiligte sich an 
letzteren noch Herr Kand, E. Stück aus Berlin, gleichfalls im Dienste der 
deutschen Polarkommission. 
Beobachtungen mit Lamont’s Theodolit (kleine Schiene). 
Der Lamont’sche Theodolit, das gewöhnlich benutzte Instrument, wird 
bei den Intensitätsbestimmungen mit einer kurzen Ablenkungsschiene versehen, 
auf welcher geeignete Vorrichtungen zur Befestigung der Ablenkungsmagnete 
vorhanden sind. Da die Schiene keine Theilung besitzt, so mufste für die un- 
veränderliche Entfernung jedes Ablenkungsmagneten die Konstante desselben 
durch Vergleich mit einem anderen Instrumente ermittelt werden. Die gute 
Uebereinstimmung von vier derartigen Vergleichen bei den Beobachtungen im 
Dezember 1873 waren Veranlassung, an die älteren Bestimmungen eine Kor- 
rektion von -+ 0,00006 (am Logarithmus) anzubringen, wodurch dieselben 
folgende Werthe erhielten: 
Magn. 3: log Cs = 0,67200 
Magna. 4: log Ca = 0,66265 
L. 
(Es werden hier nur die Konstanten für Magnet 3 und 4 berücksichtigt, 
da in den letzten Jahren nur mit diesen Magneten beobachtet wurde.) 
Zu den definitiven Berechnungen der Intensitäten wurden die gleichfalls 
in München ermittelten Formeln benutzt: 
log X = log Cs — log T — !a log sin  — 0,95 t‘ + 6,1 (t—t') 
log X = log Cs — log T — ! log sin # — 0,95 t‘ — 5,1 (t—t) 
Die Koefficienten von t‘ und (t—t) geben Einheiten der fünften Decimalstelle, 
t‘ bedeutet die Temperatur bei den Ablenkungen, t die bei den Schwingungen, 
Die Intensitätsbestimmungen wurden immer mit beiden Magneten an- 
gestellt; die in der ersten Spalte der nachfolgenden Tabelle II unter X gegebenen 
Werthe sind das Mittel aus den beiden unmittelbar beobachteten, während die 
zweite Spalte die auf ein und denselben Normalpunkt des Variationsinstrumentes 
reducirten Werthe enthält. . 
Als Variationsinstrument diente bei den in der Uebersicht angegebenen 
Bestimmungen das selbstregistrirend aufgestellte Bifilar. Der Normalpunkt des 
letzteren wurde 1884 Februar 1 verschoben, die Verschiebung ermittelt und 
bei den Reduktionen berücksichtigt. 
Ein flüchtiger Blick auf die Werthe in der zweiten Spalte lehrt, dafs der 
Normalpunkt sich fortdauernd ändert; auf diesen Umstand, der auf einer Eigen- 
thümlichkeit des Bifilars beruht, näher einzugehen, ist hier nicht der Ort, es 
wird indefßs angängig sein, absolute Messungen, die nur wenige Tage aus
	        
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