Neue Längenbestimmung für die australischen Sternwarten.
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Um zu dem Endresultat zu gelangen, vereinigt Herr Auwers nun die
aus den Scott’schen und Russel’schen Beobachtungen gewonnenen Werthe
10% 4” 45,81° und
10% 4” 50,66°
zu dem Mittel 10* 4” 48,24° und giebt dieser Gröfse und der durch die von
Melbourne übertragenen Länge von 10% 4” 50,11° gleichen Werth, so dafs das
wahrscheinlichste Resultat nach den Mondkulminationen das Mittel aus beiden
gleich 10% 4” 49,17° wird. Durch Verbindung dieses Werthes und des aus
den Sternbedeckungen errechneten von 10% 4” 49,82%, welchem letzteren
doppeltes Gewicht beigelegt wird, geht für Sydney die Länge von 10* 4” 49,60*
hervor.
Unter Anwendung der Längendifferenzen für Sydney - Windsor von
1” 28,83°, für Sydney-Melbourne von 24“ 55,43° und von Sydney-Adelaide von
25“ 33,75° ergeben sich die Längen der Sternwarten:
Windsor 10% 3” 20,77°,
Melbourne 9% 39“ 54,17°,
Adelaide 9 14” 20,42°.
Nachträglich stellte sich heraus, dafs eine von Herrn Auwers bei der
Berechnung auf die Rektascensionen angebrachte Verbesserung von 0,03* eine
irrthümliche war; eine Beseitigung derselben würde die australischen Längen
um 0,15° vergröfsern, so dafs sich schliefslich ergeben:
die Länge von Sydney 10% 4” 49,75%!)
# » „ Windsor 10% 3“ 20,92°,
» » „ Melbourne 9» 39“. 54,32°,?)
» ” „ Adelaide 9% 14” 20,57%
| Absolute Bestimmungen
der horizontalen Intensität des Erdmagnetismus zu Wilhelmshaven.
Von Dr. M, Eschenhagen in Wühelmshaven.
Die absoluten Intensitätsbestimmungen wurden auf dem Kaiserlichen
Marine-Observatorium zu Wilhelmshaven seit dem Jahre 1875 mit einem Lamont-
schen Theodoliten angestellt. Dieses Instrument, dessen Konstanten bereits 1858
durch Lamont ermittelt waren, und welches noch näher beschrieben werden soll,
wurde. 1858 und 1859 von Dr. Roscher auf seiner Afrikareise zu Intensitäts-
messungen verwendet, gelangte nach dem Tode dieses Forschers nach Zanzibar,
von dort auf dem Umwege über Melbourne nach Hamburg, wurde endlich vom
Hydrographischen Amt der Admiralität erworben und im Jahre 1875 dem neu
gegründeten Marine-Observatorium in Wilhelmshaven überwiesen. Vorher jedoch,
im Dezember 1873, wurde der Theodolit in München reparirt und vervollständigt,
auch die Konstanten‘ der vier Ablenkungsmagnete durch Vergleich mit den
Münchener Instrumenten neu bestimmt. Es ergaben sich fast genau dieselben
Werthe wie im Jahre 1858, so dafs keine Zweifel mehr obwalten konnten, die-
selben auch den Wilhelmshavener Beobachtungen zu Grunde zu legen. Der
Theodolit ist seit 1875 zu absoluten Messungen benutzt worden, jedoch erst
seit 1879 unter Kontrole durch Variationsinstrumente. Im Oktober 1883
wurde die Intensität mit einem neuen Instrument und nach einem unabhängigen
Verfahren bestimmt, nämlich nach der Kohlrausch’schen biflarmagnetischen
Methode. Das Resultat war, dafs zwischen den mittelst des letzteren Instruments
bestimmten Werthen der Intensität und denen des Lamont’schen Theodoliten
eine bedeutende Differenz konstatirt wurde, und zwar waren die Werthe mit
Kohlrausch’s Biflar um ca 0,0100 Gaufs’sche Einheiten kleiner.
Da gegen das den beiden Methoden zu Grunde liegende Princip kein
Einwand zu erheben war, so konnte die Entscheidung nur durch ein drittes
5) Im Nautischen Jahrbuch von 1885 angegeben zu 10h 4m 49,98,
m m $} gb 39m 54,3,
Ann. d. Hydr, ete., 18385, Heft 11.