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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Reiseberichte der deutschen Bark „Triton“, 
beobachtet, dafs an der gegenüber liegenden Seite der Bai in den Nachmittags- 
stunden südöstliche Winde herrschten. Die Grenze zwischen den beiden Wind- 
richtungen verschob sich bald etwas östlicher, bald etwas westlicher, und 
Schiffe, die nicht dicht an der Westseite lagen, hatten häufig Windänderungen 
zu erleiden und deshalb Mühe, klar Anker zu halten. Es ist aus diesem 
Grunde wünschenswerth, so weit nach Westen als irgend möglich zu ankern. 
Wenn man nur beim KEinsegeln fleifsig: lothet, kann man zu weit westlich nicht 
gerathen, nur mufs man bei der Wahl des Ankerplatzes dem Umstande Rechnung 
tragen, dafs der SE-Wind meistens steif weht. Löschen, Ballasten u. 8. w. 
kostet zwar viel Geld, geht aber sehr schnell. Alle Schiffsbedürfnisse sind 
theuer, Kartoffeln aber fast unbezahlbar. Der verhältnismäßig billige Wein 
ist sehr gut. ; 
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2. Cheribon (Java) und von dort nach Soerabaya. . 
Von der Kapstadt kommend, ankerte „Triton“ am 22. November 1883 
am Nachmittage auf der Aufsenrhede von Batavia, um weitere Segelorder ab- 
zuwarten. In der folgenden Nacht wehte leichte südliche Landbriese mit etwas 
Regen. Am 23. war den Tag über der Wind leicht östlich mit Regen, worauf 
in der Nacht wieder Landwind wehte. Um 10 Uhr Vormittags, den 24., hörte 
derselbe auf, nachdem er bis dahin mit anhaltendem Regen geherrscht hatte. 
Bald darauf kam östliche Briese durch und das Wetter wurde. schön. Wir er- 
hielten Order für Cheribon, . 
Am Morgen des 25. November gingen wir bei südwestlicher Landbriese 
unter Segel und kamen bis Alkmar, wo wir Windstille und ziemlich stark nach 
Westen setzenden Strom. fanden... Im Begriff, zu ankern, kam leichte Seebriese 
aus NE durch. Wir begannen zu kreuzen; da wir aber nach einigen Gängen 
fanden, dafs wir nichts gewannen, suchten wir unter beständigem Lothen einen 
bequemen Ankerplatz unter der Küste von Java und ankerten kurz nach 3" p. m. 
Edam WNW peilend. Mit Tagesanbruch am 26. November und bei südlicher 
Landbriese, die eben aufkam, — in der Nacht war es windstill — gingen wir 
wieder unter Segel, Die Landbriese holte später, ohne durch Windstille unter- 
brochen zu werden, durch SE und E und ging in die Seebriese über. Wir 
steuerten bis 1l1*p. m. mit St-B.-Halsen bei dem Winde und wendeten dann 
dem Lande zu. Gleich nach Mittag wurde es sehr böig. . Auf ein schweres 
Gewitter folgte steifer Ostwind mit anhaltendem Regen. Es lief eine knappe 
und hohe östliche See. Wir steuerten unter kleinen Segeln mit B-B.-Halsen 
auf das Land los. Um 6*p.m. standen wir auf einer Wassertiefe von 27m 
(15 Fad). Es trat jetzt Windstille ein und das Schiff trieb mit der Strömung 
hinter schleppendem Wurfanker zurück nach Westen, bis gegen 9* p. m. die 
Landbriese durchkam, welche allmählich so stark auffrischte, dafs wir Fahrt 
über den Grund nach Osten machen konnten. Am Morgen des 27. November 
befanden wir uus NO von Ledarie Point auf einer Wassertiefe von 28,8 m 
(16 Fad.). Der Strom hatte während der ganzen vorhergegangenen Nacht nach 
Westen gesetzt. Der östliche Seegang war ganz verschwunden und die Ober- 
fläche des Meeres ruhig, Die leichte Landbriese drehte allmählich westlich und 
sank zur Windstille herab. Um 12 Mittags kam leichte Seebriese aus NW 
durch. Am Abend holte der Wind ohne Unterbrechung, aber etwas abflauend 
durch W nach SW und. SSW. . Am Vormittage des 28. November ankerten 
wir wegen Windstille nördlich von Tanna oder Cheribon Rıf auf einer Tiefe 
von 12,6 m (7 Fad.), Der Strom setzte hier stark nach SE bis SSE£. Die 
später einsetzende Seebriese brachte uns nur noch einige Seemeilen weiter, 
Am Nachmittage des 29. November erreichten wir noch gerade mit der ab- 
sterbenden Seebriese die Rhede von Cheribon. 
Das Riff bei Kap Tanna scheint sich etwas weiter hinaus zu erstrecken, 
als auf der in 1883 verbesserten holländischen Karte angegeben ist. Wir haben 
uns um dasselbe herum gelothet und dabei gefunden, dafs die 5,4 m- (3 Fad.) 
Linie sich wohl 3 Sm östlicher hinzieht, als es nach der angeführten Karte den 
Anschein hat. 
‚Auf der Rhede von Chertbon nahmen wir bis‘zum 7. Dezember Ladung 
an Bord, worauf wir vom 8, bis 10. damit beschäftigt waren, die 440 Tonnen 
Ballast über Bord zu werfen, zu welchem Zweck wir uns bis auf eine Wasser-
	        
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