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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Reiseberichte der deutschen Bark „Triton“, 
denselben zugehalten. Die Wassertiefe nahm bei Annäherung an die Küste 
allmählich ab; ca ’!/a Sm querab von der Barre wurde auf 13m Wasser geankert. 
Vor der Mündung des Flusses brandete es stark; unmittelbar südlich davon 
wurde — entgegen den Angaben des „Afrika Pilot“ --— die beste Landungs- 
stelle gefunden, die allerdings nur von Brandungsbooten passirt werden konnte. 
Die Mündung bildete einen 20—25m breiten Durchbruch durch den sandigen 
Strand, mehrere Meter tief und mit so starkem Strom, dafs das Wasser bis zur 
See fast gar keine brackige Beimischung hatte. Unmittelbar hinter dem Strande 
erweiterte sich das Flußbett zu einer Lagune von augenscheinlich sehr vor- 
änderlichem Umfange. Der Sand ringsum war so vom Flufswasser durchtränkt, 
dafs er beim Betreten auf weite Strecken hin sich bewegte wie die dünne Decke 
eines Moors. Etwa eine halbe Stunde landeinwärts lief der Flufls schon in 
einem felsigen Bett. Die Vegetation in dieser Einöde war spärlich, doch fand 
sich im Schutze einiger Sanddünen Schilf und sogar ein verkrüppelter Akazien- 
Baum vor. An Thieren wurden Antilopen — davon 5 sehr grofse langgehörnte 
Gemsbockantilopen —, viele Wasservögel und ein grofses Krokodil gesehen. 
Die Beobachtungen S. M. Kr. „Möwe“ in der Walfisch-Bai stimmen mit 
den in den Annalen 1884, Seite 651, gemachten Angaben überein. 
Aus den Reiseberichten des Kapt. G. Reinicke, Führer der 
deutschen Bark „Triton“. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
I. Kapstadt. 
Bei der Annäherung an die afrikanische Küste am 30, September 1883 
holte der Wind von SW auf SE und wurde flau. Wir liefen, beim Winde 
steuernd, ca 2 Sm nördlich von Green Point und ebenso weit südlich von 
Whalerock in die Tafelbai ein. Während unter dem hohen Lande draufsen der 
Wind nur flau oder ganz still war, so dafs ich veranlalst wurde, wieder etwas 
quer vom Lande abzuhalten, fanden wir in der Bai einen steifen SE-Wind. 
In dem ruhigen Wasser kreuzten wir aber ohne Schwierigkeit mit kleinen Segeln 
nach einem guten Ankerplatz an der Westseite der Bai, welcher durch den 
Wellenbrecher gegen die NW-See geschützt ist. Mit uns zugleich kamen noch 
fünf andere Schiffe binnen, die alle lange vor uns von Cardiff abgegangen 
waren. Um 5% p. m. liefsen wir den Anker fallen, Von 6* bis 10* p. m. wehte 
es hart aus SE, und wir hatten Gelegenheit, das berühmte Tischtuch des Tafel- 
berges -— eine Wolkenmasse, die sich bekanntlich bei stürmischen SE- Winden 
über den Tafelberg ausbreitet — ganz in der Nähe zu besehen. Da es stetig 
wehte und nicht in Stöfsen, so lagen wir bequem. Viele Schiffe lagen hinter 
beiden Ankern, Während unseres Aufenthalts in Kapstadt war das Wetter bis 
zum 7. Oktober schön bei leichten westlichen und frischen südöstlichen Winden. 
Aus letzterer Richtung war der Wind entschieden in den Nachmittagsstunden 
vorherrschend. Die Nächte waren fast still und wundervoll angenehm. Am 
Tage war es warm, aber nicht so, dafs es lästig wurde, nur erhob sich häufig 
ein arger Staub. Vom 7. bis 12. Oktober herrschte Regenwetter mit Winden 
zwischen N und WNW, welche zuweilen stark auftraten. Die Schiffe auf der 
Rhede lagen hinter beiden Ankern, aber vom Wellenbrecher geschützt in einer 
sicheren Lage. KEine Bark, welche zu weit nach draufsen lag, benutzte ein 
Abflauen des Windes, um sich weiter hinter den Wellenbrecher schleppen zu 
lassen. „Triton“ lag im sogenannten Outer Basin und wurde öfters durch die 
hohe Dünung in unangenehmer Weise gegen das Bollwerk gestofsen. Am 
Abend des 12, Oktober klarte das Wetter bei flauem Westwinde ab, Mit 445 
sogenannten Kolonial-Tons Ballast im Raum legten wir das Schiff auf die Rhede. 
Am 13. und 14. Oktober war das Wetter gut, Zu Zeiten, wenn in den Docks 
an der Westseite der Bai mäfsige W- oder NW -Briese wehte, habe ich
	        
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