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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Plätze au der Westküste von Afrika, 
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erleuchteten Stadt zu, bis die vor Anker liegenden Schiffe gesehen werden oder 
die Wassertiefen unter 25m abnehmen, Das Marinedepot befindet sich auf der 
Insel Loanda, jedoch ist es bequemer, in der Nähe des Forts Penedo zu ankern, 
weil die Fahrrinne für Boote allein auf dieser Seite der Bucht (zwischen den 
beiden rothen Feuern und dem Strande) nach der Stadt führt, Die englische 
Marine unterhält hier ein Depot von Proviant und Material, welches im Zoll- 
hause untergebracht ist, und für welches die englische Firma Newton als 
Agent fungirt. In Loanda befindet sich ein schönes neu erbautes Hospital und 
ein meteorologisches Observatorium, auf dessen Thurm täglich um 0* mittlere 
Ortszeit ein Zeitball fällt, Die geographische Position des Observatoriums ist 
8° 48‘ 10“ S-Br und 13° 7‘ O-Lg. Diese Angabe stimmt nicht ganz genau mit 
derjenigen, wie sie S. M.S. „Leipzig“ nach Mittheilung .des Direktors vom Ob- 
3ervatorium berichtet hat, überein; nach der letzteren ist die Lage 8° 48‘ 45“ S-Br 
und 13° 7‘ 27” O-Lg (s. „Nachr. f. Seef.“ 1884, 1820); auf jeden Fall ist die 
in den englischen Karten verzeichnete Länge hiernach um ca 5'%‘ zu östlich. 
| Benguela’) markirt sich aus der Entfernung am besten durch die lange 
weifs getünchte Front des umfangreichen niedrigen Forts unmittelbar am Strande. 
Das Feuer von St. Phillips Bonnet brennt auf der NO-Spitze dieses Vorgebirges 
am Fuße des Berges (vgl. „Nachr. f. Seef.“, 1883, No. 1411). Die auf der 
Karte verzeichnete Rhedetonne liegt nicht aus. Der Ort bietet wenig Bemerkens- 
werthes. Die Garnison besteht aus einem halben portugiesischen Bataillon 
schwarzer Soldaten. Der Tauschhandel mit den Eingeborenen hat sich zum 
grofsen Theil nach dem ca 12 Sm entfernten Catumbela, am gleichnamigen 
Flusse gelegen, gezogen; der Ort liegt ca 1'% Stunden Wegs stromaufwärts. 
Der Strom ist nicht schiffbar, und die für Catumbela bestimmten Güter werden 
nach der Verzollung in Benguela in Booten nach der Flufsmünduag verschifft 
und von dort mit Ochsenkarren nach Catumbela weiter befördert. Zwischen 
Benguela und Catumbela besteht Telegraphenverbindung, eine Strafse ist im 
Bau begriffen. 
Mossamedes,’) an der kleinen Fischbai gelegen und der  südlichste 
portugiesische Hafenplatz, bietet wegen: seines gesunden Klimas und seiner 
reichlichen Versorgung ‚mit wohlfeilem Schlachtvieh (etwa 45 Pfg. pro kg) und 
Gemüse für einen längeren Aufenthalt manchen Vortheil. Für die Kolonie 
Gabun werden von hier alle 3 Monate 100. Stück Schlachtvieh geliefert. Die 
Garnison besteht aus der anderen Hälfte des in Benguela liegenden Bataillons. 
Die Einsegelung in den Hafen von Norden ergiebt sich von selbst,, von Süden 
muß man, um die Amelia-Bank zu vermeiden, nach Passiren der Spitze 
Anunciation auf die dunkele hohe Spitze Giraul (Ponta do Giraul) so lange 
zusteuern, bis das Fort auf der Spitze Negra (der Farbe nach weils) frei von 
der Spitze Noronha gesehen wird, worauf man auf die Spitze Negra zuhalten 
kann. Das Leuchtfeuer auf Noronha brennt noch nicht (vgl. „Nachr. f. Seef.“, 
1883, No. 1412). Trinkwasser ist nur durch Graben in der trockenen Flufs- 
mündung des Bero-Flusses zu erlangen. 
Die grofse Fischbai®) bietet das Bild ‚vollständiger Oede. Man sieht 
nichts als gelben Sand, im Westen zu Dünen von mehreren hundert Fufßs Höhe 
gehäuft, im Osten als eine flache lang gestreckte Landzunge. Am Südende der 
Bucht lothete S. M. Kr. „Möwe“ abnehmende Tiefen und ankerte in ca 2 Kblg 
Entfernung von dem flachen Strande in 9m Wasser. Auf der Landzunge be- 
fanden sich in der Nähe der Nordspitze einige Fischer-Etablissements, welche 
Fische zum Versandt trockneten. Trinkwasser erhalten dieselben von der 
anderen Seite der Bucht, wo es. durch Graben‘ im‘ Sande gewonnen wird, 
Tausende von rotfhen Flamingos bevölkern das Südende der Bucht. . 
Die Cunene-Mündung‘) wurde von S. M. Kr. „Möwe“ besucht, obgleich 
sie allgemein von See aus für unnahbar gehalten wurde. Das Schiff traf bei 
frischem Südwinde vor dem Flusse ein, welcher durch ein zwischen den Bergen 
eingeschnittenes Thal sich markirte; vom Topp aus wurde er gesehen und auf 
1) „Afrika Pilot“, Part II, 1884, S. 143. — Findlay’s „South Atlantic“, 1883, S. 768, 
5 „Afrika Pilot“, Part IX, 1884, S. 151. — Findlay’s „South Atlantic“, 1883, S. 774. 
3) „Afrika Pilot“, Part II, 1884, S. 156. — Findlay’s „South Atlantic“, 1883, S. 779. 
5) „Afrika Pilot“, Part II, 1884, S. 202. — Findlay’s „South Atlantic“, 1883. S. 780,
	        
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