Kleine hydrographische Notizen.
welchem Platz der Leuchtthurm OSO peilt und mit dem Kap Hadsche in einer
Linie oder eben aufserhalb desselben zu sehen ist. Dampfschiffe, welche unter
Dampf sind, liegen auf einer Wassertiefe von 9m (5 Fad.) vor Anker. Der
Leuchtthurm, welcher einen. rothen Anstrich hat, zeigt ein festes Feuer, welches
bei klarem Wetter 7 bis 8 Sm weit sichtbar ist. ;
Es ist nicht rathsam für ein Segelschiff, vor Mitte April und nach Mitte
September nach Du-e zu kommen.
Während meines Aufenthalts in Du-e vom 11. Mai bis 8. Juni 1883, also
während 28 Tagen, herrschten an 16 Tagen südliche, an 9 Tagen nördliche
und an 3 Tagen veränderliche Winde oder Windstillen. Die südlichen Winde
traten auf mit. einer Stärke von 5—9, die nördlichen Winde hatten gewöhnlich
eine solche von 3—6 der Beaufort-Skala. Der Luftdruck ist hoch bei süd-
lichen und niedrig bei nördlichen Winden. Dies gilt auch für die ganze Tatar-
Strafse. In Du-e betrug der höchste von mir abgelesene Barometerstand 759,
der niedrigste 744 nım (unreducirt). Die Temperatur der Luft schwankte zwischen
3,5° und 6,5° C.
Auf unserm Ankerplatz hatten wir verhältnifsmäfsig wenig Nebel, nämlich
nur 8 Mal, und zwar bei flauer Briese oder Windstille. Zu zwei verschiedenen
Malen brachte der Nordwind Regen und einmal Regen mit Schnee vermischt,
Dahingegen war die Tatar-Strafse während unserer 28tägigen Anwesenheit in
Du-e nur an 7 Tagen frei von Nebel. Je stärker der südliche Wind ist, desto
weiter hält sich der in der Tatar-Straflse herrschende Nebel von der Sachalin-
Küste entfernt, zuweilen bis auf eine Entfernung von 3 Sm.
Die Richtung und Geschwindigkeit der Strömung war unter der Küste
veränderlich, während auf’dem Ankerplatze ziemlich regelmäfsig Fluth und
Ebbe wechselten. Der nach Norden setzende Strom dauerte länger und hatte
eine bedeutendere Geschwindigkeit als der nach Süden setzende. Krsterer
erreichte eine Geschwindigkeit von 1 bis 3, Letzterer eine solche von !/4 bis
1% Sm in der Stunde.“
Ueber die Lage der Insel Moneron in der Tatar-Strafse, welche in der
Karte von James Imray & Son 1880—81 „Coast of Asia between the Japan
Islands and Amur Gulf“ als 46° 10‘ N-Br und 141° 33‘ O-Lg gegeben ist, be-
richtet derselbe Kapitän der Seewarte wie folgt:
„Auf unserer Reise von Nicolajefsk am Amur nach Victoria (Britisch-
Columbien) standen wir am Mittage des 31. Juli 1883 guten astronomischen
Beobachtungen zufolge auf 46° 13‘ N-Br und 141° 39’ O-Ly. Nach den Angaben
der oben genannten Karte sollte die Insel Moneron 6 Sm xw. SW vom Schiff
entfernt liegen; allein sie peilte rw. W5/AN 17 Sın entfernt. Unser Chronometer
kann die Länge höchstens 1 bis 2 Minuten fehlerhaft geben. Der um Mittag
geschätzte Abstand von der Insel erwies sich nach später angestellten Peilungen
derselben, im Zusammenhang mit dem Kurs und der Fahrt des Schiffes, als
richtig. Demnach nehme ich an, dafs die richtige Lage der Insel Moneron
46° 15‘ N-Br und 141° 16‘ O-Lg ist, oder dafs sie 15 Sm nach WNW von dem
Punkt entfernt sich befindet, au welchem sie in der Karte von Imray nieder-
gelegt ist.!) ;
In der Straße von La Perouse und zwischen den Kurilen-Inseln habe ich
verschiedene Peilungen angestellt, die ich aber niemals mit meinem Besteck in
der Imray’schen Karte in Einklang bringen konnte. Die Südspitze der Insel
Sachalin ist in dieser Karte wenigstens 10 Längenminuten zu weit nach Westen
eingetragen.?) Jedenfalls mahnt dieser Umstand zur Vorsicht und man darf
seinen Peilungen bezw. den Angaben der Karte von Imray kein zu grofses
Vertrauen schenken.“
2. Flaschenpost. a) Von SS. M. S. „Elisabeth“, Kommandant Kapt. z. See
Schering, wurde am 25. September 1884 um 1* p. m., auf der Reise von
Kapstadt nach Sydney, in 38° 58‘ S-Br und 142° 18‘ O-Lg, eine mit Sand
beschwerte Flasche über Bord geworfen; diese Flasche ist am 7. November 1884
um 2b np. m. am Strande nahe bei dem Leuchtthurm auf dem Kap Otway, in
123
1) In der Russ. Adm,-Karte von 1876 ist die Lage der Insel Moneron zu 46° 15‘ N-Br und
141° 15‘ O-Lg gegeben.
2) S. diese Annalen, 1883, pag. 414.