Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1884, 119
751,0 mm gestiegene Luftdruck wieder abzunehmen begann, veränderte sich der
heftig wehende Wind durch W und N nach E, und als „Fortuna“ sich am
20. März unweit von 54,5° S-Br in 79° W-Lg befand, erfolgte bei einem
niedrigsten Barometerstande von 727,4 mm ein plötzliches Umspringen des
Windes von SE (6) nach SW (7). Im Laufe desselben Tages stieg der Luft-
druck auf 746,0 mm, und der heftig wehende Wind veränderte sich noch einmal
wieder in ganz regelmäfsiger Drehung durch W und N nach NE. Dabei war
auch diesmal wieder, sobald die Windrichtung eine nördlich von W liegende
geworden war, ein Sinken des Barometers eingetreten, und als am 21. März,
in geringer Entfernung von 51,2° S-Br und 80,2° W-Lg, ein tiefster Stand von
715,0 mm beobachtet wurde, erfolgte aufs Neue ein plötzliches Umspringen des
Windes von NE (6) nach W (6). Vier Stunden nach dieser Windveränderung,
als das Barometer schon um 6mm gestiegen war, erreichte der WSW-Wind
plötzlich orkanartige Stärke, und es mäfsigte sich dieselbe am 22. März erst
ganz allmählich. Bei heftigem SW-Winde übersehritt „Fortuna“ schliefslich am
23. März in 79° W-Lg den Parallel von 50° S. Es waren damals 16 Tage
verflossen, seit man ‚dieselbe Breite im’ Atlantischen Ocean verlassen hatte.
Den letzten Theil der Reise konnte „Fortuna“ bei frischen West- und Südwinden
ebenfalls in befriedigend kurzer Zeit zurücklegen. Von 35° S-Br an. wurde man
von kräftigem SE-Winde begünstigt, der erst, als die Bark in die Nähe der
Küste von Chile gelangt war, schwach wurde. Am 31. März, nur 73 Tage nach
der Abfahrt vom Kanal, ‚erreichte „Fortuna“ den Hafen von Valparaiso. 40°
S-Br war in 78° W-Lg am 27. März geschnitten worden.
Von Pisagua aus, wo „Fortuna“ eine für Hamburg bestimmte Ladung
Salpeter eingenommen hatte, trat die Bark am 28. Juni die Heimreise an. An
die Stelle des in der Nähe der Küste angetroffenen, schwachen und unbestän-
digen, selbst von Stillen unterbrochenen, südlichen Windes trat in gröfserem
Abstande vom Lande der frische beständige SE-Passat. Als der bei diesem
Winde langsam zunehmende Luftdruck am 7. Juli, in geringer Entfernung von
30° S-Br und 88° W-Lg, einen höchsten Stand von 777,0 mm erreicht hatte,
nahm die Windstärke bald ab, doch blieb die Windrichtung eine südöstliche.
Die polare Passatgrenze schien am 9. Juli unweit von 31,5° S-Br in 86,5° W-Lg
zu liegen. Die schwache Briese veränderte sich dort, bei einem Barometer-
stande von 771,2 mm, durch S nach SSW und ging dann allmählich in Stille
über. Südlich von 31° S-Br stellten sich westliche Winde ein, die, obgleich
noch wiederholt von südöstlichen Winden unterbrochen, vorherrschend blieben.
Die Verhältnisse waren, da der Wind auch mehrere Male aus hoch südlicher
Richtung stürmisch wehte, im Allgemeinen nicht gerade günstig. Bei frischem
Westwinde segelnd, gelangte „Fortuna“ endlich am 29. Juli zur Länge des
Kap Horn. Der 29, Juli war der 31. seit der Abreise vergangene Tag.
Während dieser Zeit hatte man: 30° S-Br in 87,5° W-Lg am 7. Juli, 40° S-Br
in 85,2° W-Lg am 16. Juli und 50° S-Br in 81,2° W-Lg am 283. Juli gekreuzt.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Fortuna“ zunächst von fast nur aus
westlicher oder südlicher Richtung wehenden Winden begünstigt, doch war die
bei denselben erzielte Schnelligkeit, infolge des wahrscheinlich unreinen Schiffs-
bodens, keine recht befriedigende. Nördlich von 27° S-Br hielt sich der Wind
mehr im nordwestlichen Quadranten, und nachdem 24° S-Br überschritten
worden war, wehte er für mehrere Tage schwach aus dem nordöstlichen Viertel.
Indem sich der Wind weiter nach rechts veränderte, entstand aus ihm schliefs-
lich der SE-Passat, bei dem der noch übrige Theil des Weges zur Linie zurück-
gelegt wurde. Die polare Passatgrenze schien am 23, August in der Nähe
von 21,3° S-Br und 28° W-Lg zu liegen. Man beobachtete dort einen höchsten
Barometerstand von 770,5mm. Am 2. September, 35 Tage später als die
Länge des Kap Horn verlassen worden war, ging „Fortuna“ in 29,7° W-Lg
von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über. Im Südatlantischen Ocean
hatte man: 50° S-Br in 46,2° W-Lg am 4. August, 40° S-Br in 39,5° W-Lg
am 9. August, 30° S-Br in 29,5° W-Lg am 9. August, 20° S-Br in 28,2° W-Lg
am 24. August und 10° S-Br in 29,6° W-Lg am 28. August gekreuzt.
Die Braker Bark „Atalanta“, welche, auf einer Reise von La Libertad
nach New- York begriffen, den Meridian des Kap Horn am 30. Juli überschritten
hatte, erreichte nördliche Breite in 34,5° W-Ly am 30, August. Am Mittage