Eingänge von meteorologischen Journalen etc,, Oktober 1884.
3ind. Als „Else“ sich am 28, Oktober in der Nähe von 22,5° S-Br und 30,5°
W-Lg befand, veränderte sich der Wind nach NE und deutete dadurch an,
dafs die polare Passatgrenze erreicht sei. Etwa 6 Stunden vorher hatte der
Passat bei der in 20° S-Br und 32,6° W-Lg stehenden „Urania“ zu wehen
aufgehört. Nachdem sich der Wind bei „Else“ am 29. Oktober durch N nach
NW verändert hatte, hielt sich derselbe dauernd im westlichen Halbkreise und
führte das Schiff bis zum 9. November zu dem in 41,6° S-Br überschrittenen
Meridian von Greenwich. Der 9, November war der 21. bis dahin in südlicher
Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 32°
W-Lg am 22, Oktober, 20° S-Br in 31,8° W-Lg am 27. Oktober und 30° S-Br
in 23,5° W-Lg am 1. November gekreuzt. Der Mitsegler „Urania“ erreichte
östliche Länge in 38,1° S-Br am 9. November.
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt
wurde, hielt „Else“ sich am längsten in der Nähe von 44° S-Br. Die dort
vorherrschend angetroffenen, nicht übermäfsig stürmischen Westwinde führten
das Schiff bis zum 28. November zu dem in 42° S-Br überschrittenen Meridian
von 80° 0. Es waren dann 19 Tage vergangen, seit westliche Länge verlassen
worden war. Der Mitsegler „Urania“, welcher sich, während die Länge ab-
gelaufen wurde, für längere Zeit nördlich von 40° S-Br hielt, der als süd-
lichsten Punkt am 24, November 40,5° S-Br in 46° O-Lg berührte, wurde
durch die angetroffenen Winde viel weniger als „Elise“ begünstigt und konnte
daher 80° O-Lg in 37,7° S-Br erst am 4. Dezember erreichen. Kin heftiger,
von „Elise“ am 14. und 15. November über-tandener Weststurm konnte von
diesem Schiffe durch Lenzen voll ausgenutzt werden, während derselbe bei der
4 Breitengrade nördlicher stehenden „Urania“ mit solch orkanartiger Stärke
auftrat, dafs dieses Schiff zum Beidrehen gezwungen wurde, Die Folge davon
war, dafs, nachdem am 13. November Mittags die respektiven Schiffsorte
„Else“ in 42,3° S-Br und 19,3° O-Lg, „Urania“ in 39° S-Br und 13,8° O-Lg
gewesen, dieselben 48 Stunden später für „Elise“ 43,6° S-Br in 28° O-Lg und
für „Urania“ 38,2° S-Br in 18,7° O-Lg waren. Bei „Urania“ wurde ein
niedrigster Barometerstand von 748,2 mm um 4" a.m des 14. November, bei
„Else“ ein solcher von 740,3 mm um 12* p.m. desselben Tages beobachtet.
Nach dem Sturme wurde die nach 38° S-Br verdrängte „Urania“ durch leichte
östliche und südliche Winde derart zurückgehalten, dafs am 17. und 18. No-
vember nur 142 Sm, und das noch auf hoch nördlichem oder südlichem Kurse,
gutgemacht werden konnten, während die in 43,5° S-Br stehende „Else“ gleich-
zeitig bei leichtem Westwinde eine Strecke von 250 Sm nach Osten hin durch-
zegeln konnte.
Oestlich von 80° O-Lg traf „Else“ kräftigen, sich in hoch nördlicher
oder westlicher Richtung haltenden Wind an, bei dem die Reise ebenfalls einen
recht günstigen Verlauf nahm. Nördlich von 30° S-Br war die Windstärke an
mehreren Tagen nur eine geringe. Das Passatgebiet wurde am 11. Dezember
in der Nähe von 21° S-Br und 110° O-Lg angetroffen. Der mäßige Wind ver-
änderte sich dort durch S nach SSE, um sich für einige Tage im südöstlichen
Quadranten zu halten. Unweit von 16° S-Br in 113,5° O-Lg wurde die Wind-
richtung wieder eine südwestliche. Die zwischen 15° und 10,5° S-Br liegende
Strecke konnte von „Kise“ sogar bei frischem SW-Winde durchsegelt werden.
Bei mäfsigem NW-Winde gelangte das Schiff am 18. Dezember in Sicht von
der Sandelbosch-Insel. Auf dem zwischen den Inseln Flores und Timor liegen-
den, zur Ombay-Passage führenden Wege wurde „Else“ durch dort wehende
mäfsige Westwinde in ganz ungewöhnlicher Weise begünstigt. Und in der
schon am 21. Dezember erreichten Molukken-See konnte bei frischem Westwinde
anfänglich ebenfalls ein rascher Fortschritt erzielt werden, Erst nachdem man
am 22. Dezember nördlich von Buruw gekommen war, wurde der westliche Wind
schwach und unbeständig. Am 30. Dezember ging „Klise“ in 129,2° O-Lg von
züdlicher in nördliche Breite über. In letzterer wehte der schwächer und un-
beständiger gewordene, nun von starkem Oststrome begleitete Westwind auch
noch für längere Zeit. Auf kurze, am 9, Januar 1884 in der Nähe von 6,2° N-Br
in 137,3° O-Lg herrschende Stille folgte schliefslich der kräftige beständige
NE-Monsun, bei dem Kurs für die Nordspitze der Insel Luzon gesteuert wurde.
Am 16. Januar kreuzte „Else“ in 18,6° N-Br die Länge des Kap Engano und