Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Oktober 1884, 111
für mehrere Tage herrschenden ganz flauen südlichen und südwestlichen Zuge
nur in sehr langsamer Weise vorgerückt werden. HErst bei dem sich am 4, Mai
in der Nähe von 5,5° N-Br und 122,8° O-Lg einstellenden mäfsigen SE-Winde
liefs sich ein rascherer Fortgang erzielen. Zugleich mit diesem östlichen Winde
stellte sich ein das Schiff in zwei Etmalen nicht weniger als 82 Sm versetzender
südwestlicher Strom ein. Am 6. Mai befand sich „Adolph“ in Sicht von der
Küste Borneo’s, am 7. Mai wurde bei mäfsigem Westwinde der Aequator in der
Makassar-Strafßse in 119,5° O-Lg überschritten, Auf dem in südlicher Breite
liegenden Theile dieser Straße nahm die Reise infolge dort herrschender
anunterbrochener leichter Mallung wieder einen sehr langsamen Verlauf, Als
„Adolph“ schließlich am 12, Mai südlich und frei von derselben gekommen
war, wurde dort gleich der mäfsige beständige SE-Monsun angetroffen, der die
Bark bis zum 16. Mai zur Lombock-Strafse führte. Am 17. Mai, 21 Tage nach
der Abreise, hatte „Adolph“ auch diese Strafse hinter sich und den Indischen
Ocean erreicht. In diesem beobachtete man zunächst für mehrere Tage nord-
östlichen Wind und später, nachdem man nach 13° S-Br in 109° O-Lg vor-
gerückt war, einige Tage anhaltende leichte östliche und westliche Mallung.
Der rasch zum kräftigen Winde zunehmende SE-Passat stellte sich am 23. Mai
in der Nähe von 13,7° S-Br und 103,7° O-Lg ein. Indem „Adolph“ bei dem-
selben einen südwestlichen Kurs verfolgte, liefs sich dann für längere Zeit ein
recht befriedigender Fortgang erzielen. Südlich von 18,5° S-Br mälfsigte sich
die Stärke des Passats, und als die Bark sich am 2. Juni in der Nähe von
20° S-Br und 71° O-Lg befand, endete derselbe. Der zum ganz leisen Zuge
abgenommene Wind veränderte sich dort, bei auf 764,0mm gestiegenem Baro-
meterstande, nach NE und vollendete während der folgenden Tage eine unregel-
mäfsig verlaufende Drehung nach links. Als nach derselben wieder für längere
Zeit frische südliche oder südöstliche Winde geherrscht hatten, nahm der Luft-
Aruck bis zu einem unweit von 25,5° S-Br in 49° O-Lg abgelesenen höchsten
Stand von 771,2mm zu. Erst nachdem „Adolph“ bis zum 16. Juni nach 32° S-Br
in 32° O-Lg vorgerückt war, veränderte sich der Wind zum zweiten Male nach
NE, und als derselbe dann am nächsten Tage westliche Richtung angenommen
hatte, hielt er sich beständig im westlichen Halbkreise und wehte aus demselben
an mehreren Tagen stürmisch. Am heftigsten war dieses der Fall, als die Bark
sich am 21, Juni in der Nähe von 36,2° S-Br und 24° O-Lg befand. Sie über-
stand dort einen schweren aus NW beginnenden und WSW endenden Sturm,
bei dem das Barometer doch keinen niedrigeren Stand als 756,1 mm erreichte.
Nach dem Sturme nahm der Luftdruck in zwei Tagen bis 773,6mm zu. Am
26. Juni überschritt „Adolph“ den Meridian der Kapstadt, und ein sich am
28, Juni einstellender frischer SE-Wind führte die Bark bis zum 29, Juni zu
dem in 12° O-Lg überschrittenen Parallel von 30° Süd, Es waren damals
15 Tage verflossen, seit man dieselbe Breite im Indischen Ocean verlassen hatte.
Auf der zwischen den Swunda-Inseln und der Südspitze Afrika’s liegenden Strecke
hatte „Adolph“: 10° S-Br in 114° O-Lg am 18. Mai, 20° S-Br in 71° O-Lg am
2. Juni, 30° S-Br in 37° O-Lg am 14. Juni, 90° O-Lg in 16° S-Br am 27. Mai,
60° O-Lg in 22,4° S-Br am 7, Juni und 30° O-Lg in 33,3° S-Br am 17. Juni
geschnitten. Das Bremer auf einer Reise von Manila nach New- York begriffene
Vollschiff „Else“, welches am 11. April in See gegangen, das die Linie in
108,2° O-Lg am 29. April und die Sunda-Strafse am 11. Mai verlassen hatte,
gelangte nach 30° S-Br in 9,8° O-Lg am 1. Juli. Die von Rangoon nach dem
Kanal bestimmte Hamburger Bark „Indra“, welche südliche Breite in 91,3° O-Lg
am 6. Mai erreicht hatte, kreuzte 30° S-Br in 9,2° O-Lg ebenfalls am 1. Juli.
Am Mittage des 21. Juni, dem Tage, an welchem alle drei Mitsegler jenen
schon erwähnten heftigen Weststurm überstanden, befand sich: „Adolph“ in
36,2° S-Br und 24° O-Lg, „Kise“ in 36,8° S-Br und 21° O-Lg und „Indra“ in
36.5° S-Br und 20,3° O-Lg.
Im Südatlantischen Ocean wurde der die Fahrt des „Adolph“ anfänglich
begünstigende SE-Wind später noch wiederholt von südwestlichen Winden unter-
brochen. Doch liefs sich auch bei diesen letzteren ein zufriedenstellender Fort-
schritt erzielen. Beständiger SE-Passat stellte sich erst am 6. Juli in der Nähe
von 18° S-Br und 3,3° W-Lg ein. Nach dem. Einsetzen desselben erfolgte die
Fahrt dann für längere Zeit in sehr günstiger Weise. Nördlich von 5° S-Br