Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1884, 109
gying dort unmittelbar in den südwestlichen Monsun über. Die Bark konnte
daher, ohne dafs eine Störung eintrat, bis zum 31. August nach 12,5° N-Br in
25,3° W-Lg vorrücken, Der in der Nähe der Linie auf 763,2 mm zeigende Luft-
druck, . welcher während des Fortschreitens des Schiffes nach Norden langsam
und beständig gefallen war, erreichte in der Nähe jenes Punktes mit 760,2 mm
seinen niedrigsten Stand. Als dieser erreicht worden war, traf östliche Mallung
an die Stelle des bis dahin herrschenden westlichen Monsuns, Auf Windstille
folgte am 2, September der in geringer Entfernung von 15,5° N-Br und 26°
W-Lg einsetzende NE-Passat, bei dem die Reise wieder einen rascheren Fort-
gang nahm. Der zwischen 16° und 245° N-Br am kräftigsten wehende Passat
dehnte sein Gebiet aus bis nach 29° N-Br in 29,4° W-Lg. In geringer Ent-
fernung von diesem Punkte veränderte sich der schwach gewordene Wind bei
einem Barometerstande von 764,7 mm nach SE und zwei Tage später durch S
nach SW. Den letzten Theil der Reise legte „Alma“ schliefslich bei zwar
nicht sehr beständigen, aber doch vorherrschend aus westlicher Richtung
kommenden Winden zurück, Am 25, September, 149 Tage später als Rangoon
verlassen worden war, erreichte „Alma“ die Mündung des Kanals. Im Nord-
atlantischen Ocean hatte man 31 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 25°
W-Lg am 29. August, 20° N-Br in 29° W-Lg am 4. September, 30° N-Br in
28,8° W-Lg am 10. September und 40° N-Br in 19,2° W-Lg am 17. September
überschritten. Der Mitsegler „Erwin Rickmers“ gelangte am 3. Oktober in die
Nähe von Lizard.
8. Reise der Hamburger Bark „Adolph“, Kapt. €. R. H. Mohr.
Am 30. September 1883 verlief die Bark „Adolph“ den Hafen von New-
York, um nach Singapore zu segeln. Dasselbe geschah bei mäfsigem NE-Winde.
Dieser Wind hielt auch noch während der ersten auf See verbrachten Tage an.
Am 2. Oktober veränderte sich derselbe durch S nach W, und später folgten
längere Zeit anhaltende umlaufende, aus hoch nördlicher oder hoch südlicher
Richtung kommende Winde von mäfsiger Stärke. Durchstehende Westwinde
wurden gar nicht angetroffen. Das Gebiet des Passats erreichte „Adolph“,
als sich derselbe am 13. Oktober in der Nähe von 28,5° N-Br und 538° W-Lg
befand. Indem die dort seit kurzer Zeit herrschende schwache südöstliche
Briese auffrischte und sich nach links veränderte, entstand aus ihr der Passat.
Der beim Einsetzen desselben 762,2mm betragende Luftdruck erreichte drei
Tage später einen höchsten, unweit 23° N-Br abgelesenen Betrag von 766,1 mm.
Der zwischen 23° und 12° N-Br am kräftigsten wehende Passat begleitete die
Bark, bis sie am 24. Oktober nach 7,4° N-Br in 27,4° W-Lg gelangt war,
Unweit von diesem Punkte wurde der sich bis nach 5,1° N-Br in 27° W-Lg
ausdehnende Stillengürtel betreten, den man bei leichter südöstlicher Mallung
in vier Tagen überschreiten konnte. In der Nähe des letzteren Punktes stellte
sich am 28, Oktober der SE-Passat ein, bei dem „Adolph“ bis zum 1. November
zu dem in 30,9° W-Lg überschrittenen Aequator segelte. Um zu demselben
von New- York aus zu gelangen, waren 32 Tage erforderlich gewesen. 30° N-Br
war in 40° W-Lg am.11l. Oktober, 20° N-Br in 365° W-Lg am 17. Oktober,
10° N-Br in 29,9° W-Lg am 22. Oktober, 60° W-Lg in 37,7° N-Br am 5. Sep-
tember, 50° W-Lg in 36° N-Br am 7. September und 40° W-Lg in 30° N-Br
am 11, September gekreuzt worden. Das eiserne Elsflether Vollschiff „Border
Chief“, welches sich am 10. Oktober in 30° N-Br und 22,8° W-Lg befunden
hatte, erreichte südliche Breite in 31,8° W-Lg am 28. Oktober, Die nach
Adelaide bestimmte Bremer Bark „Melusine“, welche 30° N-Br in 20,2° W-Lg
am 9. Oktober überschritten hatte, verliels die nördliche Halbkugel in 29,1 ° W-Lg
am 3. November.
Im Südatlantischen Ocean trat der Passat bei „Adolph“ auf der zwischen
11° und 13° S-Br liegenden Strecke an zwei Tagen nur sehr flau auf. Südlich
von dem letzteren Parallele wehte er dagegen in recht befriedigender Stärke,
sein Gebiet dort bis nach 28° S-Br in 25,5° W-Lg ausdehnend. Als die Bark
sich am 12, November in der Nähe dieses Punktes befand, veränderte sich der
Wind bei auf 772,0mm gestiegenem Barometerstande nach NE und nahm dann
rasch bis zum ganz leisen Zuge ab. Nachdem der sich von nun ab in unregel-
mäßigen Drehungen nach links bewegende Wind am 17. November in geringer