Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1884. 107
Der bei „Alma“ in nördlicher Breite bald wieder schwächer werdende
Westwind begleitete die Bark bis nach 2,3° N-Br in 93,5° O-Lg. Nachdem
sich der Wind dort durch N nach E verändert hatte, hielt sich derselbe stetig
im östlichen Halbkreise und führte „Alma“ bis zum 10. März in Sicht von
Pulo Brasse. Der von hier aus noch vorliegende Theil der Reise mufste eben-
falls bei schwachem meist östlichem Winde vollendet werden, bis Schliefslich
am 22, März auf der Rhede von Singapore geankert werden konnte. Es waren
dann 111 Tage seit der Abfahrt von 50° N-Br vergangen. ‚Die Bark „Germania“,
welche als westlichst gelegenen Punkt am 16. März 12,2° N-Br in 88,9° O-Lg
erreicht hatte, ankerte in der Nähe von China Buckeer am 26. März; vier Stunden
später, als „Alma“ die Rhede von Singapore erreichte, gelangte dahin auch
das Bremer Vollschiff „Heinrich“. Dasselbe hatte Cardıf eine halbe Stunde
vor „Alma“ verlassen, und hatten dann später, wie eine Vergleichung der Tage-
bücher ergiebt, beide Mitsegler auf derselben Route ihren weiten Weg in
solcher Weise vollendet, dafs oft der eine und dann wieder der andere eiwas
voran gewesen, wie es auf solch langen Reisen bei gut geführten, etwa gleiche
Schnelligkeit besitzenden Schiffen oft der Fall zu sein pflegt, und dafs sie so,
ohne sich zu sehen, doch fast stets in nicht allzu grofser Entfernung von einander
segelten. Erst am 16. März wechselten beide in 5,6° N-Br und 988° O-Lg
Signale mit einander aus, um sich von nun an auch nicht wieder aus Sicht zu
verlieren. Zwischen „Heinrich“ und „Germania“ waren jedoch schon am
4. Januar in 19,2° S-Br und 32,6° W-Lg Flaggen gewechselt worden. Das
Hamburger Vollschiff „Nestor“, welches ebenfalls mit „Alma“ zusammen Cardiff
verlassen hatte, ankerte auf der Rhede von Singapore am 1. April. Die Geeste-
mündener Bark „Wilhelm Anton“, welche 3 Tage vor „Alma“ von Cardiff ab-
gegangen war, wurde von dieser lotzteren Bark erst am 7. April in der
Malakka-Strafse angetroffen, als sie sich schon auf der Reise nach dem Reis-
hafen befand.
Von Rangoon aus, wohin „Alma“ am 16. April nach 10tägiger Reise
gelangt war, ging die mit Reis beladene, nun nach dem Kanal bestimmte Bark
wieder am 29. April in See. Sie traf dort zunächst flauen nordwestlichen Zug
an, der sich, als man bei ihm weiter nach Süden hin vorgerückt war, allmählich
durch N nach NE veränderte. Bei leichter Briese aus letzterer Richtung segelte
„Alma* ostwärts von den Andamanen und Nikobaren nach Süden, bis sie am
8. Mai nach 7° N-Br in 94,1° O-Lg gelangt war. Wenige Meilen südlich von
diesem Punkte endete der nördliche Wind in Mallung, und auf diese folgte bald
eine schwache südwestliche Briese, bei der „Alma“ bis zum 9. Mai in Sicht von
Pulo Brasse segelte. Am 11. Mai stellte sich hier ein kräftiger etwa 36 Stunden
anhaltender SE-Wind ein, den Kapt. Alberts leider nicht durch möglichst
rasches Vorrücken nach Westen voll ausnützte. Die bei ihm vielmehr mit
B. B.-Halsen am Winde segelnde „Alma“ gelangte bei demselben nur bis nach
5,7° N-Br in 92,2° O-Lg, und als sich der Wind dort wieder nach SW ver-
änderte, mufste abermals mit St. B.-Halsen gesegelt werden. Gegen den sich
von nun an ununterbrochen im südwestlichen Viertel haltenden, von sehr
heftigen Gewitterböen und starkem Gegenstrome begleiteten Wind konnte
„Alma“ dann für lange Zeit fast gar keinen Fortschritt nach Süden gutmachen.
Noch am 31. Mai, also 22 Tage nach dem ersten Erblicken der NW-Spitze
von Sumatra, befand sich „Alma“ in Sicht von Pulo Brasse. Am 29, Mai
kreuzte die Bark zwischen Pulo Way und der Küste Sumatras nach Süden.
Sie beobachtete dort geringen oder gar keinen Gegenstrom. Vom 31. Mai an
konnte man endlich bei dem nun schwächer und raumer gewordenen, nicht
mehr von Gegenstrom begleiteten Westwinde einen etwas rascheren Fortgang
erzielen. Bei kräftigem Westwinde wurde schliefslich am 9. Juni der Aequator
in 93,5° O-Lg überschritten. Es waren damals schon 41 Tage seit der Abreise
von Rangoon vergangen. Während dieser Zeit hatte man; 10° N-Br in 94,2°
O-Lg am 6. Mai und 5° N-Br in 94,5° O-Lg am 1. Juni gekreuzt. Die Geeste-
münder Bark „Erwin Rickmers“, welche Akyab am 16, Mai verlassen hatte, er-
reichte den Aequator in 824° O-Lg am 6. Juni, und die Bark „Germania“,
welche am 20. April von Rangoon aus in See gegangen war, die 5 Tage später
bei leichter nordöstlicher Briese den Zehn Grad-Kanal durchsegelte, hatte nörd-
liche Breite in 91,8° O-Lg schon am 7. Mai verlassen, Hätte „Alma“ die auch
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