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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

106 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Oktober 1884. 
Verlauf, dafs in 5 Etmalen 1120 Sm durchsegelt, im Mittel also eine Schnellig- 
keit von 9,8 Kn eingehalten werden konnte. Dieser so ungewöhnlich günstige 
Wind ging gegen Erwarten nicht in den Passat über; sondern nachdem derselbe 
südlich von 22° N-Br schwach geworden war, folgte auf ihn noch ein am 
13. Dezember unweit von 20,5° N-Br in 25,4° W-Lg einsetzender schwacher 
NW-Wind. Man konnte bei demselben nur in langsamer Weise vorrücken. 
Erst als „Alma“ sich am 17. Dezember in der Nähe von 15,5° N-Br und 26° 
W-Lg befand, nahm die leichte Briese wieder nordöstliche Richtung an und 
wurde die Windstärke eine gröfsere, Die südliche Grenze des Passatgebiets, 
dessen nördliche mit Sicherheit nicht zu bestimmen ist, schien am 21. Dezember 
in etwa 4,9° N-Br und 24,5° W-Lg zu liegen. Nachdem dieselbe überschritten 
worden war, verbrachte „Alma“ 5 Tage im Stillengürtel. Erst nach deren 
Verlauf gelang es, den in 2,4° N-Br und 25,5° W-Lg einsetzenden SE-Passat 
wieder anzutreffen. Am 28, Dezember, 26 Tage später, als 50° N-Br verlassen 
worden war, ging „Alma“ in 27,2° W-Lg von der nördlichen zur südlichen 
Halbkugel über. Vorher hatte man: 40° N-Br in 16,8° W-Lg am 7. Dezember, 
30° N-Br in 22,4° W-Lg am 10. Dezember, 20° N-Br in 25,5° W-Lg am 13. De- 
zember und 10° N-Br in 25,2° W-Lg am 19. Dezember gekreuzt, Die von 
demselben Rheder geeignete eiserne, von Cardiff nach Rangoon bestimmte Bark 
„Germania“, welche von 50° N-Br am 8. Dezember abgefahren war, hatto 
nördliche Breite in 28,5° W-Lg schon am 27, Dezember verlassen. Dieses Schiff 
war von 41° N-Br an ununterbrochen von Ostwind begünstigt worden und hatte 
aufserdem vom Stillengürtel fast keine Spur angetroffen. Am Mittage des 26. De- 
zember hatte sich „Alma“ in 2,8° N-Br und 25,4° W-Lg, „Germania“ in 2,4° 
N-Br und 26,8° W-Lg befunden, 
Im Südatlantischen Ocean fand „Alma“ angenähert dieselben Verhältnisse, 
wie solche von „Germania“ angetroffen wurden und in deren Reiseauszug kurz 
angegeben worden sind. Am Mittage des 5. Januar 1884, an welchem Tage 
der Passat bei beiden Schiffen endete, war der Schiffsort von „Alma“ in 19,8° 
S-Br und 31,6° W-Lg gegen den gleichzeitigen von „Germania“ in 20,4° S-Br 
und 32,4° W-Lg. Südlich vom Passatgebiete wurde zunächst für längere Zeit 
östlicher oder nördlicher Wind beobachtet, bis sich schliefslich, nachdem sich 
der kräftige Wind am 14. Januar in der Nähe von 31° S-Br und 23° W-Lg 
durch N nach NW verändert hatte, durchstehender Westwind einstellte. „Alma“ 
segelte dann in rascher ungestörter Fahrt bis zum 21. Januar zu dem in 39,4° 
S.Br überschrittenen Meridian von Greenwich. Der 21. Januar war der 24. bis 
dahin in südlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 
10° S-Br in 31,3° W-Lg am 1. Januar, 20° S-Br in 31,5° W-Lg am 5. Januar 
and 30° S-Br in 24° W-Lg am 138. Januar gekreuzt. Fast gleichzeitig mit 
„Alma“ ging in 39,4° S-Br der Mitsegler „Germania“ von westlicher in östliche 
Länge über. 
Beim Ablaufen der Länge hielt „Alma“ sich für läugere Zeit in der 
Nähe von 43° S-Br. Es herrschten dort angenähert dieselben Verhältnisse, wie 
sie beim Mitsegler „Germania“ beschrieben worden sind, und am 14. Februar 
gelangten beide Schiffe, „Alma“ in 36,6° S-Br und „Germania“ in 38° S-Br 
zum Meridian von 80° Ost. Der schwache hier von beiden Mitseglern beob- 
achtete NW-Wind veränderte sich in rascher Drehung nach links, so dafs aus 
ihm schon am 15. Februar der SE-Passat entstand. Bei diesem kräftigen, sich 
bei „Alma“ in 35,5° S-Br und 82° O-Lg einstellenden Winde segelte dieso 
Bark dann bis zum 24. Februar nach 10,3° S-Br in 88,8° O-Lg. Als der Passat 
dort endete, geschah dasselbe auch etwa 4 Stunden später bei der in 8,9° S-Br 
und 87,2° W-Lg stehenden „Germania“. Nördlich vom Passatgebiete beob- 
achtete „Alma“ zunächst noch für mehrere Tage leichte unbeständige südöstliche 
Briese, bis endlich am 2. März in geringer Entfernung von 2,5° S-Br und 89,4° 
O-Lg ganz flauer, oft von Stille unterbrochener südwestlicher Zug, angetroffen 
wurde. Als die Bark dann langsam nach Norden hin vorrückte, frischte der- 
selbe zur leichten beständigen Briese auf, und bei kräftigem SW-Winde ging 
„Alma“ am 6. März in 91,7° O-Lg von südlicher in nördliche Breite über. 
Vorher war: 30° S-Br in 87,5° O-Lg am 17, Februar, 20° S-Br in 89,3° O-Lg 
am 20. Februar und 10° S-Br in 88,5° O-Lg am 25. Februar gekreuzt worden, 
Der Mitsegler „Germania“ hatte südliche Breite in 88,3° O-Lg am 4. März 
verlassen.
	        
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