Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1884. 105
Während dieser Zeit war: 40° S-Br in 137° O-Lg am 29. Februar, 50° S-Br
in 96,5° W-Lg am 15. April, 150° O-Lg in 46° S-Br am 3. März, 180° Länge
in 48,5° S-Br am 13. März, 150° W-Lg in 43,2° S-Br am 24. März, 120° W-Lg
in 43,7° S-Br am 2. April und 90° W-Lg in 57,5° S-Br am 20, April gekreuzt
worden. Unter den 60 Tagen, welche „Border Chief“ im Grofsen Ocean südlich
von 40° S-Br zugebracht hatte, befanden sich. nicht weniger als 32, an denen
Ostwind von geringerer oder längerer Dauer beobachtet wurde. Der Mitsegler
„Hermann“ überschritt die Länge des Kap Horn am 17. April, 56 Tage nach
der Abreise von Port Pirie, Am Mittage des 14, März hatte sich „Border Chief“
in 49,8° S-Br und 172° W.Lg und „Hermann“ in 49,1° S-Br und 171,7° W-Lg
befunden. Nach dieser Zeit scheint das letztere Schiff, dessen Standpunkt am
Mittage des 20. März in 41,4° S-Br und 154,3° W-Lg gegen den gleichzeitigen
des „Border Chief“ in 44° S-Br und 158,6° W-Lg war, von den angetroffenen
Winden mehr als der Mitsegler begünstigt worden zu sein.
Im Südatlantischen Ocean nahm die Reise des „Border Chief“ bei den
dort angetroffenen, zunächst fast nur aus westlicher Richtung wehenden Winden
einen rascheren Verlauf, als es im Grofsen Ocean der Fall gewesen war.
Nördlich von 29° S-Br in 26° W-Lg, wohin man am 16. Mai gelangte, nahm
der Wind eine hoch nördliche Richtung an. Zuerst war sie eine nordwestliche
und später, als das Schiff bis zum 21. Mai nach 23° S-Br in 21° W-Lg gesegelt
war, eine nordöstliche. Aus leichter, kurze Zeit vorher durchgekommener süd-
licher Briese entwickelte sich am 24, Mai in geringer Entfernung von 20,2° S-Br
and 25° W-Lg der SE-Passat. Von diesem, bei einem höchsten Barometer-
stande von 767,5mm einsetzenden Winde wurde „Border Chief“ bis zum 1. Juni
zu der in 26° W-Lg überschrittenen Linie geführt. Um zu derselben vom Kap
Horn zu gelangen, waren 34 Tage erforderlich gewesen; 50° S-Br war in
50° W-Lg am 2. Mai, 40° S-Br in 31,3° W-Lg am 10, Mai, 30° S-Br in
26,7° W-Lg am 15. Mai, 20° S-Br in 25° W-Lg am 24. Mai und 10° S-Br in
25,6° W-Lg am 28, Mai gekreuzt worden. Der Mitsegler „Hermann“ hatte
südliche Breite in 26,2° W-Lg am 21. Mai verlassen, und die Hamburger, von
Iquique nach dem Kanal bestimmte Bark „Paul“, welche sich am 27. April
beim Kap Horn befunden hatte, erreichte die Linie in 23,9° W-Lg am 3. Juni.
In nördlicher Breite wurde „Border Chief“ bis nach 3° N-Br in 26° W-Lg
vom SE-Passate begleitet. Zur Ueberschreitung des in diesem Punkte be-
ginnenden Stillengürtels waren nahezu sechs Tage erforderlich. Nach deren
Verlauf stellte sich am 8. Juni in der Nähe von 8° N-Br und 27,2° W-Lg der
NE-Passat wieder ein, bei dem die Reise aufs Neue einen ziemlich günstigen
Verlauf nahm. Der nicht kräftig wehende Passat dehnte sein Gebiet aus bis
nach 29° N-Br in 39° W-Lg. Nachdem unweit dieses Punktes der Wind am
20. Juni bei auf 770,5mm gestiegenem Luftdrucke bis zur leisen Briese ab-
genommen hatte, hielt sich derselbe doch noch für längere Zeit im östlichen
Halbkreise. Erst nach einiger Zeit veränderte sich derselbe langsam nach
rechts, bis schliefslich die Windrichtung am 28. Juni in geringer Entfernung
von 37° N-Br und 35,5° W-Lg eine südwestliche wurde. Der von diesem
Punkte ab noch vorliegende Theil der Reise konnte bei fast ununterbrochen
aus westlicher Richtung wehenden Winden zurückgelegt werden. Bei leichtem
Westwinde erreichte: „Border Chief“ endlich am 8. Juli die Mündung des Kanals.
Es waren damals 162 Tage seit der Abreise von Port Pirie vergangen. In
nördlicher Breite hatte man 37 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 29° W-Lg
am 9, Juni, 20° N-Br in 36,8° W-Lg am 15. Juni, 30° N-Br in 40,6° W-Lg am
22. Juni und 40° N-Br in 31,2° W-Lg am 30. Juni überschritten. Das Voll-
schiff „Hermann“ gelangte zum Hafen von Queenstown am 3. Juli; an Bord
des „Paul“ war, als sich derselbe am 5. Juli in 43° N-Br und 30° W-Lg be-
fand, die Führung des meteorologischen Journals eingestellt worden.
4. Reise der Bremer Bark „Alma“, Kapt. R. A. Alberts.
Am 2. Dezember 1883 überschritt die auf einer Reise von Cardif nach
Singapore begrifene Bremer Bark „Alma“ den Parallel von 50° Nord. In der
Nähe desselben wehte damals ein frischer NW-Wind, der, nachdem er am
5. Dezember schwach geworden war, sich nach rechts veränderte und in NE-
Wind überging. Die Reise nahm darauf von 42° N-Br an einen solch günstigen
Ann, d. Hydr. efc., 1885, Heft IL