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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Wetter-Telegraphie und Wetter in Japan 1883-—84. 
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dann 8°C. zu hoch; der Luftdruck beträgt nur 750 mm. Im mittleren Theil 
des nördlichen Stillen Oceans ist die Temperatur 6° zu niedrig bei 766mm 
hohem Druck. Es üben demnach im Winter ein Temperaturunterschied von 
34° C. und eine Druckdifferenz von 26 mm, im Sommer Gröfsen von 14° bezw. 
16mm ihren Einflufs aus. Es müfsten demnach im Sommer leichte Süd- und 
Ost-Winde wehen, die Depressionen nach N und W verhältnilsmäfsig langsam 
ziehen, wenn nicht die obere Luftströmung sie auch in dieser Jahreszeit nach 
Osten führt. 
Nimmt man die Entfernung der Aktionscentren im Winter und Sommer 
als gleich an, so erhält man als Verhältnifs der wirksamen Kräfte auf der 
ganzen Strecke 34° C.: 14° C., etwa 24:1; oder 26 mm: 16 mm, etwa 1,6 :1, im 
Mittel also 2:1, die Winde sind also annähernd doppelt so stark im Winter 
als im Sommer. Für Japan allein, nach den Beobachtungen des Jahres 1883 
zu urtheilen, ist dieses Verhältniss aber wenigstens 3:1. 
Die allmähliche Ausbildung, Auflösung und Umkehr dieser beiden Aktions- 
centren läfst sich, wie die oben erwähnten Bemerkungen über die Depressionen 
zeigen, in Japan deutlich verfolgen. 
Des Weiteren haben sich unter anderen noch folgende Gesichtspunkte 
ergeben: Depressionen gehen bisweilen zu zweien hinter einander auf nahe 
aneinander gelegenen Strafen. Vor herannahenden Depressionen ist manchmal 
eine Theildepression, Einbuchtung der Isobaren, zu bemerken. Vor den gefähr- 
lichsten Depressionen im Sommer und Herbst, welche von S oder SW kommen, 
steigt der Druck noch im Osten, wenn der Fall im W schon begonnen hat. 
Winterstürme folgen erst nach dem Vorübergang der Mitte der Depression. 
Schneller Wechsel, unregelmäfsige Aenderungen, ungewöhnliche Verhältnisse 
verdienen immer Beachtung, zo z. B. verhältnifsmäfsig starke Winde Morgens 
früh und Abends spät. Mächtige Depressionen werden in ihrem Lauf durch 
die Form der Küsten und die japanischen Gebirge wenig oder gar nicht beein- 
flufßst, wohl aber scheint bei weniger bedeutenden Depressionen sich ein hem- 
mender Einflußs des Landes geltend zu machen. 
Zwei Taifune in Japan”am 15. und 17. bis 18. September 1884. 
Mitte September v. J. wurde Japan durch zwei kurz auf einander 
folgende Taifune heimgesucht, die sich durch ihr plötzliches Auftreten, ihre 
Heftigkeit, die steilen Gradienten, schnelle Aenderungen des Luftdrucks und 
die radialen, dem Centrum zugewandten Windrichtungen besonders auszeichneten. 
Einige nähere Angaben über die beiden Stürme entlehnen wir einem von 
Herrn E. Knipping gütigst übersandten Bericht.‘) Der erste Sturm ging von 
SW nach NO über den Südosten Nippons, der zweite über den ganzen Süden, 
von Nagasaki über die Inlandssee nach Tokiyo, und entwich dann in den Stillen 
Ocean, indem er, zuerst mit grofser Vehemenz auftretend, an Stärke etwas ab- 
nahm, als er die Gegend erreichte, über welche der erste Sturm bereits weg- 
gegangen war. Nach der durch den Luftdruck bezeichneten Intensität war, wie 
bisher bei allen Doppelstürmen in Japan die Beobachtung gemacht ist, der 
erste Sturm der hervorragendste. 
Am 14. September um 9* p. m. wiesen die Witterungskarten nur schwache 
Gradienten von Östen nach Westen von !/a-—1mm, in der Nähe der Halbinsel 
Kii etwas höhere Werthe, ungefähr 2mm, auf; die Winde, im östlichen Theil 
der Südküste östlich, im westlichen Theile nordöstlich, waren mäfsig. Nur bei 
Ozaka herrschte starker Ostwind, bei Kochi auf Shikokw leichter Westwind. 
‘) The Japan Daily Mail, Okt. 24, 1884.
	        
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