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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Wetter-Telegraphie und Wetter in Japan 1883-84. 
Druckunterschiede seit dem letzten Bericht, zwei für Druck- und Wärmeunter- 
schiede in den letzten 24 Stunden, eins für Wolkenform, Verbreitung und 
ungefähre Menge des Regens. KErgänzt und erläutert werden Wetterkarte und 
Bericht durch die Bemerkungen, eine kurze Wetterübersicht, zu denen seit dem 
1. Juni 1884 noch Aussichten getreten sind. Die erste Wetterkarte nach den 
um 6* Morgens angestellten Beobachtungen wurde am 1. März 1883 veröffent- 
licht; seit dem 1. April 1883 entwirft man 3 Karten für jeden Tag; seit dem 
1. Juni 1884 erfolgen täglich auch drei Veröffentlichungen und Wetteraussichten. 
Als Sprache ist die japanische und englische gewählt worden. 
Läfst sich in irgend einem Falle aller Wahrscheinlichkeit nach Sturm 
erwarten, so werden die bedrohten Küstenstrecken telegraphisch gewarnt, die 
Warnung durch Anschlag und einfache, weithin sichtbare Signale den Küsten- 
bewohnern und Seeleuten zur Kenntnifs gebracht. Der Plan eines Sturm- 
warnungsdienstes ist Seitens der Kaiserlich Japanischen Regierung am 1. Ja- 
nuar 1882 zur Annahme gelangt; die Errichtung von Signalstellen ist dem 
Ermessen der Provinzialregierungen anheim gestellt und schreitet langsam, aber 
stetig fort. Die erste Sturmwarnung wurde am 26. Mai 1883 gegeben. Von 
grofsem Werth hierbei sind die meteorologischen Telegramme vom asiatischen 
Festlande. Es geht der Contralstelle täglich durch die „Great Northern Tele- 
graph Comp.“ ein Sammeltelegramm zu, mit je zwei meteorologischen Beobach- 
tungen für 4" Nachmittags und 10* Morgens von Wiadiwostock, Shanghai, Amoy, 
Hongkong und Manila. In noch vollkommnerem Mafse werden sich diese 
werthvollen Mittheilungen verwenden lassen, wenn an Stelle dieser einen Depesche 
täglich wenigstens zwei, oder noch besser drei Telegramme vom Festlande aus 
einlaufen. Bei regelmäfsigem häufigen Austausch von Witterungsdepeschen mit 
Sibirien, Korea und China wird in Hinblick darauf, dafa die Depressionen im 
Allgemeinen von SW nach NO ziehen, es dem Kaiserlich Japanischen Meteoro- 
logischen Institut möglich sein, allen billigen Anforderungen mit der Zeit gerocht 
zu werden. 
Von dem Personal, welches für Unterhaltung der Wettertelegraphie ver- 
wendet wird, sind die Beobachter, Telegraphenbeamte, Assistenten, Zeichner 
and Drucker Japaner. 
Seitens des Meteorologischen Observatoriums sind die Wetterkarten nebst 
den dazu gehörigen Meteorologischen Beobachtungen (Barometer und seine 
Aenderung in den letzten 8 resp. 24 Stunden, Windrichtung und -Stärke, 
Regenfall, Temperatur und Aenderung derselben in den letzten 24 Stunden und 
Wetter) für die einzelnen Monate zu Heften vereinigt worden. Mit Hülfe der 
letzteren wurden für die Zeit vom 1. April 1883 — dem Tage, für welchen die 
ersten dreimaligen täglichen Beobachtungen vorliegen — bis zum 31. März 1884 
die nachstehenden Tabellen zusammengestellt. 
Tabelle I giebt die Zahl der einzelnen beobachteten Windrichtungen — 
darunter gesetzt die mittlere Windstärke — sowie die Zahl der eingegangenen 
Meldungen von Nebel, Regen, Schnee und Gewitter. Zu bemerken ist, dafs 
die Windstärke der Stationen nicht gleichwerthig infolge der Lage ist; bei 
manchen Plätzen hat sich eine Abhängigkeit von der Windrichtung zum Theil 
deutlich zu erkennen gegeben. 
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