accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

89 
Reiseberichte des Schiffes „Emma Römer“, 
Insel durchbrochenen Ringes hat. Dieselbe kreisförmige Anordnung des ge- 
hobenen Bodens findet sich bekanntlich bei vielen vulkanischen Insel-Archipeln. 
Jedenfalls dürfte der Vorgang in seiner Grofsartigkeit für sorgsame geologische 
Forschung geeignet sein und Aufschlüsse in Aussicht stellen für die tektonische 
Umbildung der Erdkruste als Folge vulkanischer Aktion.“ 
Aus den Reiseberichten des Kapitän P. Albrand, Führer des 
Schiffes „Emma Römer“. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Nach einer 126tägigen Reise von Helvoetslwis ankerte „Emma Römer“ 
am 14. Mai 1883 beim Süd-Feuerschiff vor der Soerabaja Strafse. Es war 
meine Absicht, mit dem südwestlichen Winde nach Passoeroeang zu kreuzen, um, 
wie meine Segelanweisung es mir vorschrieb, einen Lotsen dort zu nehmen. Des 
sehr steif durchkommenden Windes wegen gab ich indefs mein Vorhaben auf 
und versuchte hinter der Bank vor der Einsegelung nach Soerabaya zu ankern. 
Um 9 Uhr Abends machte ich einen Schlag nach NW, als plötzlich zwei Feuer 
in NNW auftauchten. Beim Näherkommen erwies es sich, dafs diese beiden, in 
gleicher Höhe stehenden Feuer auf einem Feuerschiff brannten, von dessen 
Vorhandensein mir nichts bekannt war.) Um 3 Uhr Morgens den 14. Mai 
ankerten wir dicht neben diesem Feuerschif. Mit Tagwerden kam ein Lotse 
an Bord, unter dessen Anleitung wir um 11 Uhr Vormittags zu Anker kamen, 
Meine Karten, die ich mir eigens für diese Reise im Dezember 1882 von 
dem Verlagsgeschäft Ww. Hulst van Keulen in Amsterdam hatte schicken 
lassen und die mir als die neuesten holländischen bezeichnet worden waren, 
erwiesen sich in mancher Hinsicht als unzulänglich. Es fehlen darin zunächst 
das Feuerschiff von Meinders Droogte, ferner die schon seit sieben Jahren aus- 
gelegten Bojen auf Endragts-Klippe und Boera-Riff und schliefslich das seit 
81% Jahren vor dem südlichen Eingange zur Stralse von Soerabaya stationirte 
Zwaantjes-Feuerschiff, bei dem wir ankerten. Hätte ich nicht zufällig etwas 
nördlich gehalten, so würde ich das Feuerschiff garnicht in Sicht bekommen 
haben, sondern hätte den zwecklosen Versuch gemacht, in Passoeroeang einen 
Lotsen zu erhalten. Darüber, dafs die Lotsenstation von Passoeroeang nach 
Zwaantjes-Feuerschiff verlegt ist, berichteten weder meine Karten noch Segel- 
anweisungen etwas. Ein Norweger hatte infolge der Unkenntnifs des Vor- 
handenseins des Zwaantjes-Feuerschiffes und der Verlegung der Lotsenstation 
von Passoeroeang dorthin zwei Tage verloren. Von dem Lotsen erfuhr ich, 
dafs das Feuerschiff ein früheres Kriegsschiff sei und schon 3'/a Jahre auf 
seiner Station läge. Das Feuerschiff ist schwarz angestrichen und führt in 
weißen Buchstaben den Namen „Soerabaya“ hinten an der Seite. Getakelt ist 
das Schiff mit drei Masten. Am Fockmast befindet sich eine kleine Raa, an 
deren Nocken die beiden Feuer angebracht sind. Es sind dies zwei helle feste 
Feuer, die etwa 10 Sm weit sichtbar sind. Aufserdem wird noch eine helle 
Hecklaterne gezeigt. Nordwestlich von diesem Feuer- beziehungsweise Lotsen- 
schiff liegt das Wrack des früheren eisernen Feuerschiffes, welches seiner Zeit 
31/2 Jahr im Dienst war. Das Feuerschiff vor der Strafe von Soerabaya, im 
Süden, welches in meinen neuesten Karten nicht aufgeführt, liegt also bereits 
seit sieben Jahren dort. Das alte Feuerschiff wurde von einem englischen 
Dampfer angerannt und sank infolge dessen. Man thut wohl daran, nicht west- 
lich vom Feuerschiff zu ankern. 
So lange Lotsen an Bord des Feuerschiffes sind, wird von der Gaffel eine 
blaue Flagge mit einem weilsen Stern gezeigt. Leider ist die Anzahl der Lotsen 
ı) S, Reisebericht des Kapt. N. Koop in den „Ann. d. Hydr. etc,“, 1883, pag. 357. Vgl. 
auch .„Nachr. £. Seef.“. 1881. No. 872.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.