Veränderungen in der Sunda-Strafse durch d. vulkan. Ausbr, b. Krakatoa,
folgende Zurückgehen auf den alten Werth wohl bekannt. Es wird dem Rech-
nung getragen durch beständige Beobachtung der Deviation des Kompasses.“
Ueber den Einfluls der eisernen Masten wird angeführt, daß dieselben
nach den bisherigen Erfahrungen lediglich als Magnete, nicht als weiches Eisen
in Betracht zu ziehen sind. ;
In Bezug auf die Koefficienten der quadrantalen Deviation finden sich
lediglich die bisherigen Erfahrungen bestätigt. Die in den ersten Jahren nach
dem Bau vor sich gehende Abnahme von D und Zunahme von 4 scheint bei
einem Aufenthalt in den Tropen beschleunigt vor sich zu gehen.
Ueber Aenderung des Krängungsfehlers und für die Zerlegung der Ursachen
desselben fehlt es auch in der englischen Marine an Beobachtungsmaterijal,
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Die durch den vulkanischen Ausbruch vom 26. und 28. August 1883
auf und bei der Insel Krakatoa in der Sunda-Strafse verursachten
Veränderungen.
(Mit einer Karte, Tafel No. 2.)
In der Sitzung der „Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin“ vom 3. No-
vember 1883 machte der Vorsitzende derselben, Kontre-Admiral Freiherr
von Schloinitz, einige Mittheilungen über die Katastrophe von Krakatoa in
der Sunda-Strafse in den Tagen des 26. bis 28. August 1883 unter Vorzeigung
einer Karte, auf welcher die in das Meer versunkenen bezw. nen Cntstandenen
Inseltheile, sowie die älteren und die neueren Lothungen eingetragen waren,
auf Grund der von dem Hydrographischen Amte in Batavin veranlafsten Aus-
lothungen des betreffenden Theilcs der Sunda-Strafse und der von Freiherrn
von Schleinitz schon vor 23 Jahren zu nautischen Zwecken an Ort und Stelle
ausgeführten Vortonungen der von der jetzigen Katastrophe befroffenen Inseln
und Küstengegendon,
Diese durch spätere holländische Aufnahmen vervollständigte Karte ist
dem Hefte No. 9 und 10 der „Verhandl. d. Ges. f. Erdk.“, 1883, beigegeben
und mit Erlaubnifs des Vorsitzenden der Gesellschaft auch diesem Hefte der
Annalen beigefügt worden.
Den in der oben erwähnten Sitzung der „Gesellschaft für Erdkunde“
gemachten Mittheilungen über die Katastrophe in Krakato@ entnehmen wir
Folgendes, zugleich zur Erläuterung der Karte, Tafel 2.
„Bei dem Zusammenhalten aller (bis Oktober) bekannt gewordenen Be-
richte kaun man den Schlufs ziehen, dafs am 20. Mai 1883’) auf Krakatoa cin
heftiger vulkanischer Ausbruch stattfand, und zwar nicht aus dem hohen Haupt-
krater, sondern aus einem solchen im nördlichen Theile dieser Insel; erst
zwischen dem 26. und 28. August wurde die Erscheinung ernster, es fanden Erd-
beben statt, die auch in Batavia und in anderen Theilen Java’s, sowie auf
Sumatra gefühlt wurden; cine gegen 100 Fufs hohe Erdbebenwelle,*) welcher
andere folgten, erhob sich in der Sunda-Strafse, überschwemmte alle niedrigeren
Küstentheile, und gleichzeitig versank der seit Mai thätige Vulkan mit der
Hälfte der Insel Krakatoa; es bildeten sich zwei neue Inseln und kleinere Vul-
kane zwischen Krakatoa und Bezee: auf der Insel Dwars in den Weg fanden
\$S. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1883, pag. 445.
; } Diese Erdbebenwelle machte sich am 27. August an der Südspitze Afrikas und auf den
Inseln Mauritius, Rodriguez und den Seychellen, am 27. bis 29. August sogar an der West- und
Ostküste Amerikas bemerkbar, sowie bei Kap Horn auf Feuerland in der Orange-Bai und im Moltke-
Hafen auf Südgeorgien,