Ueher Aenderungen der Deviation etc.
79
er temporär verändert wird. Dies kann geschehen a) dadurch, dafs das Schiff
in konstanter Stellung zur Richtung des magnetischen Meridians für mehrere
Tage verbleibt, b) durch Erschütterung, c) durch beide Ursachen vereinigt,
wodurch dann die Störung intensiver wird. ;
5. Um den vollen Betrag der Veränderungen im subpermanenten
Magnetismus festzustelleu, sind Beobachtungen anzustellen, sofort nachdem die
inducirende Ursache aufgehört hat.
6. An dem gewöhnlichen Ort des Regel-Kompasses ist‘ die Derviation,
welche durch vorübergehende (transient) vertikale Induktion in weichem Eisen
verursacht wird, gering und nahe von demselben Betrage für Schiffe ähnlicher
Konstruktion. .
7. Die vorhergehenden Schlüsse deuten die Bedingungen an, welche bei
der Wahl eines geeigneten Aufstellungsortes für den Regel-Kompafs leitend
sein müssen in Bezug auf das umgebende Eisen des Schiffes,“
Die Schrift enthält aber aufserdem noch eine Reihe interessanter Be-
merkungen. Zunächst wird angeführt, dafs bei sämmtlichen in Frage kommenden
Schiffen die Kompensation des Regel-Kompasses in der Weise ausgeführt worden
ist, dafs die betreffenden Magnete horizontal in der Resultante derjenigen
magnetischen Kräfte angebracht wurden, welche die semicirkulare Deviation
hervorbringen. Der Kompensationsmagnet wurde in jedem Falle in der Kompafs-
säule befestigt in einem Abstande unter der Kompafsrose, welcher durch Ver-
schieben des Magneten ermittelt wurde, nachdem die Horizontal- und Vertikal-
kräfte, welche auf den Kompafs einwirken, bestimmt waren,
Aus den Angaben der Tabelle III (Koefficienten) geht hervor, dafs die
Kompensation in der Regel. auf Grund einer Deviationsberechnung aus Bestim-
mungen in einem einzelnen Quadranten vorgenommen wurde. Nach der Kom-
pensation wurde in jedem Falle eine ausführliche Deviationsbestimmung vor-
genommen,
Dio Frago nach der Beständigkeit des magnetischen Verhaltens der
Kompensationsmagnete beantwortet der Verfasser dahin, dafs fünfzehnjährige
Erfahrung zu vollem Vertrauen in die Permanenz des magnetischen Moments
dieser Stäbe berechtige.
Aus der Zerlegung der semicirkularen Deviation ergeben sich nach den
Tabellen für einige Panzerschiffe ziemlich hohe Beträge für denjenigen Theil,
welcher für alle Breiten nur durch vertikales weiches Eisen kompensirt werden
kann. (Für England beträgt dieser Werth Fig © beim „Iron Duke* + 9° 5‘,
beim „Triumph“ + 17° 40‘.) Es findet sich jedoch nicht erwähnt, ob eine der-
artige Kompensation irgendwo zur Ausführung gebracht ist.
Ueber die Veränderungen selbst, welche mit der Aenderung der magneti-
schen Breite vor sich gehen, findet sich einiges Bemerkenswerthe angegeben,
Dafls die durch vertikale Induktion in weichem Eisen hervorgerufene Deriation
sich proportional der tang. Inklination ändert und nicht, wie zuweilen an-
genommen, hinter der Aenderung der Inklination zurückbleibt, folgt schon aus
den Voraussetzungen der Theorie und ist auch von Koldewey in einem Aufsatz
über die Veränderungen des Magnetismus in eisernen Schiffen („Aus dem Archiv
der Deutschen Seewarte“, 1879) erörtert... Die durch Magnetismus in hartem
Eisen verursachte Deviation wird mit der Zeit veränderlich gefunden, jedoch
nur in geringem Mafse (bei den für die Untersuchung in Betracht gezogenen
Schiffen im ungünstigsten Falle um 1° im Verlauf eines Jahres). Dies wird zum
guten Theil auf die sorgfältige Auswahl des Kompafsortes und die große Höhe
über Deck zurückzuführen sein. Ueber sonstige Aenderungen dieses Theiles
der Deviation findet sich nur die folgende. allgemeine Angabe: Ein kleiner
Theil des Magnetismus in hartem Eisen ist Aenderungen unterworfen durch
Erschütterung oder Vibriren der Schiffe mit starken Maschinen, wenn mehrere
Tage lang derselbe Kurs eingehalten wird. Beim Aufhören der die Aenderung
herbeiführenden Ursache erlangt der Magnetisiınus allmählich seinen ursprüng-
lichen Werth. |
„Für die Thurmschiffe der Königl. Marine, wo die Regel-Kompasse noth-
wendiger‘ Weise auf einem leichten eisernen Aufbau aufgestellt sind, ist diese
zeitweilige Aenderung beim Schielsen mit schweren Geschützen und das darauf