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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Kleine hydrogräphische Notizen, 
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sich dann einige Zeit in derselben Höhe, bis zu welcher am Anfange die 
Feuersäule hinaufschofs, und die wir mit dem Sextanten zu 4° bestimmten. 
Darauf wurde der Strahl bei abnehmender Lichtstärke breiter, um sich all- 
mählich zu vertheilen, Die Erscheinung gewann jetzt das Aussehen einer 
zarten Cirruswolke und blieb bis 8 Uhr 20 Min. vermittelst eines Nachtglases 
in der letzten Abendröthe deutlich sichtbar. Bei schwachem Ostwinde war das 
Wetter schön und die Luft klar und sichtig.“ 
Dieselbe Erscheinung beobachtete Kapt. J. Kirchhoff vom deutschen 
Schiffe „Industrie“ auf 30° 40‘ N-Br und 38° 47’ W-Lg, etwa 30 Sm nordöstlich 
von „Urania“, Kapt. Kirchhoff bemerkt darüber: „Um 7" 15” (? 50”) p. m. 
den 15. Juni beobachteten wir im NW etwa 15° über der Kimm eine elektrische 
Erscheinung, welche im Anfange wie ein Blitzstrahl aussah und dann nach 
unten Aehnlichkeit mit einem Korkzieher hatte. An dem unteren Ende befand 
sich eine helle Kugel. Als wir die Erscheinung zuerst erblickten, bewegte sie 
sich bei klarer Luft mit grofser Schnelligkeit von oben nach unten, worauf 
sie etwa 20 Minuten lang in einer Höhe von 8° über dem Horizont ruhig 
stehen blieb. Jetzt schien der helle Strahl eine kleine dünne Wolke zu um- 
säumen, aus welcher 15 Minuten später mehrere Sternschnuppen hervorschossen, 
worauf dieselbe plötzlich verschwand.“ 
Von den Dampfern, welche den Ocean in nördlicherer Breite, auf dem 
Wege vom Kanal nach den Vereinigten Staaten kreuzten, wurden zur Zeit 
dieser Erscheinung Nordlichter nicht beobachtet, 
7, Wind- und Strömungsverhältnisse an der Südküste von 
Griechenland. („Hydrograph. Nachricht“ 45/221, Pola 1884.) Einem Bericht 
des Kommandanten des österr.-ung. Kbt. „Hum“, Korv.-Kapt. Joseph 
Schellander, vom 29. September 1884 wurde Folgendes über die Wind- und 
Strömungsverhältnisse an der Südküste von Griechenland entnommen. Dwars 
von der Insel Venetico wurde das Schiff von 5* bis 11!4® Vormittags bei Wind- 
stille 12 Sm nach SO versetzt. Die Tage vorher waren NW-Winde vor- 
herrschend. Auf der Höhe von Kap Malea machte sich bei Windstille ein 
südlicher Strom von ca 0,75 Sm p. h. geltend. Am 25. September früb, bei 
hohem Barometerstande (769 mm), wurde beim Einsegeln in den Archipel aus- 
gesprochener Nordwind angetroffen, welcher bei Sonnenaufgang nach NNW 
überging und gegen Mittag mit der Sonne zu drehen anfıng, jedoch nicht öst- 
licher als NE, um kurz nach Sonnenuntergang allmählich die ursprüngliche 
Richtung Nord—NNW anzunehmen und sodann entweder einzuschlafen oder 
die ganze Nacht leicht zu wehen. Die westliche Richtung des Windes ist 
besonders in der Nähe des Cervi-Kanales auffallend.') 
8. Ankerplatz und Tonnen im Hafen von Syra. („Hydrograph. 
Nachricht“ 45/222 und „Kundmachung für Seefahrer“ 45/994.  Pola 1884.) 
Nach einem Bericht des Kommandanten der österr.-ung. Fregatte „KRadetzky“, 
Linienschiffs-Kapt. Joseph Primavesi, ist der im „Mediterranean Pilot“ 
Vol. IV, 1882, S. 82 angegebene Ankerplatz im Hafen von Syra. nicht zu 
empfehlen, da, abgesehen davon, dals man dort den vorherrschenden nordöst- 
lichen Winden und dem für Boote doch bewegten Seegange ausgesetzt ist, das 
Schiff infolge des verlängerten Wellenbrechers zu nahe an das südliche Ufer zu 
liegen kommt. Da die Handelsdampfer sehr nahe am Nordufer ankern und der 
Hafen jetzt nicht mehr so überfüllt ist, so können grofse Schiffe sehr gut an 
der in dem Segelhandbuche für kohlennehmende Schiffe bezeichneten Stelle, 
gegen NO im Hak?' 445 yertäut, liegen. Jedenfalls ist der Ankerplatz wegen 
der vorherrschenden *Nordwinde gut gegen Nord zu wählen. 150 bis 180 m 
nordöstlich vom Wellenbrecher liegt eine weifse kugelförmige Tonne mit Stange 
und rothem Wimpel. Diese Tonne trägt zeitweilig das Ende des nach Chzos 
führenden Telegraphenkabels, bis dieses mit dem von Syra in Verbindung 
gebracht werden wird. Aufser der Tonne befindet sich östlich und westlich 
vom Damme noch je eine Vertäutonne für Leichterfahrzeuge,?) 
9. (D. S) Wüstenstaub im Nordatlantischen Ocean. Auf der 
Reise von Cardiff nach Singanore beobachtete Kapt. W. Reents, Führer der 
1) „Medit, Pilot“, Vol IV, S. 4, London 1882. 
2) „Medit, Pilot“, Vol IV, S. 82, London 1882. 
Ann. d. Hyadr. ete., 1854, Heft XIL
	        
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