Eingänge von meteorologischen Journalen etc., August 1884, 699
südlicher Breite, sie überschritten die Linie in 105,8° W-Lg und erreichten als
südlichsten Punkt 32° S-Br in 115° W-Lg.
17. Reise der Bremer Bark „Melusine“, Kapt. C. Mehlburger.
Die auf einer Reise von Drammen nach Adelaide begriffene, westlich
von Irland her kommende Bark „Melusine“ überschritt am 1. Oktober 1883 in
15,7° W-Lg den Parallel von 50° Nord. Der dort wehende, von einem Baro-
meterstande von 770,0 mm begleitete NW-Wind begünstigte die Fahrt auch
während der nächsten Tage und veränderte sich am 5. Oktober in der Nähe
von 40° N-Br durch N nach NE, ohne dafs Störung diesen Vorgang begleitete.
Nachdem am 8. Oktober 32° N-Br überschritten worden war, sauk der Wind
zum leisen unbeständigen Zuge herab, aus dem Sich endlich am 12. Oktober
der unweit 27,5° N-Br und 21,6° W-Lg einsetzende Nf£i-Passat entwickelte.
Als derselbe sich einstellte, zeigte das Barometer auf einen höchsten Stand von
766,7 mm. Der zwischen 26° und 11° N-Br kräftig und beständig wehende
Passat endete, nachdem er die Bark bis zum 19. Oktober nach 9,3° N-Br in
24,4° W-Lg geführt hatte. Eine unverhältnifsmäfsig lange Zeit war für
„Melusine“ erforderlich, um den in jenem Punkte betretenen Stillengürtel zu
überschreiten. Lange anhaltende Windstille und leiser, vorherrschend aus
hoch südlicher Richtung kommender Zug hielten die Bark in demselben bis
zum 1. November zurück, Erst an diesem Tage gelang es, unweit 2,8° N-Br
und 27,1° W.Lg den SE-Passat anzutreffen, bei dem „„Melusine‘“ bis zum 3. No-
vember zu der in 29,1° W-Lg überschrittenen Linie segelte. Die Bark hatte
die zwischen 50° N-Br und dem letzteren Punkte liegende Strecke in 33 Tagen
vollendet und auf derselben: 40° N-Br in 17,8° W-Lg am 5. Oktober, 30° N-Br
in 20,2° W-Lg am 9. Oktober, 20° N-Br in 24,8° W-Lg am 15. Oktober und
10° N-Br in 24,5° W-Lg am 19. Oktober gekreuzt. Das von Sundswall nach
Adelaide bestimmte eiserne Elsflether Vollschiff „Border Chief“, welches sich
bei Fair Island am 28. September befunden, 50° N-Br in 18,7° W-Lg am
2. Oktober verlassen hatte, überschritt den Aequator in 31,8° W-Lg am 28. Ok-
tober. Am Mittage des 14, Oktober hatte sich „Melusine“ in 23° N-Br und
23,6° W-Lg und „Border Chief“ in 23,5° N-Br und 25,3° W-Lg befunden. Die
Bark verlor, wie schon erwähnt, den NE-Passat in 9,3° N-Br und 244° W-Lg
am 19, Oktober, während dieser Wind bei dem in 10,1° N-Br und 27,7° W-Lg
stehenden Vollschiff schon am 18. Oktober geendet hatte. Bei der Ueber-
schreitung des Stillengürtels traf das Vollschiff bedeutend günstigere Verhältnisse
an, als die Bark sie fand. Infolge derselben befand sich „Melusine‘‘ noch in
5,7° N-Br und 24,5° W-Lg, als sich bei „Border Chief‘ am 25. Oktober in
etwa 3,4? N-Br und 29,5° W-Lg schon der SE-Passat einstellte, Das Vollschiff
hatte die Strecke zwischen 50° N-Br und Linie in 26 Tagen durchsegelt.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Melusine“ bis nach 25,8° S-Br in
28,3° W-Lg vom SE-Passate begleitet. Kurze Zeit, bevor der Wind in der
Nähe dieses Punktes in Windstille überging, hatte das Barometer einen höchsten
Stand von 768,5mm erreicht. Bei „Border Chief“ endete der unweit 14,5° S-Br
in 31° W-Lg an zwei Tagen ganz gestörte Passat am 9. November in geringer
Entfernung von 27° S-Br in 29,6° W-Lg.. Und zwar geschah dasselbe hier,
indem sich der kräftige Wind nach NE veränderte. Auf die Stille, in welche
der Passat bei „Melusine“ endete, folgte bald wieder ein mehrere Tage lang
anhaltender leichter Ostwind. Nachdem derselbe frischer geworden war, drehte
er am 19, November, in der Nähe von 31° S-Br und 25° W-Lg, durch N nach
NW. Nach dieser Veränderung blieben, obgleich auch noch wiederholt östliche
Winde beobachtet wurden, westliche Winde vorherrschend, Am 27. November,
dem 24. bis dahin in südlicher Breite zugebrachten Tage, ging „Melusine“ in
41,8° S-Br von westlicher in östliche Länge über. Vorher war: 10° S-Br in
33° W-Lg am 8. November, 20° S-Br in 30° W-Lg am 12. November und
30° S-Br in 26,3° W-Lg am 18. November geschnitten worden, Der Mitsegler
„Border Chief“ hatte westliche Länge in 41,4° S-Br am 18, November verlassen.
An dem ersten in östlicher Länge verbrachten Tage überstand „Melusine“
einen heftigen Sturm. Derselbe begann aus NE und endete, nachdem das Baro-
meter bis auf 728,0mm gesunken war, aus WNW. Auf diesen Sturm folgte
eine lange Zeit anhaltender kräftiger Westwinde, bei denen die Reise der sich