Eingänge von meteorologischen Journalen etc., August 1884, 693
1. März erreichten Platze den Zehn Grad-Kanal und traf, als die Bark im Busen
von Bengalen nach 17,5° N-Br in 87,3° O-Lg gelangt war, dort südlichen sich
später nach W und NW verändernden Wind an. In Akyab wurde „Alice
Kickmers“ mit Reis beladen, und nachdem dieses geschehen, trat die Bark am
23. März die Heimreise nach Bremen an. Dieselbe nahm bei den auf See zunächst
angetroffenen ganz schwachen, meist westlichen Winden einen solch
ungewöhnlich langsamen Verlauf, dafs man bis zum 1. April nur nach 12,4° N-Br
in 91° O-Lg vorrücken konnte. In geringer Entfernung von diesem Punkte
veränderte sich der leise Zug durch N nach NE, ohne jedoch an Stärke zuzunehmen,
Erst unweit 9° N-Br stellte sich am 5. April eine etwas frischere
nordöstliche Briese ein, die bis nach 6° N-Br hin anhielt. Südlich von diesem
Parallel war wieder leichte, unbeständige, westliche Briese vorherrschend und
bei solcher ging die Bark auch am 14. April in 90° O-Lg von nördlicher in
südliche Breite über. Vorher war: 15° N-Br in 91,8° O-Lg am 28, März,
10° N-Br in 90,9° O-Lg am 4. April und 5° N-Br in 89,4° O-Lg am 9. April
geschnitten worden. Die ebenfalls von Akyab kommende, am 20. März in See
gegangene Bark „Richard Rickmers“, welche sich am 1. April in 124° N-Br
und 91° O-Lg in Sicht von „Alice Rickmers“ befunden hatte, verliefls nördliche
Breite in 89,4° O-Lg am 14. April.
Südlich vom Aequator konnte „Alice Rickmers“ infolge des dort kräftiger
auftretenden Westwindes zunächst etwas rascher fortschreiten. Eine Störung
wurde wieder verursacht durch die sich am 18. April in der Nähe von 5,2° S-Br
in 92,2° O-Lg einstellende Mallung und nahm erst, nachdem sich aus dieser am
20. April der in 6° S-Br und 91,2° O-Lg einsetzende SE-Passat entwickelt
hatte, die Reise für längere Zeit einen rascheren Verlauf. Ungefähr gleichzeitig
wie bei „Alice Rickmers“ stellte sich auch bei „Richard Rickmers“ und
bei noch einem anderen Mitsegler, dem eisernen, von Rangoon am 30. März
ausgegangenen Vollschiffe „ Wega“, der SE-Passat ein. Am Mittag des 20. April
befand sich „Alice Rickmers“ in 6,7° S-Br und 90,3° O-Lg, „Richard Rickmers“
in 6,4° S-Br und 90,4° O-Lg und „Wega“ in 6,5° S-Br und 90,7° O-Lg. Die
drei Mitsegler scheinen sich also damals nahezu in Sicht von einander befunden
zu haben. Nachdem der Passat die Schiffe bis zum 28, April nach unweit
165° S-Br in 72° O-Lg geführt hatte, endete derselbe. Der Wind veränderte
sich dort nach NE, wurde schwach und führte während der nächsten zwei Tage
eine unregelmäfsige Drehung nach links aus. Auf dieselbe folgte wieder ein
mehrere Tage anhaltender stürmischer Ostwind. Als dieser am Mittage des
7. Mai zu wehen aufhörte, war der Schiffsort von „Alice Rickmers“ 24,8° S-Br
in 55,2° O-Lg, derjenige von „Richard Rickmers“ 23,4° S-Br in 53,9° O-Lg und
der von „Wega“ 24,3° S-Br in 54,8° O-Lg. Nach dieser Zeit hielt sich der
Wind vorherrschend im westlichen Halbkreise. Am 12. Mai befanden sich alle
drei Schiffe in Sicht von der Südspitze von Madagaskar, Westlich von 37° O-Lg
wurden die Schiffe wiederholt von frischem Ostwinde begünstigt und umsegelte
man später auch das Kap der guten Hoffnung, ohne dabei durch nennenswerthe
Gegenwinde aufgehalten zu werden, Am 30, Mai befanden sich „Alice Rickmers“
und „Richard Rickmers“ in Sicht vom Kap der guten Hoffnung, während „Wega“
das Kap Agulhas sichtete. Am 1. Juni erreichte „Alice Rickmers“ in 11,8° O-Lg
den Parallel von 30° S-Br, dagegen überschritt „Richard Rickmers“ denselben
in 10,8° O-Lg am 2. Juni und „Wega“ ihn in 12,2° O-Lg am 3. Juni. Die
erstere Bark hatte südlich von demselben 12 Tage zugebracht, und während
der Fahrt zur Südspitze von Afrika: 10° S-Br in 855° O-Lg am 22. April,
20° S-Br in 65,8° O-Lg am 2, Mai, 30° S-Br in 368° O-Ly am 20. Mai,
90° O-Lx in 68° S-Br am 20. April, 60° O-Lg in 225° S-Br am 4, Mai
and 30° O-Lg in 32,5° S-Br am 22. Mai geschnitten, Der frische, bei einem
Barometerstande von 774,2 mm wehende SE-Wind, bei dem „Alice Rickmers“
wieder nördlich von 30° S-Br gelangte, entwickelte sich zum SE-Passat. Derselbe
gewährte dem Schiffe dann für längere Zeit eine recht günstige Golegenheit
zur Förderung der Reise. Nördlich von 185° S-Br trat der Passat an
mehreren Tagen nur schwach auf, doch wehte er später noch wieder ziemlich
frisch und beständig. Am 21. Juni, 20 Tage später als 30° S-Br verlassen
worden war, ging „Alice Rickmers“ in 24,7° W-Lg von der südlichen zur nördlichen
Halbkugel über, Vorher war 20° S-Br in 2,1° W-Lg am 8. Juni und
Ann. 4. Hyär. ete., 1884. Heft XIL