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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Bemerkungen über zwei Stürme in Japan. 
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von Yokohama nach Yokkaicht bestimmt war, beobachtete um 7 a. m. den 
niedrigsten Barometerstand bei frischem ENE-Sturm, der sich aber bald in 
mäfßige nördliche und nordwestliche Winde verwandelte. Der Südostküste 
folgend, verschwand die Depression in der Nacht vom 13. auf den 14. August. 
Während der ganzen Zeit, wo sich die Depression über die japanischen Stationen 
erstreckte, nahm ihre Tiefe langsam aber. regelmäfsig ab. Dio Geschwindigkeit 
der fortschreitenden Bewegung betrug fast drei Tage lang unverändert 8Sm p.h., 
die Fahrt eines langsamen Küstendampfers. Die Regenmenge erreichte in 
Nagasaki eine Höhe von 141 mm (95mm in acht Stunden), bei Kocht 114 mm 
N mm in neun Stunden), bei Shimonoseki 58 mm, bei Kagoshima und Numadzu 
1 mm. Der bedeutendste Barometerfall war 9mm in neun Stunden bei 
Kagoshima, 15mm in 24 Stunden bei Miyasaki, Der Norden Japans wurde 
durch den Sturm nicht berührt. 
Der zweite Sturm vom 24. bis 26. August hatte einen viel heftigeren 
Charakter. Sein Centrum entstand wahrscheinlich zwischen der Riukiw und 
Miyakojima Gruppe, wanderte zuerst ungefähr nördlich, dann nordnordöstlich 
zwischen Kagoshima und Nagasaki durch, ging über Hiroshima in der Inlandsee, 
westlich von Sakai, nordwestlich von Kanazawa, über Sado und südlich von 
Akita, bis es sich zwischen Akita und Miyako im nördlichen Nippon auflöste. 
Die Bahn dieses Sturmes in Japan wird durch eine leicht gebogene Kurve, 
deren konkave Seite nach SO zeigt und durch Amakusa, Sakai und Sado geht, 
dargestellt. Das Dampfschiff „San Pablo“, Kapt. E. C. Reed, gerieth auf der 
Reise von Hongkong nach Yokohama um 3* p. m. den 24, August in der Mitte 
zwischen der Riukiu Gruppe und der chinesischen Küste (27° N-Br in 124° O-Lg) 
in die westliche Hälfte des Sturmes. Es wehte ein NNE-Sturm mit fallendem 
Barometer, der am 25, 3 Uhr Morgens in einen wüthenden NNW-Orkan über- 
ging, während das Schiff sich ungefähr auf derselben Position befand. Das 
Centrum scheint sich am 24, um 9 Uhr Abends in ca 26° N-Br und 126° O-Lg 
befunden zu haben. Um 5% p. m. des folgenden Tages passirte es südöstlich 
von Nagasaki (Geschwindigkeit 23 Sm p. h.). Quer über Kiwshu rückend, er- 
reichte es Hiroshima in der Inlandsee um 9 p. m. (35 Sm p. h.), Kanazawa an 
der Japanischen See um 3% a. m. am 26. August (42 Sm); um 6*a. m, war es in 
der Nähe von Sado (27 Sm), um 2* p. m. südlich von Akita (19 Sm), um 9* p. m. 
östlich in der Nähe von Akıta (8 Sm), wo die Depression sehr plötzlich während 
der Nacht verschwand. Die mittlere Geschwindigkeit der fortschreitenden Be- 
wegung betrug demnach 23, 35, 42, 27, 19 und 8Sm p.h. Die Bedeutung 
dieser Zahlen Täfst sich am besten auf einer Karte erkennen; der in 24 Stunden 
zurückgelegte Weg wird dargestellt durch die Strecke vom Südende Grofs- 
Riukiu’s bis zur Halbinsel Noto und ist ungefähr gleich 780 Sm. Einige der 
schnellen zwischen Europa und Nord-Amerika gehenden Dampfer machen ihre 
390 Sm im Etmal; dieser Sturm bewegte sich einen ganzen Tag lang doppelt 
so schnell vorwärts. Dieses Beispiel liefert einen Beweis für die in der Japan 
Daily Mail vom 22. Oktober 1883 ausgesprochene Behauptung. In derselben 
heifst es: In 16 Stunden, dem Zeitraum, für welchen die Küste jetzt als nicht 
genügend bewacht angesehen werden mufs, kann ein Sturm, der mit einer Ge- 
schwindigkeit von 25 Sm sich bewegt, von 2" p. m. an dem einen Tage bis 
6 a. m. am folgenden von Okinawa nach Kagoshima schreiten, Der gewählte 
Fall gilt als Ausnahme, aber der letzte Sturm hat die Annahme völlig gerecht- 
fertigt, und es war gut, dafs vom 1. Juni 1884 an täglich 3 Telegramme anstatt 
eines dem Observatorium zugesandt wurden, denn ohne dieselben würde es 
nicht möglich gewesen sein, die Küsten rechtzeitig zu warnen.‘) Der gegen- 
wärtige Fall liefert ferner einen Beweis, dafs die gröfsten und gefährlichsten 
Stürme auch die größte Geschwindigkeit entwickeln. Die Geschwindigkeit von 
23 Sm für den ersten Theil der Bahn muß ungleich auf die zurückgelegte 
Distanz vertheilt sein; in der Nähe der Riukiu Inseln war sie wahrscheinlich nur 
10 oder 15 Sm und steigerte sich bis auf 28 oder 30 Sm während des Passirens 
von Nagasaki. In den Breiten von .26° bis 30° bewegen sich die heftigen 
1) Bis zum J. Juni ging von den Japanischen Beobachtungsstationen täglich nur ein Witte- 
rungstelegramm bei dem Observatorium in Zokio, wo die Witterungsberichte zusammengestellt und 
von wo aus die Sturmwarnungen erlassen wurden, ein, Red,
	        
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