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Kleine hydrographische Notizen,
lichsten: Catacaos - Strohhüte (nach dem Dorfe, wo sie angofertigt werden,
benannt), sehr gute Baumwolle, Rinder- und Ziegenhäute, Orseille und Rindvich,
Lotzteres wird nach Callao verschifft, Auch wird in geringer Menge Rohzucker,
Cascarille, Cochenille, Zucker, Reis und Wolle ausgeführt. Der Handel von
Payta mit Guayaquil ist sehr bedeutend.
Gegenwärtig befindet sich in Payta ein Bureau für das submarine Kabel
der „Central South American Telegraph Company“, welche mit der Gesellschaft
in Verbindung steht, deren Kabel Callao mit Valparaiso verbindet,
Die Eisenbahn geht nur bis zu dem 50km von Piura gelegenen Ort
Sullana. Die Stationen nebst ihren in Kilometern ausgedrückten Entfernungen
von Payta sind: Arenal, 21,76 km; Huaca, 28,95 km; Viviate, 32,98 km; Nomara,
37,26 Km; Macacard, 40,74 km; Sozo, 46,36 km; Tirito, 54,76 km; Capilla, 56,47 km
und Sullana, 62 km.
3. (D. S.) Die Rhede von Freemantle an der Westküste von
Australien. Nach einer Mittheilung des Kapt. C. Oltmann von der deutschen
Bark „Pacific“ ist diese Rhede von O durch S und W bis WNW vollständig
geschützt. Im Sommer der südlichen Hemisphäre — Dezember bis März —
wehen daselbst vorherrschend südliche und südwestliche Winde. Auch während
des Aufenthaltes der „Pacific“ von Anfang Januar bis Mitte Februar 1883
traten vorwiegend südliche und südwestliche Winde auf, die meistens am Tage
frisch waren, aber nicht derartig, dafs etwa das Löschen oder Laden unter-
brochen werden mußte. Zur Zeit des südlichen Winters sind jedoch, wie man
dem Kapt. Oltmann in Freemantle mittheilte, nördliche und nordwestliche
Winde vorherrschend, welche, wenn sie hart auftreten, auf der Rhede von
Freemantle eine grobe See erzeugen, durch welche dann freilich das Löschen
und Laden tagelang unmöglich gemacht wird. Es ist in Freemantle cine Brücke
vorhanden, an welcher Schiffe bis zu einem Tiefgange von 3,6 m (12 Fufs) laden
und löschen können; allein aus den eben angeführten Gründen ist das Liegen
an dieser Brücke im Winter nicht zu empfehlen.
Von Freemantle versegelte „Pacific“ nach Rockingham, cinem Platze etwa
12 Sm weiter südwärts an der Küste. Hier, an einer Brücke liegend, nahm das
Schiff 384 Loads & 50 Kubikfuls Jarraholz ein und war, da es eine Gröfse von
630 Reg.-Tonnen hat, zwar nicht voll, wohl aber tief beladen. Es waren 19 Tage
zur Uebernahme dieser Ladung erforderlich. Den Ballast konnte man unweit
Rockingham, etwa %/4 Sm vom Lande entfernt, über Bord werfen.
Die Unkosten der „Pacific“ in Freemantle und Rockingham waren, wie folgt:
Ein- und Ausklariren, zusammen . . . 2... .. . Q2Lstrl. 2sh. —d.
Feuergeld, für die Tonne . ...00.0.0..00.0 0 .00.— n— 4
Tonnengeld, ein- und ausgehend, zusammen für die Tonne — „ —» 6»
Lotsgeld, einkommend . . ..0.0.00000000.000004 „ 6% —»
von Freemantle nach Rockingham . . +. 6 » Dy —»
» ausgehend . 2 000000000.040.0000040 4 2 „ 15» —»
6. (D. S.) Auf der Rhede von Lagos an der Guinea-Küste
herrschten nach den von Kapt. Lichtenberg, Führer des deutschen Schoners
„Franz“, in seinem metcorologischen Journal gemachten Bemerkungen vom
18. März bis zum 4. April 1883, gewöhnlich von 10 Uhr Abonds bis 7 Uhr
Morgens, Landwinde aus NW bei einer frischen Kühlte, worauf von 10 Uhr
Vormittags an der Wind ziemlich frisch aus WSW wehte. Von dieser Stunde
an war die Hitze drückend. Während der Nacht traten einige Male Tornados
auf, bei denen jedoch die Windstärke nicht über die einer frischen Bramsegel-
briese hinauskam. Der Luftdruck schwankte um 8 Uhr Morgens zwischen
762,2 mm und 761,7 mm.
Am 4. April wurde „Franz“ bei einem Tiefgange von 11 Fufs 9 Zoll von
einem Dampfer mit Hochwasser über die Barre geschleppt und ankerte darauf
auf der Aufsenrhede. Sowohl einkommend als ausgehend, wurde die Wasser-
tiefe auf der Barre bei Hochwasser zu 5,1m (17 Fufs) gefunden.
7. (D.S.) Höhe des Berges Marang, Mayang-I., Westküste von
Borneo. Nach einem Bericht des Kapt. Leverkus von der Bark „Charlotte“
ist die Höhe des Berges Marang auf der SW-Ecke der Insel Mayang in der
Karimata-Strafse, an der Westküste von Borneo, in der Englischen Adm.-Karte
No. 2160 falsch angegeben. Dieser Berg hat nicht eine Höhe von 2200 e.. Fuf,