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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Küste von Damara und Grofs-Namanqua, West-Afrika, 
oder Zelt, einer Flaggenstange und einigen auf den Strand gezogenen Booten. 
S. M. Kbt. „Möwe“ passirte ziemlich nahe und heifste die Flagge, es zeigte sich 
aber kein lebendes Wesen. 
Am 4. Oktober wurde Kap Crofe!) angesteuert. Etwa 5 Sm nördlich 
davon an einem vorspringenden Punkt liegt hoch auf dem Lande das Wrack 
eines grofsen eisernen Schiffes, Dasselbe bietet eine auf lange Zeit hinaus 
brauchbare Landmarke. Die dahinterliegenden Berge sind oft durch Nebel 
verdeckt. Kap Cro/fs selbst ist eine niedrige Landzunge von weilsem Sand, 
zunächst als eine vorliegende Insel erscheinend. In der That hängt die Halb- 
insel mit den hinterliegenden rothen Sandsteinhügeln nur durch eine niedrige 
Sandfläche zusammen. Die Bucht nördlich von Kap Cro/s ist ein guter, gegen 
Südwind wohlgeschützter Ankerplatz. Die Beschreibung des „Afrika Pilot“ 
stimmt hier ganz und gar nicht, und man ist versucht, eine Verwechselung an- 
zunehmen. Dagegen sind die Peilungen und Landungs- wie Ankerplätze zu- 
treffend angegeben. 
Hier fand sich auf dem Hügel gegenüber dem Landungsplatze ein 
schwarz-weils-rother Pfahl mit einer Tafel und der Inschrift: „Von 26° bis 
18° S-Br mit Ausschlufs der Walfischbai Kaiserl. Deutsches Protektorat“. 
Bei Kap Cro/f hatte man nicht in demselben Mafse den Eindruck völliger 
Oede, wie bei der ersten Landungsstelle, Zwischen den Blöcken rothen Sand- 
steins fanden sich vielfach Moose und Flechten; beim Landungsplatze trieb sich 
eine Hyäne umher, später wurde angeblich noch ein Hase und eine Schlange 
aufgejagt, und auf den vorliegenden Steinen des Kaps selbst lagerte eine ganze 
Heerde Robben. 
Die Sierra-Bai?) im Süden von Kap Crofs ist ganz offen. Hinter dieser 
Bai bildet ein 200m hoher isolirter Berg eine ausgezeichnete Erkennungsmarke, 
wenn man aus Süden kommt. 
Am 5. Oktober wurde die Küste südlich von Sandwich-Hafen nahe ge- 
sehen. Dieselbe besteht hier aus ganz erstaunlich steil abfallenden ca 150m 
hohen Sanddünen von dunkelgelber Farbe. Die Anhäufung von Flugsand hat 
hier aufserordentliche Dimensionen erreicht, Felsen oder dergleichen sind nirgends 
zu erkennen, sondern nur loser gewellter Sand, 
Eine ganz andere Scenerie bietet die Umgebung von Angra Pequena®) 
dar. Die Berge sind gleichmäfsig grau, die vorliegenden Inselchen und Klippen 
schwarz, während die Guano tragenden Inseln an ihrer weißen Färbung erkennbar 
sind, Die Angaben der Karte erwiesen sich zutreffend und ausreichend, Für 
die Einsegelung ist auch gröfseren Schiffen die Passage zwischen Angra Point 
und Angra Rock zu empfehlen. Es wurden beim Passiren derselben bei niedrigem 
Wasser nicht unter 9,5m gelothet. 
Die Pinguin- und Seal-Inseln sind jetzt fast ganz von Guano entblöfst, 
mit Ausnahme von vielleicht 15—20 Tons, die auf ersterer noch abzutragen 
3ind. Die Felsen sind mit Kratzeisen und Besen sorgfältig gereinigt, und da, 
namentlich auf der Pinguin-Insel, so gut wie gar keine Vögel sich aufhalten, 
30 ist nicht abzusehen, ob und wann diese Inseln wieder einen Ertrag von 
Guano liefern können. 
harmonische Analyse der Gezeitenbeobachtungen, 
(Von Prof. Dr. Börgen in Wiühelmshaven.) 
{Schlufs.) 
Zum Schlufs mögen noch einige Bemerkungen über das bei dem Vor- 
handensein von Lücken in den Tagesmitteln einzuschlagende Verfahren ihren 
Platz finden, welche wir aus der Abhandlung von Darwin übersetzen, ohne 
jedoch damit Alles empfehlen zu wollen. Da indefs die größere Erfahrung 
auf Seiten der Engländer ist, so verdienen die Vorschläge jedenfalls volle 
Beachtung. 
) „Afrika Pilot“, Part II, 1884, S. 206. 
3 „Afrika Pilot“, Part II, 1884, S. 207. 
) „Afrika Pilot“, Part II, 1884, S. 229 
Siehe auch „Ann, d. Hydr. etc,“, 1884, S, 260.
	        
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