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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Kleine hydrographische Notizen. 
anmittelbaren Nähe desselben für die passirenden Schiffe eine Kohlenstation zu 
arrichten. Die englische Regierung kam dieser Gesellschaft bereitwilligst ent- 
zegen und überliefs ihr im April v. J. eine gröfsere Fläche Landes dicht bei 
lem nordwestlichen Theile des Hafens. Hier sind nun bereits die Errichtung von 
Magazinen, Tanks ete. und die Herstellung von Kondensations- und Kis- 
bereitungs-Apparaten in Angriff genommen und Vorrichtungen getroffen worden, 
um an einer geeigneten Stelle allen bei Tage das Rothe Mcer auf- und abwärts 
passirenden Schiffen Signale zu geben und Berichte zukommen zu lassen. Die 
Kohlenstation hat auch schon ihre Thätigkeit begonnen, indem Schiffe bis zu 
4000 tons Tragfähigkeit hier ihre Kohlen eingenommen haben. 
Der Hafen und die neue Kohlenstation auf der Insel Perim bieten manche 
Vortheile im Vergleich zu Aden dar. Die Dampfer gewinnen 40 Sm, wenn sie 
Perim anlaufen und sind frei von Lotsen- und Hafengebühren, da Perim als 
Freihafen erklärt worden ist. Die neue Liverpooler Gesellschaft kann über 
einen schönen auch bei Nacht leicht zugänglichen Hafen von hinreichender Tiefe 
disponiren und ist im Besitz einer beträchtlichen Fläche Landes; Arbeitskräfte 
sind leicht zu erhalten; sie genielst endlich die Unterstützung der Admiralität, 
welche die strategische Wichtigkeit der Insel Perzöm wohl erkannt hat. 
Es mufs allerdings noch bemerkt werden, dafs die Insel kein Trinkwasser, 
eine nur sehr spärliche Vegetation und ein heißes und trockenes Klima hat, 
so dafs ein beständiger Aufenthalt auf dieser Insel ein sehr beschwerlicher ist; 
man kann sich zu den verschiedenen Arbeiten nur der Araber und Afrikaner 
bedienen, welche selbst unter solchen ungünstigen Verhältnissen aushalten und 
ihätig sein, können, 
2. Die Ansegelung von Wei-hai-wei (Ostküste von China)‘') 
ist (nach einem Bericht S. M. S. „Leipzig“, Kapt. z. See Herbig) einfach und 
gefahrlos, da hinreichend Landobjekte vorhanden sind, durch deren Peilung der 
Ort des Schiffes jederzeit genau festzustellen ist. Der Hafen wird gebildet durch 
eine tiefe Einbuchtung der Küste, zwischen Peaked Point und Three peaked Point, 
und ist durch die vor dieser Bucht liegende Insel Lew-kung-tau gegen nördliche 
Winde hinreichend geschützt. Nach NW bilden die kleinen Inseln Round und 
Oute einen guten Wellenbrecher; nach Ost bis Südost ist der Hafen ziemlich 
offen; der westliche Theil desselben ist durch die sich von NW nach SO er- 
streckende Sandbank mit nur 5 bis 6m Wassertiefe ziemlich gut geschützt. 
Zwei Eingänge führen in den Hafon, von denen der westliche für Schiffe 
jeden Tiefyangs und jeder Gröfse benutzbar ist, während der östliche nur von 
Schiffen mit geringerem Tiefgang gewählt werden kann. Für gröfsere Schiffe 
ist zur Zeit nur wenig Raum vorhanden; es können etwa fünf Schiffe von der 
Größfse der „Leipzig“, wenn solche vertäuf sind, dort Schutz gegen See und 
Wind finden; der Ankergrund ist vorzüglich. Schiffe von geringerem Tiefgang 
können weiter östlich zu Anker liegen, jedoch sind sie dann den Nordost- und 
Oststürmen ausgesetzt und haben die hohe See, die durch diese erzeugt wird, 
auszuhalten. Ebbe und Fluth wechseln regelmäfsig; der Unterschied zwischen 
Hoch- und Niedrigwasser beträgt 1,2 bis 2,1 m und ist das von der herrschenden 
Windrichtung bedingt. Sowohl beim Einlaufen als auch beim Auslaufen wurde 
die westliche Einfahrt gewählt. Die Einfahrt bietet keinerlei Schwierigkeiten; 
Round Rock kann auf 150m passirt und von dort aus die Mitte der tiefen 
Rinne gehalten werden. Die zu beiden Seiten derselben plötzlich abnehmenden 
Wassertiefen geben mit Hülfe des Lothes die Entfernung und den Zeitpunkt 
an, in welchen man sich von Observatory I. zu halten und wann man auf den 
Ankerplatz zu drehen hat. 
In Bezug auf das Ansteuern der westlichen Einfahrt mufs erwähnt werden, 
dafs Round Rock die am deutlichsten erkennbare und sich am schärfsten ab- 
hebende Marke, besonders beim ersten Besuch der Rhede, mit gröfserer Sicher- 
heit als die Konturen der Insel Leu-kung-tau konstatirt werden kann. > 
3 Port Hamilton,*) zwischen den Inseln Sodo und Twnodo, der 
Gruppe Nan How gelegen, ist (nach einem Bericht desselben Kommandanten) 
ein vorzüglicher Hafen, für Schiffe jeden Tiefgangs und jeder Gröfßfse bonutz- 
3) „China Sea Directory“ Vol. III, pag, 469. 
2 „China Sea Directory“ Vol. IV, pag. 61.
	        
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