Auflösungen für das Zweihöhenproblem.
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8. Die Näherungsmethode von Sumner. Ursprung derselben. Die
aus jeder einzelnen Höhe folgende Sumner’sche Linie, Höhenkurven,
Verbindung von Rechnung und Konstruktion in der Seekarte. Wird
die Konstruktion durch Rechnung ersetzt, so fällt die Sumner’sche
Methode zusammen mit der Lalande’schen. Erweiterung der Sumner-
sehen Lösung auf den Fall, wo eine Höhe dem Meridian nahe ist.
G. E. Tuxen und J. C. Tuxen. Die Ersetzung der Konstruktion durch
Rechnung führt in diesem Falle auf die Methode von Borda zurück,
Verschiedenes Verfahren zur Konstruktion der Sumner’schen Linie,
Marca-Saint-Hilaire, Villarceau und De Magnac. ;
Seit Douwes’ Zeit hatte Niemand einen gröfseren Erfolg mit der Ein-
führung einer Lösung für das Zweihöhenproblem, als der Kapitän der amerika:
nischen Handelsmarine Thomas Sumner.*') Durch ihn kam eigentlich die
Lalande’sche Methode erst in den praktischen Gebrauch, denn ebenso wie
Lalande vorgeschlagen hatte, berechnete Sumner mit zwei angenommenen
Breiten und jeder der beiden Höhen die Stundenwinkel. Anstatt aber mit
Lalande die kurze Schlufsrechnung nach der „petite regle de trois“ abzu-
machen, konstruirte Sumner zwei Linien in der Seekarte, in deren Durchschnitts-
punkt sich das Schiff befinden mufste. Das war insoweit wenigstens keine
Verkürzung von Lalande’s Methode, da sich jene beiden Regeldetri-Sätze für
die Breite und Länge wohl ebenso schnell und genauer berechnen liefsen, als
die Konstruktion dazu in der Karte ausgeführt werden konnte; nur ist diese
einfache Konstruktion allerdings geometrisch anschaulich und gemeinverständlich,
daher auch sicher im praktischen Gebrauch. Ferner aber verwahrte doch
Sumner selbst‘ sich von vornherein ausdrücklich dagegen, dafs er hauptsächlich
eine neue Methode für das Zweihöhenproblem angeben wolle, sondern wie diese
Sache auf dem Titel seiner Schrift nur als beiläufig und mit kleinem Druck
angeführt wird, so beginnt er auch schon seine Vorrede mit den Worten:
„It is not so much the object of this work to present the navigator with
a new method of „double altitudes“ as to afford him an accurate method of
finding by one altitude of the sun, taken at any hour of the day, with the
chronometer time, the true bearing of the land, when the latitude, longitude
and time at the ship are from any cause uncertain“,
Der eigentliche Kern von Sumner’s Methode liegt also in der Bestimmung
des geometrischen Ortes des Schiffes, in Form einer Linie, worin sich das Schiff
irgendwo befinden mul, vermittelst einer beobachteten Höhe, mit Hülfe der
bekannten Deklination und der nur genähert bekannten Breite, wenn die
Chronometerzeit zuverlässig genug ist, um diese Linie, parallel mit sich selbst,
nicht zu weit nach Osten oder Westen zu verschieben. Genau genommen ist
zwar diese Ortslinie oder Sumner’sche Linie ein Kreis auf der Erde, in dessen
Peripherie alle Oerter liegen müssen, wo momentan die gleiche Höhe der Sonne
beobachtet werden kann, und dessen Mittelpunkt sich dort befindet, wo die
Sonne im Zenith steht. Die geographische Breite dieses Kreiscentrums fällt
also mit der Deklination der Sonne zusammen, und die Länge desselben wird
durch die Chronometerzeit der Beobachtung, reducirt auf die wahre Zeit des
ersten Meridians, unmittelbar angegeben. Kin Fehler des Chronometers würde
diesen Kreis östlich oder westlich verschieben, ohne seinen Radius als beob-
achtete Zenithdistanz zu ändern. Dasselbe gilt für jede andere Gestirnshöhe,
nur tritt dann der Stundenwinkel des Sterns in Greenwich an die Stelle der
wahren Zeit daselbst. Ein gleichzeitig beobachteter zweiter Stern liefert dem-
nach einen zweiten Kreis für alle möglichen Beobachtungsörter dieser zweiten
Höhe, und die beiden gegenseitigen Schnittpunkte dieser Kreise geben die
beiden möglichen Auflösungen des Zweihöhenproblems in ältester und einfachster
Form, wie man sie ursprünglich auf dem Globus auszuführen lehrte.
41) A new and accurate method of finding a ship’s position at sea, by projection on Mercator’s
chart. When the lat., longit. and app. time at the ship are uncertain; one altit, of the sun, with
the true Grw. time, determines: 1. the true bearing of the land; 2. the errors of longit. by chrono-
meter consequent to any error in the latit.; 3. the sun’s true azimuth . .. With rules for practice
and examples from actual observation. By Capt, Thomas H. Sumner. 2, Edit. Boston 1845.
88 Seiten in 8%. (Die 1. Edit. erschien 1843.)