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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Vergleichende Uebersicht etc,, August 1884, 
Im Südatlantischen Ocean konnte „Industrie“ bei den dort zunächst aus 
nordwestlicher, später aus südwestlicher Richtung wehenden Winden in ganz 
befriedigender Weise fortschreiten. Eine Störung wurde zuerst durch die am 
12. und 13, Mai in der Nähe von 34° S-Br und 31,5° W-Lg herrschende leichte 
Mallung verursacht, doch folgte auch auf diese später noch wieder frischer 
Westwind. Die zwischen 28° und 21,5° S-Br liegende Strecke legte „Industrie“ 
bei nordwestlichen und nordöstlichen Winden zurück, und indem der letztere 
Wind am 20. Mai in der Nähe von 21,6° S-Br und 23,1° W-Lg eine östlich 
von NE liegende Richtung annahm, entstand aus ihm der Passat. Geführt von 
diesem, segelte „Industrie“ dann bis zum 30. Mai zu der in 27° W-Lg über- 
schrittenen Linie. Um zu derselben vom Kap Horn aus zu gelangen, waren 
30 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br in 
50° W-Lg am 6. Mai, 40° S-Br in 36° W-Lg am 10. Mai, 30° S-Br in 29,9° 
W-Lg am 14, Mai, 20° S-Br in 25° W-Lg am 21. Mai und 10° S-Br in 27,1° 
W-Lg am 26. Mai gekreuzt. 
In nördlicher Breite waren zur Ueberschreitung des zwischen 1,8° N-Br 
in 27,4° W-Lg und 3,6° N-Br in 27,8° W-Lg liegenden Stillengürtels zwei 
Tage erforderlich. Nach Verlauf derselben wurde im letzteren Punkte am 
2. Juni der NE-Passat wieder angetroffen, bei dem sich für längere Zeit ein 
mäfsig rascher Fortgang erzielen ließ. Der frischeste Wind wurde auf der 
zwischen 24° und 30° N-Br liegenden Strecke beobachtet. Zu der in 31,5° N-Br 
und 39,5° W-Lg liegenden polaren Passatgrenze gelangte „Industrie“ am 
16. Juni. In ihrer Nähe wurde ein höchster Luftdruck von 773,2 mm abgelesen, 
Nördlich vom Passatgebiet waren zunächst noch für längere Zeit leichte, unbe- 
ständige, östliche Winde vorherrschend. Man mufste bis nach 41° N-Br hin 
vorrücken, bevor es gelang, durchstehende Westwinde anzutreffen. Nachdem 
dieselben durchgekommen waren, konnte der letzte Reiseabschnitt noch in be- 
friedigend rascher Weise zurückgelegt werden. Am 5. Juli, 124 Tage später 
als San Francisco verlassen worden war, ankerte „Industrie“ im. Hafen von 
Falmouth. Im Nordatlantischen Ocean hatte man 36 Tage zugebracht und 
dort: 10° N-Br in 34° W-Lg am 6. Juni, 20° N-Br in 37,5° W-Lg am 11, Juni, 
30° N-Br in 39° W-Lg am 15. Juni und 40° N-Br in 33,3° W-Lg am 24, Juni 
geschnitten. 
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Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats August 1884 
in Nordamerika und Centraleuropa. 
(Mittheilung von der Deutschen Secewarte,} 
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington 
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung 
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats 
August 1884 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber. 
Nordamerika, 
1. Die mäßige Anzahl barometri- 
scher Minima, welche alle den hohen 
Norden in südöstlicher bis nordöst- 
licher Richtung durchzogen. Die ge- 
ringe Anzahl barometrischer Maxima, 
welche aber zum Theil sehr markirte 
Aenderungen in der Wetterlage her- 
vorbrachten. 
2. Das. im Allgemeinen normale 
Monatsmittel des Luftdrucks; nur in 
den nördlicheren Distrikten von der 
Centraleuropa. 
1. Die Seltenheit und geringe Tiefe 
der barometrischen Depressionen im 
centralen und westlichen Europa, bei 
gröfserer Häufigkeit derselben im euro- 
päischen Russland; dementsprechend 
die grofse Häufigkeit barometrischer 
Maxima über Central- und Nordeuropa. 
2. Das anomal hohe Monatsmittel 
des Luftdrucks im ganzen, insbesondere 
aber im nördlichen Centraleuropa, wo
	        
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