Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juli 1884.
erreichte schliefslich am 8. Juli die Mündung des Kanals, Es waren bis dahin
138 Tage seit dem Antritt der Reise vergangen. In nördlicher Breite hatte
man 10° N-Br in 29,2° W-Lg am 11. Juni, 20° N-Br in 35,5° W-Lg am
16. Juni, 30° N-Br in 39,4° W-Lg am 22, Juni und 40° N-Br in 336° W-Lg
am 29. Juni gekreuzt. Von den Mitseglern erreichte die Kanal-Mündung:
„Anoll“ am 7. Juli, „Melusine“, mit welcher „Agustina“ am 8. Juni in 7,4° N-Br
and 28° W-Lg wie am 21. Juni in 29° N-Br und 41° W-Lg Signale aus-
getauscht hatte, am 7. Juli, „Industrie“ am 5. Juli und „Border Chief“ am
8. Juli. An Bord der Bark „Paul“, welche 40° N-Br in 32,8° W-Lg am 3. Juli
gekreuzt hatte, wurde, als sich dieselbe am 5. Juli in 42,8° N-Br und 30,2° W-Lg
befand, die Führung des meteorologischen Journals unterbrochen. Die beiden
eisernen Vollschiffe hatten sich gegen ihre hölzernen Mitsegler überraschend
gut halten können.
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12. Reise der Bremer Bark „Mozart“, Kapt. U. Vogelsang.
Am 11. April 1884, eine Woche später als die KXibe verlassen worden
war, befand sich die nach New- York bestimmte Bark „Mozart“ in der Nähe
von Lizard. Der dort wehende Ostwind hielt kräftig wehend auch im offenen
Ocean an und endete erst, nachdem er die Bark bis zum 24, April nach 40,4°
N-Br in 48,2° W-Lg geführt hatte. In der Nähe dieses Punktes veränderte
sich der Wind nach S und SSW, doch blieb er auch dann noch raum genug,
um eine befriedigend rasche Fahrt nach Westen hin zu ermöglichen.. Westlich
von 61° W-Lg herrschten hoch nördliche Winde vor, die auch nicht ungünstig
waren, und nur. während der letzten vier Tage dor Reise beobachtete man
leichte Gegenwinde. Am 6. Mai, 25 Tage später als der Kanal verlassen
worden war, erreichte „Mozart“ den Hafen von New-York, Auf dem Wege zu
demselben hatte man 30° W-Ly in 42,5° N-Br am 18. April, 50° W-Le in
40,5° N-Br am 25. April, 60° W-Lg in 41° N-Br am 29. April und 70° W-Lg
in 40,2° N-Br am 4. Mai überschritten. Die Bremer Bark „Victoria*, welche
sich bei Zizard am 12. April befand, ankerte im Hafen von New- York
am 7. Mai,
„Mozart“, der später von New-York nach Philadelphia versegelt war,
erreichte, von diesem letzteren Platze nach Hamburg bestimmt, wieder am
13. Juni die offene See. Der Anfang dieser Reise verlief infolge wiederholt
angetroffener Ostwinde nur in langsamer Weise. Erst nachdem 60° W-Lpg
überschritten worden war, konnte man bei den dort beständiger wehenden
Westwinden rascher fortschreiten. Man vollendete die Fahrt über den Ocean
bis zu der am 12, Juli erfolgten Ankunft des Schiffes im Kanal dann, ohne dafs
sich Nennenswerthes während derselben ereignete. Während der in 29 Tagen
zurückgelegten Reise war: 70° W-Lg in 38° N-Br am 18. Juni, 60° W-Lg in
38,6° N-Br am 24. Juni, 50° W-Lg in 39,7° N-Br am 27, Juni und 30° W-Lyg
in 43° N-Br am 5. Juli gekreuzt worden.
13. Reise der Bremer Bark „Olbers‘“, Kapt. H. Lahmeyer,
Die nach Philadelphia bestimmte Bark „Olbers“, welche am 12. März 1884
von der Weser aus in See gegangen war, schlug infolge in der Nordsee an-
getroffener Gegenwinde den Nord um Schottland führenden Weg ein und gelangte
auf demselben am 16. März in die Nähe von Fair Island. Nach dieser Zeit
nahm die Reise bei vorherrschend aus westlicher Richtung wehenden Winden
nur einen langsamen Verlauf. Derselbe wurde ein günstigerer bei den sich am
20. März unweit 51° N-Br in 23° W-Lg einstellenden hoch nördlichen Winden,
und indem später Winde angetroffen wurden, die sich häufig von nördlicher
nach südlicher Richtung veränderten, legte man den noch übrigen Theil der
Reise zurück, Am 21. April, nach 36tägiger, durch keinen Sturm beunruhigter
Fahrt gelangte „Olbers“ zur Mündung des Delaware-Flusses. Auf dem Wege
dahin war 30° W.Lg in 47,6° N-Br am 1. April, 50° W-Lg in 41,4° N-Br am
10. April, 60° W-Lg in 41° N-Br am 16. April und 70° W-Lg in 40° N-Br
am 20. April überschritten worden. Am 9. April hatte „Olbers“ sich in etwa
42,5° N-Br und 49,5° W-Lg in Sicht von Treibeis befunden. Die am 16. März
von der Weser aus eine Reise nach New- York antretende Bark „Johanne Marie“,
welche anfänglich durch den Kanal zu segeln beabsichtigte, sich aber später