Eingänge von meteorologischen Journalen etc,, Juli 1884.
758,0 mm erreicht. Während des folgenden SW-Windes stieg das’ Barometer
ziemlich rasch und als 24 Stunden nach jenem tiefsten Punkte ein Stand von
768,2 mm erreicht worden war, nahm der SW-Wind bis zum leisen Zuge ab.
Auf diesen folgte dann nach kurzer Zeit wieder ein rasch auffrischender NE-
Wind. Derselbe Vorgang wiederholte sich später in ähnlicher Weise noch
zweimal, so dafs mit fast gleichmälsiger Zwischenzeit von 24 Stunden am
9, April ein Barometerstand von 758,0 mm, am 10. April ein solcher von
768,2 mm, am 11. April wieder ein auf 758,0 mm gesunkener und am 12. April
ein auf 768,1 mm gestiegener beobachtet wurde. Diesen Schwankungen des
Luftdrucks genau entsprechend waren auch die Veränderungen in der Richtung
und Stärke des Windes. Am 16. und 17. April überstand „Urania“ in der
Nähe von 35° S-Br und 24° O-Lg einen fast orkanartige Stärke erreichenden
Weststurm, der auf leichten nördlichen Zug folgte und bei dem das Barometer
einen tiefsten Stand von 750,8 mm erreichte. Nachdem dieser Sturm sich etwas
gemäfsigt hatte, wehte der Wind doch noch für mehrere Tage heftig aus west-
licher Richtung. Der Luftdruck nahm dabei zu und als derselbe am 20. April
einen höchsten Stand von 771,1 mm erreicht hatte, veränderte sich der in-
zwischen hoch südlich gelaufene und ganz schwach gewordene Wind durch S
nach E. Bei diesem bald kräftiger werdenden Winde gelangte „Urania“ am
21. April in Sicht des Feuers der Kapstadt und -ein frischer, während der
nächsten Tage wehender Südwind führte das Schiff bis zum 24, April zurück
zu dem in 9,8° O-Lg überschrittenen Parallel von 30° Süd. Es waren dann
19 Tage verflossen, seit man dieselbe Breite im Indischen Ocean verlassen
hatte. Während der Fahrt über dieses Meer hatte das Schiff 10° S-Br in
89,5° O-Lg am 15. März, 20° S-Br in 71,5° O-Lg am 22. März, 30° S-Br in
39,5° O-Lg am 5. April, 90° O-Lg in 8,8° S-Br am 14. März, 60° O-Lg in
24,9° S-Br am 26. März und 30° O-Lg in 33° S-Br am 12. April gekreuzt.
Nördlich von 30° S-Br im Atlantischen Ocean wurde „Urania“ zunächst
noch an mehreren Tagen von leichten südlichen Winden begünstigt. Dieselben
gingen jedoch, nachdem sie das Schiff bis zum 29. April nach 24,5° S-Br in
4,5° O-Lg geführt hatten, in Stille über, auf die nach kurzer Zeit ein rasch
auffrischender NNW-Wind folgte. Am 30. April und 1. Mai überstand „Urania“
einen sehr heftigen, von Gewitter und einem niedrigsten Luftdruck von 755,6mm
begleiteten Weststurm. Während desselben schofs der Wind zweimal von NNW
nach SW aus. Bald nachdem es zum ersten Male geschehen war, krimpte der
Wind zurück nach NNW, bis etwa 10 Stunden später das abermalige Aus-
schießen erfolgte. Nachdem der Sturm sich endlich gemäfsigt hatte, beob-
achtete man für längere Zeit flaue, oft von Stille unterbrochene Mallung. Man
mufste bei derselben bis nach 16,6° S-Br in 1° O-Lg vorrücken, bevor es
endlich gelang, Passat anzutreffen. Da derselbe später jedoch nur ungewöhnlich
schwach auftrat, war auch der fernere Verlauf der Reise ein solch langsamer,
daß erst am 25. Mai der Aequator in 22,2° W-Lg überschritten werden konnte.
Um zu demselben von 30° S-Br her zu gelangen, waren 31 Tage erforderlich
gewesen. 20° S-Br hatte man in 5,3° O-Lg am 4. Mai und 10° S-Br in 11,6°
W-Lg am 17. Mai gekreuzt.
Der von „Urania“ anscheinend gleich nördlich der Linie angetroffene
Stillengürtel dehnte sich bis nach 5,7° N-Br in 25,8° W-Lg aus, In geringer
Entfernung von diesem Punkte stellte sich am 1. Juni der NE-Passat ein, der
später ebenfalls nur schwach wehte und dessen Gebiet sich bis nach 31° N-Br
in 39° W-Lg ausdehnte. Die frischeste Briese war auf der zwischen 23° und
29° N-Br liegenden Strecke angetroffen worden. Der Passat endete in der
Nähe jenes Punktes am 16. Juni bei auf 772,0 mm gestiegenem Luftdrucke in
Windstille. Nach dieser beobachtete .man jedoch noch wieder längere Zeit
anhaltende schwache und veränderliche, meist östliche Briese, Durchstehende
Westwinde wurden am 27. Juni in der Nähe von 40,5° N-Br und 33° W-Lg
angetroffen. Bei diesen konnte man den noch übrigen Reiseabschnitt in
einigermafsen rascher Fahrt vollenden. Als jener Wind einsetzte, hatte das
Barometer einen höchsten Stand von 773,4 mm erreicht. Ein stürmischer SSW-
Wind führte „Urania“ am 6. Juli zur Mündung des Kanals. Es waren dann
144 Tage seit dem Antritt der Reise vergangen. Im Nordatlantischen Ocean
hatte man 42. Tage zugebracht und dort während dieser Zeit: 10° N-Br in
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