Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Juli 1884.
Als die nun auf der Rückreise von Surabaja nach dem Kanal begriffene
Bark sich am 10. Januar 1884 in 9° S-Br und 114,8° O-Lg befand, begaun
man an Bord derselben wieder die Führung des meteorologischen Journals.
Das Schiff versuchte damals bei dem zur Zeit herrschenden mäfsigen Westwind
yach Süden hin vorzurücken. Nachdem 13° S-Br überschritten worden war,
wurde der sich gleichzeitig nach SW verändernde Wind derart stürmisch, dafs
die beim Winde segelnde Bark fast gar keinen Fortschritt mehr erzielen konnte,
Erst als man am 17. Januar nach 15,5° S-Br in 115,5° O-Lg gelangt war,
mäfsigte sich die Stärke des Windes, ohne jedoch seine Richtung zu verändern,
Indem die Windstärke während der folgenden Tage noch ferner abnahm, stellte
sich schließlich am 20. Januar in der Nähe von 16,5° S-Br und 114,5° O-Lg
Stille und leichte Mallung ein. Der Fortgang des Schiffes wurde dann für
längere Zeit fast gänzlich gestört. Erst der sich am 1. Februar unweit von
20,5° S-Br in 98,5° O-Lg einstellende Passat ermöglichte ein etwas rascheres
Fortschreiten; da derselbe jedoch überall nur geringe Stärke besafs, erfolgte
jenes. auch jetzt in keineswegs rascher Weise. Erst südlich von 23° S-Br
wurde ein für mehrere Tage kräftig und beständig wehender Passat angetroffen.
Die polare Passatgrenze schien am 11. Februar in der Nähe von 25,5° S-Br
und 75° O.Lg zu liegen. Der Wind veränderte sich dort bei einem Barometer-
stande von 764,5 mm nach NE und nahm dann bald bis zum leisen in Stille
übergehenden Zuge ab. Auf diese letztere folgte am 15. Februar wieder ein
jn etwa 26,8° S-Br und 70° O-Lg einsetzender Ostwind, der für mehrere Tage
zwar nur schwach, aber doch ganz beständig wehte, Unweit von 27,5° S-Br
in 58° O-Lg erfolgte am 21. Februar eine rasch und in unregelmäfsiger Weise
stattfindende Drehung des Windes nach links, nach welcher wieder ein längere
Zeit anhaltender, zum Theil recht kräftig wehender Ostwind folgte. Frischer
Westwind wurde nicht eher, als am 7, März in der Nähe von 35° S-Br und
27° O-Lg angetroffen. Auch auf diesen folgte jedoch bald wieder östlicher
Wind. Bei mäfsigem SE-Winde überschritt „Triton“ auch am 13. März die
Länge der Kapstadt, und nachdem dann im Atlantischen Ocean an mehreren
Tagen noch wieder leichte westliche Winde beobachtet worden waren, führte
ein sich unweit von 32,5° S-Br in 14,5° O-Lg einstellender SE-Wind die Bark
am 16. März zurück zu dem in 11,5° O-Lg überschrittenen Parallel von 30° Süd.
Südlich von demselben hatte „Triton“ 17 Tage zugebracht. Während der
Fahrt über den Indischen Ocean war: 10° S-Br in 114,5° O-Lg am 11. Januar,
20° S-Br in 101,6° O-Lg am 30. Januar, 30° S-Br in 42° O-Lg am 28, Februar,
90° O-Lg in 22,1° S-Br am 5. Februar, 60° O-Lg in 27,4° S-Br am 20, Februar
and 30° O-Lg in 33,8° S-Br am 6. März gekreuzt worden.
Der frische SE-Wind, bei dem „Triton“ wieder nördlich von 30° S-Br
gelangte, war schon der Passat. Die Bark durchsegelte bei demselben später
fast den ganzen Südatlantischen Ocean in ruhiger ungestörter Fahrt. Nördlich
von 14° S-Br wurde der vorher recht kräftige Wind schwächer und als „Triton“
sich am 5. April in etwa 3,8° S-Br und 20,6° W-Lg befand, sank der Passat
zur leisen Briese herab. Bei ganz flaunem nordöstlichem Winde ging „Triton“
am 8. April.in 25,1° W-Lg von südlicher in nördliche Breite über, Die Bark
hatte die zwischen 30° S-Br und Linie liegende Strecke in 23 Tagen zurück-
gelegt und auf derselben: 20° S-Br in 1,5° W-Lg am 23. März und 10° S-Br
in 11,5° W-Lg am 30. März geschnitten. . Am 7. April war in 25° W-Lg der
Aequator von der auf einer Reise von Zanzibar nach Hamburg begriffenen
Bark „Amanda & Elisabeth“ überschritten worden. Dieselbe hatte sich am
14. März in Sicht des Feuers der Kapstadt befunden und 30° S-Br in 11,8°
O-Lg am 17. März verlassen. Noch ein anderer Mitsegler, die von Tahiti nach
Lissabon bestimmte Braker Brigg „Atlantic“, die sich [am 1. März beim Kap
Horn befunden, die erst am 26. März in der Nähe von 17,8° S-Br und 28° W-Lg
beständigen Passat angetroffen hatte, verliefßs südliche Breite in 28,3° W-Lg
am 6. April. Am 1. April Mittags hatte sich „Triton“ in 7,6° S-Br und 14,7°
W-Lg, „Amanda & Elisabeth“ in 7,7° S-Br und 17° W-Lg und „Atlantic“ in
6,2° S-Br und 27,6° W-Lg befunden. Die Brigg war am 3, April in der Nähe
von 1,2° S-Br und 27° W-Lg in den wirklichen Stillengürtel gelangt, während
die beiden östlicher stehenden Mitsegler zwar auch Spuren von Mallung an-
trafen, im Ganzen aber auf der kurzen Strecke zur Linie doch ungleich
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