Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juli 1884.
westwärts, bis der Schiffsort am 18. März 36° S-Br in 93° W-Lg geworden
war. In geringer Eutfernung von diesem Punkte, wo das Barometer einen
höchsten Stand von 773,0 mm erreicht hatte, veränderte sich der ganz schwache
Wind durch N nach W. Indem er aus letzterer Richtung bald auffrischte,
yewährte er dem Schiffe eine erwünschte Gelegenheit zur Förderung der Reise,
Westliche Winde blieben dann, obgleich Ostwinde auch noch verhältnifsmäfsig
häufig beobachtet wurden, anf dem noch übrigen Theil des Weges zum Kap
Horn die vorherrschenden. Bei kräftigem Westwinde überschritt „Polynesia“
am 6. April die Länge dieses Vorgebirges. Der 6. April war der 39. seit der
Abreise verflossene "Tag. Während dieser Zeit hatte man: 30° S-Br in 87,6°
W-Lg am 11. März, 40° S-Br in 91,6° W-Lg am 20. März und 50° S-Br in
87,8° W-Lg am 27. März geschnitten.
Im Südatlautischen Ocean nahm die Reise bei den dort angetroffenen,
aus nordwestlicher Richtung vorherrschenden Winden für längere Zeit einen
recht günstigen Verlauf... Unterbrochen wurde derselbe zuerst durch einen am
14. und 15. April in der Nähe von 45,5° S-Br und 41° W-Lg auftretenden
ungewöhnlich heftigen Weststurm, Demselben ging ein ganz leiser, von. rasch
abnehmendem Luftdruck begleiteter Ostwind vorher. Indem dieser rasch auf-
frischte, veränderte er sich nach N, und als seine Richtung NW geworden war,
besafs er schon die Stärke eines vollen Sturmes. Nachdem der Luftdruck mit
732,7 mm seinen niedrigsten Stand erreicht hatte, wehte dann, während glvich-
zeitig das Barometer rasch stieg, aus W für mehrere Wachen ein orkanartiger;
das Schiff zum Beidrehen nöthigender Sturm. Auf den Sturm folgte wieder
ein längere Zeit anhaltender NW-Wind, mit dessen Hülfe , Polynesia“ bis zum
24. April nach 28,7° S-Br in 25,3° W-Lg vorrücken konnte. In geringer Ent-
fernung von diesem Punkte stellte sich bei auf 768,5 mm gestiegenem Barometer-
stande ein ganz leichter nördlicher Zug ein, der nach einigen Tagen sich nach
SE veränderte, allmählich auffrischte und schließfslich zum Passat wurde. Die
südliche Grenze dieses letzteren Windes schien am 28. April in der Nähe von
26,5° S-Br und 25,2° W-Lg zu liegen, Man beobachtete dort einen Luftdruck
von 767,2 mm. Von dem nur südlich von 13° S-Br frisch auftretenden Passate
wurde ‘„Polynesia“ bis zum 9. Mai zu dem in 27,1° W-Lg überschrittenen
Aequator geführt. Um zu demselben vom Kap Horn her zu gelangen, waren
33 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br in
45,5° W-Lg am 12. April, 40° S-Br in 33,7° W-Lg am 17. April, 30° S-Br in
26,6° W-Lg am 23. April, 20° S-Br in 25,6° W-Lg am 30. April und 10° S-Br
in 26,5° W-Lg am 4. Mai gekreuzt.
Wenige Meilen nördlich von der Linie traf „Polynesia“ den Stillengürtel
an. Um ihn bei der darin vorherrschenden leichten, meist nordöstlichen Mallung
zu überschreiten, waren nicht weniger als acht Tage erforderlich. Erst .als
„Polynesia“ sich am 17. Mai in der Nähe von 5° N-Br und 27,8° W-Lg -bofand,
gelang es, den NE-Passat anzutreffen, bei dem die Reise wieder einen rascheren
Verlauf nahm. Der zwischen 5° und 13° N-Br seine größte Stärke orreichende
Passat dehnte sein Gebiet aus his nach 26,2°. N-Br:in 38,7° W-Lg. In der
Nähe dieses Punktes ging derselbe am 29. Mai bei auf 769,0 mm gestiegenem
Barometerstand in Stille über, und auf diese folgte bald ein mäfsiger, mehrere
Tage anhaltender Westwind. Oestliche Winde von geringer Stärke wurden
später noch wieder für solch lange Zeit beobachtet, dafs bei denselben‘ fast
der ganze noch vorliegende Theil: der Reise vollendet werden‘ mußte. Bei
mäfßigem, seit drei Tagen herrschendem Westwind erreichte : „Polynesia“ am
24. Juni die Mündung des Kanäls, Es waren dann 118 Tage nach dem Antritt
der Reise vergangen. In nördlicher Breite war während der 46 dort zuge-
brachten Tage: 10° N-Br in 32,6° W-Lg am 20. Mai, 20° N-Br in 37,2° W-Lg
am 25. Mai, 30° N-Br in 37° W-Lg am 1. Juni und 40° N-Br in 33,5° W-Lg
am 7. Juni gekreuzt worden.
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6. Reise der eisernen Elsflether Bark „Triton“, Kapt. 6. Reinicke.
Die auf ciner Reise von Cardiff nach der Kapstadt begriffene Bark
„Triton“ überschritt am 4. August 1883 den Parallel von 50° Nord. Südlich von
demselben konnte man bei dort herrschender Stille und leisem westlichem Zugo
zunächst nur einen langsamen Fortschritt nach Süden erzielen, Nachdem . sich