Eingänge von meteorologischen Journalen etc,, Juli 1884.
erreichte 50° S-Br in 63,3° W-Lg am 24. November und „Juno“ hatte 20° S-Br
in 32,5° W-Lg am 3. November überschritten.
Am 23. November umsegelte „Polynesia“ bei kräftigem Westwind die
Ostspitze von Staaten Land. Nur wenige Meilen südlich von derselben ver-
änderte sich der Wind nach SSW und da derselbe nun auch bald stürmisch
wurde, konnte während der nächsten Tage gar kein Fortschritt nach Westen
gut gemacht werden. Am 25. November gelangte „Polynesia“ aufs Neue in
Sicht vom Kap St. John. Da der Wind sich noch länger in westlicher Richtung
hielt, war auch der spätere Fortgang nur ein langsamer, und erst bei dem sich
am 1. Dezember einstellenden frischen Südwind konnte in Sicht von Land der
Meridian des Kap Horn überschritten werden. Bei westlichen, wiederholt
stürmisch wehenden Winden mufste „Polynesia“ auch den übrigen Theil der
Umsegelung des Kap Horn vollenden. Erst nachdem man bis zum 10, Dezember
nach 56,8° S-Br in 75° W-Lg vorgerückt war, und dort der Wind sich nach
SW verändert hatte, ließs sich ein rascherer Fortgang erzielen. Kin frischer
Südwind führte „Polynesia“ am 13. Dezember zurück zu dem ia 81° W-Lg
überschrittenen Parallel von 50° Süd. Südlich von demselben hatte mau
23 Tage zugebracht, Ebenfalls am 13. Dezember und fast zur selben Stunde,
in welcher cs „Polynesia“ that, kehrte in 80,6° W-Lg der Mitsegler „A4poll“
nach 50° S-Br zurück. Derselbe hatte sich am 27. und 28. November in Sicht
vom Kap St. John befunden und später ebenso wie „Polynesia“ anhaltende
Gegenwinde und mehrere Stürme angetroffen. Am Mittage des 7. Dezember,
an welchem Tage beide Schiffe einen heftigen aus N beginnenden und WNW
endenden Sturm überstanden, befand sich „Polynesia“ in 58,5° S-Br und 75,8°
W-Lg und gleichzeitig „Apoll“ in 59,5° S-Br und 75,2° W-Lg. Der niedrigste
bei beiden Schiffen um 4*a. m. beobachtete Luftdruck beirug bei dem Vollschiff
732,3 mm und bei dem Schoner 732,0 mm. Am 10. Dezember Mittags, an
welchem Tage sich bei beiden Mitseglern der günstige, sich später nach SE
verändernde SW-Wind einstellte, war der Standpunkt von „Polynesia“ in 56,8°
S-Br und 75° W-Lgy gegen den gleichzeitigen des „Apoll“ in 58° S-Br und
76° W-Lg. Der nicht den dritten Theil der Gröfse des Vollschiffes besitzende
Schoner hatte hier also in sehr befriedigender Weise Schritt halten können
gegen den grofsen Mitsegler.
Der kräftige SSE-Wind, bei dem beide Schiffe wieder nördlich von
50° S-Br gelangten, veränderte sich im Laufe der nächsten Tage nach Ost.
Derselbe hielt bei dem sich westlicher haltenden Schoner ununterbrochen an,
bis sich derselbe am 21. Dezember in 30° S-Br und 81,5° W-Lg befand,
während sich am 17. Dezember bei der in 40,5° S-Br und 78,5° W-Lg stehenden
„Polynesia“ ganz flaue westliche Mallung einstellte, Auf dieselbe folgte jedoch
nach kurzer Zeit wieder ein frischer Südwind, bei dem fast der ganze noch
übrige Theil der Reise vollendet werden konnte. Bei ganz schwachem süd-
westlichem Zuge erreichte „Polynesia“ am 21. Dezember die Rhede von Val-
paraiso. Es waren dann 92 Tage seit der Abfahrt vom Kanal verflossen. Im
Stillen Ocean hatte man 40° S-Br in 78,3° W-Lgy am 17. Dezember gekreuzt,
Von Valparaiso aus versegelte „Polynesia“ nach Iquique. Die Reise
dahin wurde bei kräftigem Südwinde am 23. Januar 1884 angetreten. Dieser
allmählich schwächer werdende Wind begleitete das Schiff, bis cs am 27. Januar
nach 24,5° S-Br in 72,2° W-Lgy gelangt war. MNördlich von diesem Punkte
beobachtete man schwache, oft von Stille unterbrochene, meist aus südlicher
oder westlicher Richtung kommende Mallung, bei welcher man den ganzen noch
übrigen Theil der Reise vollenden mufste. Am 3. Februar wurde auf der
Rhede von /quique geankert.
in Zquique nahm das Schiff eine aus Salpeter bestehende Ladung ein,
Nachdem dieses geschehen, wurde am 27. Februar die Heimreise nach Kuropa
angetreten. Bei dem in der Nähe des Landes gleich frisch auftretenden Passat
segelte das Schiff mit B-B.-Halsen am Winde. Im Gogensatz zum gewöhnlichen
Verlauf des Windes wurde derselbe nun in gröfserem Abstande von der Küste
schwächer angetroffen, und als „Polynesia“ sich am 3. März in der Nähe von
23,5° S-Br und 78° W-Lg befand, sank dort der Wind zum schwachen, unbe-
ständigen Zuge herab. Später stellte sich jedoch noch wieder ein etwas
frischerer SE-Wind ein. Man segelte dann noch wieder für längere Zeit süd-
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