Häufigkeit der Stürme zur Zeit der Aequinoktien,
Die Stürme beschränken sich hiernach auch hauptsächlich auf das Winter-
halbjahr; während der Zeitraum von Oktober bis März 180 Stürme oder 79°/a %9
aufweist, kommen auf April bis September nur 46 oder 20%93 %o. “
Im Oktober beginnt eine entschiedene Zunahme; die Sturmfrequenz steigt
von 3%, im September auf 10% im Oktober, auf 15 im November, auf 16 im
Dezember, womit sie ihr Maximum erreicht. Es folgt zunächst ein langsames
Abnehmen im Januar, Februar und März mit ungefähr derselben Frequenz wie
im Oktober und November, sodann aber im April ein plötzliches Sinken von
14 % auf 3 % und eine weitere Verminderung bis zu einem Minimum von 1%
im Juni. Der Nachweis, auf den es uns besonders ankam, dafs die Zeit der
Aequinoktien nicht hervorragend durch Stürme ausgezeichnet ist, erscheint hier-
mit geführt.
Das Maximum der Sturmfrequenz fällt nicht mit den Aequinoktien zu-
sammen, sondern Ende Dezember. Dieses Resultat. ist etwas abweichend von
dem für die Englischen Inseln gefundenen, wonach das absolute Maximum erst
Ende Januar fällt. Uebereinstimmend mit den Englischen Untersuchungen sehen
wir aber die Aequinoktien als Grenzen des Winterhalbjahres auch die Grenzen
der Hauptsturmperiode bilden.
Nach dem Herbst-Aequinoktium — es sei hier beiläufig bemerkt, dafs
von den im September beobachteten 7 Stürmen 6 auf die zweite Hälfte des
Monats und nur einer auf die erste fällt, dafs ferner auf die erste Hälfte des
Oktober 5 Stürme kommen, während die übrigen 18 der zweiten angehören —
vermehren sich die Stürme von 3 °/o auf 10 %, nach dem Frühjahrs-Aequinoktium
tritt eine Verminderung von 14 °%o auf 3 %o ein. Der Unterschied zwischen der
Frequenz zur Zeit des Herbst-Aequinoktiums und der des Frühjahrs-Aequinoktiums,
und die damit zusammenhängende rapidere Abstufung nach dem letzteren, tritt
hier auch schärfer hervor, als nach den Zusammenstellungen von Scott. Wenn
hiernach Schiffe, das Passiren des Frühjahrs-Aequinoktiums abwartend, aller-
dings Chance haben, ruhiges Wetter anzutreffen, so ist diese Kalkulation im
Herbst eine falsche; dann vermehrt sich die Aussicht auf stürmisches Wetter
mit dem Aequinoktium nicht unbedeutend.
Einzelne besonders sturmreiche Tage oder Perioden von Tagen, wie sie
Mr. Scott namhaft macht, lassen sich nicht herausfinden, vielmehr ist im All-
gemeinen eine gleichmäfsige Vertheilung der Stürme innerhalb der angeführten
monatlichen resp. halbmonatlichen Intervalle zu konstatiren. Was speciell den
1. Januar anbetrifft, der sich hauptsächlich durch Stürme auszeichnen soll, so
finden wir nur einen Sturm an diesem Tage, während am 2, Januar drei, am
31. Dezember zwei verzeichnet sind.
Bestimmte detaillirtere Regeln für die Vertheilung der Stürme lassen
sich, wenigstens mit dem bis jetzt zu Gebote stehenden Material, nicht auf-
stellen, die gewonnenen und angeführten Resultate können nur als Anhaltspunkte
betrachtet werden, die eine gewisse Wahrscheinlichkeit beanspruchen dürfen.
Inwieweit dies richtig ist, mag beispielsweise der grofse Unterschied der Sturm-
frequenz derselben Monate in den verschiedenen Jahren beweisen. .
So hat der Januar in den Jahren 1879 und 1880 nur je einen Sturm,
während im Jahre 1832 für denselben Monat 9 Stürme verzeichnet sind; im
Februar 1878 finden wir keinen Sturm, 1882 dagegen 13; im März 1879 und
1880 je 3, 1882 12; April 1879 bis 1881 keinen, 1882 4; Mai 1882 3, in allen
andern Jahren 1; der Juni ist nur 1880 und 1882 mit Stürmen bedacht, und
zwar mit 1 resp. 2; August 1878 und 1880 ist frei von Stürmen, 1881 und 1882
weisen deren je 5 auf; November 1879 2, 1880 11; Dezember 1878 1, 1880 11.
Bemerkenswerth ist hierbei der auffallende Sturmreichthum des Jahres 1882 in
der Periode von Januar bis Juni; während dieser Zeit traten 43 Stürme auf,
also fast der fünfte Theil aller während der sechs Jahre beobachteten; für das
Ende des Jahres 1882 bleiben nur noch 19 Stürme übrig.