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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Orkan im Südlichen Stillen Ocean am 18. und 19. März 1883. 
Die gröfste von der „Enterprise“ gelothete Tiefe ist 3097 Fad. oder 
5664m mit einer Bodentemperatur von 0,8° in 4° 14!/‘ S-Br und 99° 501%‘ O-Lg, 
ca 300 Sm von Sumatra; sie ist zugleich die gröfste bis 1883 in dem Indischen 
Ocean gelothete Tiefe und übertrifft die von der „Gazelle“ im Jahre 1875 in 
16° 11‘ S-Br und 117° 32‘ O-Lg gemessene Tiefe von 3020 Fad. oder 5523m, 
welche bisher als die gröfste Tiefe des Indischen Oceans galt (s. „Ann. d. 
Hydr. etec.“, 1882, pag. 648), um 77 Fad. oder 140m. 
Orkan im Südlichen Stillen Ocean am 18. und 19. März 1883. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Im Nachstehenden ist ein Auszug aus dem meteorologischen Journal des 
deutschen Dreimastschoners „Gustav Adolph“, Kapitän G. H. Müller, vom 
17. März bis zum 21. März 1883 gegeben. 
Das auf der Reise von Melbourne nach Apıa befindliche Schiff stand am 
17. März um 12 Uhr Mittags auf 32,1° S-Br und 177,3° W-Lg, wo es, mit 
frischem östlichem Winde nach NNO steuernd, in die Nähe eines Orkanfeldes 
yerieth. Bei gleichmäfsig, aber nicht rasch fallendem Barometer nahm der 
Wind, beständig aus derselben Richtung wehend, allmählich bis zur Stärke 
eines Sturmes zu, so dafs es nothwendig wurde, das Schiff unter kleinen Segeln 
beizulegen. Am 18, März um 8" p. m. hatte der Wind aus E bis zur Stärke 10 
zugenommen und begann nun sich allmählich nach rechts zu drehen, während 
das Barometer in stetigem, langsamem Fallen blieb, doch verflofs noch beinahe 
ein volles Etmal, ehe der Sturm aus S bis SSW seine gröfste Stärke (11) und 
das Barometer seinen tiefsten Stand von 740mm erreichte. Dies geschah um 
4 p.m. am 19, März. Von dieser Zeit an nahm der Wind, dessen Richtung 
sich noch mehr nach rechts veränderte, bei steigendem Barometer rasch ab, 
und das Wetter, das in den vorhergehenden 48 Stunden immer dick von Regen 
gewesen war, begann aufzuklaren. Infolge dessen konnte um 10* p.m. das Schiff 
wieder unter Segel gebracht und die Reise auf nordöstlichem Kurse fortgesetzt 
werden. Am nächsten Tage, wie auch am 21. März, wehte steifer WNW-Wind 
bei heiterem Wetter. 
Nach dem langsamen Verlauf der Wind- und Luftdruckänderungen zu 
schliefsen, hatte die Depression, in deren Begleitung der Sturm auftrat, eine 
sehr langsame Fortbewegung von ctwa 10 Sm in der Stunde, und zwar zog 
sie, wie sich aus der Drehung des Windes ergiebt, in südlicher bis südöstlicher 
Richtung. Das Centrum des Orkans passirte östlich vom Schiffe, so dafs dieses 
sich auf der rechten Seite der Bahn befand und das Beiliegen über B-B. richtig 
war, denn in dieser Lage luvte das Schiff bei der Windänderung von E durch 
SE nach SW gegen die See auf. Vortheilhafter wäre es indessen Vielleicht 
gewesen, wenn man am 18. oder schon am 17. März bei dem stürmisch zu- 
sehmenden Ostwinde nordwestlich abgehalten hätte. Wahrscheinlich hätte dann 
der Wind, da man in gröfserer Entfernung vom Centrum des Orkans geblieben 
wäre, keine so grofse Stärke erlangt, das Schiff hätte nicht nöthig gehabt bei- 
zudrehen, es wäre rascher nach der Nordseite der Depression gekommen und 
hätte schon bedeutend früher, als wie jetzt geschah, seinen nordöstlichen Kurs 
wieder aufnehmen können, 
Das Verhältnifs der Windstärke zum Luftdruck war bei diesem Orkan 
vor und hinter dem Orte des Minimums ein ungleiches. Beispielsweise wehte 
bei einem Luftdruck von 751mm der Ostwind der vorderen Hälfte mit der 
Stärke 9, dagegen der WNW-Wind der hinteren Hälfte mit der Stärke 7. Der 
Gradient war also vor dem Minimum steiler als hinter demselben, oder mit 
anderen Worten, das Minimum befand sich nicht in der Mitte der Depression, 
sondern näher dem vorderen Rande derselben.
	        
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