HäufigKeit der Stürme zur Zeit der Aequinoktien.
stationen gleichzeitig aufgezeichnet sind; hinsichtlich ihror Richtung ist kein
Unterschied gemacht.
Als Resultat dieser Zusammenstellung ergiebt sich, dafs die Häufigkeit
der Stürme zur Zeit der Aequinoktien nicht gröfser als zu jeder anderen Zeit
ist. Die Stürme sind fast ausschliefslich auf das Winterhalbjahr, einen Theil des
Herbstes und Frühjahrs mitgerechnet, beschränkt; im Sommer treten sie nur
ausnahmsweise und vereinzelt auf, Während der demnach nur in Betracht ge-
zogenen Wintermonate lassen sich gewisse Perioden unterscheiden, und scheinen
allerdings die Aecquinoktien Grenzen solcher Perioden zu bilden,
Wenn die Häufigkeit der Stürme in der Zeit vor dem Herbst-Aequinoktium
mit 9 uud 8 bezeichnet wird, so steigt sie während des Aequinoktiums auf 10,
uimmt dann nach demselben schr schnell zu, sich in den beiden folgenden
Intervallen verdoppelnd und verdreifachend. Auf eine Verminderung in der
ersten Hälfte des November folgt am Ende dieses Monats ein zweites Maximum.
Anfangs Dezember ist es verhältnifsmäfsig ruhig, darauf nehmen die Stürme
aber wieder zu bis zu ihrem absoluten Häufigkeitsmaximum in der zweiten
Hälfte des Januar, um dann allınählich wieder abzunehmen. Die Frequenz der
Stürme zur Zeit des Frühjahrs-Acquinoktiums ist fast doppelt so grofs als zur
Zeit des Herbst-Acquinoktiums; ihr Verhältnifs zu einander ist durch die Zahlen
19 und 10 ausgedrückt. Während dieselbe nach dem Herbst-Aequinoktium
steigt, und zwar von 10 auf 20, nimmt sie bereits vor dem Frühjahrs-
Aequinoktium ab und sinkt von 27 auf 19 während desselben.
Von den einzelnen Tagen zeichnet sich besonders der 1. Januar durch
stürmisches Wetter aus, an welchem Datum während der 14 Jahre 6 Stürme
verzeichnet sind, was um so auffallender ist, als am 31. Dezember nur ein
Sturm und am 2, Januar zwei beobachtet worden sind. 5 Tage, der 10. und
20. November, der 18. und 19. Januar ınd der 26. Februar, weisen jeder
5 Stürme auf, 16 Tage vier. Die stürmischste Periode von 2 Tagen ist die
vom 18. und 19. Januar, mit 5 Stürmen an jedem Tage, wie cben angeführt;
an dreitägigen Perioden zeichnen sich der 24. bis 26. Januar aus, mit je
4 Stürmen.
Wenn wir diesen für die Britischen Inseln geltenden Ausführungen die
Beobachtungen, welche an der Deutschen Küste gemacht sind, gegenüber stellen,
so kommen wir zu ganz ähnlichen Resultaten.
Das Material, welches wir zu diesen Untersuchungen benutzt haben, ist
allerdings nicht so umfangreich und umfafst nur eine Periode von 6 Jahren, es
mag jedoch genügen, um einige Schlüsse zu ziehen, die den übrigen an die
Seite gestellt werden können. Als solches Material dienten uns die Witterungs-
berichte der Deutschen Seewarte von 1878 bis 1883, wie sie seit dem Jahre
1878 monatlich in diesen Annalen veröffentlicht werden.
In diesen Witterungsberichten sind diejenigen Tage mit den Beobachtungs-
stationen angeführt, an welchen die Windgeschwindigkeit im Mittel mindestens
ciner Stunde 15m per Sekunde erreichte oder überstieg. ;
Nach diesen Angaben haben wir analog der englischen eine Zusammen-
stellung der Stürme nach der Zeit ihres Auftretens derart gemacht, dafs als
Sturm ein Wind von der bezeichneten Stärke angesehen wurde, wenn er
windestens an drei Punkten gleichzeitig beobachtet war; die an der Deutschen
Küste vertheilten Beobachtungsstationen sind: Memel, Neufahrwasser, Swine-
münde, Wustrow, Kiel, Hamburg, Keitum, Wilhelmshaven und Borkum.
Nach dieser Zusammenstellung fallen von 225 Stürmen auf den Monat
Januar 25 oder 111% %o
Februar 30 „ 18%
März 32 142
April ü 2%
Mai 3%
Juni is
Juli . 3 9
August 15 6%
September 7 3
Oktober 23 102/5
November 33 14%g
Dezember 36 16
5926
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