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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

HäufigKeit der Stürme zur Zeit der Aequinoktien. 
stationen gleichzeitig aufgezeichnet sind; hinsichtlich ihror Richtung ist kein 
Unterschied gemacht. 
Als Resultat dieser Zusammenstellung ergiebt sich, dafs die Häufigkeit 
der Stürme zur Zeit der Aequinoktien nicht gröfser als zu jeder anderen Zeit 
ist. Die Stürme sind fast ausschliefslich auf das Winterhalbjahr, einen Theil des 
Herbstes und Frühjahrs mitgerechnet, beschränkt; im Sommer treten sie nur 
ausnahmsweise und vereinzelt auf, Während der demnach nur in Betracht ge- 
zogenen Wintermonate lassen sich gewisse Perioden unterscheiden, und scheinen 
allerdings die Aecquinoktien Grenzen solcher Perioden zu bilden, 
Wenn die Häufigkeit der Stürme in der Zeit vor dem Herbst-Aequinoktium 
mit 9 uud 8 bezeichnet wird, so steigt sie während des Aequinoktiums auf 10, 
uimmt dann nach demselben schr schnell zu, sich in den beiden folgenden 
Intervallen verdoppelnd und verdreifachend. Auf eine Verminderung in der 
ersten Hälfte des November folgt am Ende dieses Monats ein zweites Maximum. 
Anfangs Dezember ist es verhältnifsmäfsig ruhig, darauf nehmen die Stürme 
aber wieder zu bis zu ihrem absoluten Häufigkeitsmaximum in der zweiten 
Hälfte des Januar, um dann allınählich wieder abzunehmen. Die Frequenz der 
Stürme zur Zeit des Frühjahrs-Acquinoktiums ist fast doppelt so grofs als zur 
Zeit des Herbst-Acquinoktiums; ihr Verhältnifs zu einander ist durch die Zahlen 
19 und 10 ausgedrückt. Während dieselbe nach dem Herbst-Aequinoktium 
steigt, und zwar von 10 auf 20, nimmt sie bereits vor dem Frühjahrs- 
Aequinoktium ab und sinkt von 27 auf 19 während desselben. 
Von den einzelnen Tagen zeichnet sich besonders der 1. Januar durch 
stürmisches Wetter aus, an welchem Datum während der 14 Jahre 6 Stürme 
verzeichnet sind, was um so auffallender ist, als am 31. Dezember nur ein 
Sturm und am 2, Januar zwei beobachtet worden sind. 5 Tage, der 10. und 
20. November, der 18. und 19. Januar ınd der 26. Februar, weisen jeder 
5 Stürme auf, 16 Tage vier. Die stürmischste Periode von 2 Tagen ist die 
vom 18. und 19. Januar, mit 5 Stürmen an jedem Tage, wie cben angeführt; 
an dreitägigen Perioden zeichnen sich der 24. bis 26. Januar aus, mit je 
4 Stürmen. 
Wenn wir diesen für die Britischen Inseln geltenden Ausführungen die 
Beobachtungen, welche an der Deutschen Küste gemacht sind, gegenüber stellen, 
so kommen wir zu ganz ähnlichen Resultaten. 
Das Material, welches wir zu diesen Untersuchungen benutzt haben, ist 
allerdings nicht so umfangreich und umfafst nur eine Periode von 6 Jahren, es 
mag jedoch genügen, um einige Schlüsse zu ziehen, die den übrigen an die 
Seite gestellt werden können. Als solches Material dienten uns die Witterungs- 
berichte der Deutschen Seewarte von 1878 bis 1883, wie sie seit dem Jahre 
1878 monatlich in diesen Annalen veröffentlicht werden. 
In diesen Witterungsberichten sind diejenigen Tage mit den Beobachtungs- 
stationen angeführt, an welchen die Windgeschwindigkeit im Mittel mindestens 
ciner Stunde 15m per Sekunde erreichte oder überstieg. ; 
Nach diesen Angaben haben wir analog der englischen eine Zusammen- 
stellung der Stürme nach der Zeit ihres Auftretens derart gemacht, dafs als 
Sturm ein Wind von der bezeichneten Stärke angesehen wurde, wenn er 
windestens an drei Punkten gleichzeitig beobachtet war; die an der Deutschen 
Küste vertheilten Beobachtungsstationen sind: Memel, Neufahrwasser, Swine- 
münde, Wustrow, Kiel, Hamburg, Keitum, Wilhelmshaven und Borkum. 
Nach dieser Zusammenstellung fallen von 225 Stürmen auf den Monat 
Januar 25 oder 111% %o 
Februar 30 „ 18% 
März 32 142 
April ü 2% 
Mai 3% 
Juni is 
Juli . 3 9 
August 15 6% 
September 7 3 
Oktober 23 102/5 
November 33 14%g 
Dezember 36 16 
5926 
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